Funkhaus Fünfkirchen

Ur-alte Tücher wieder in Mode - in Schränken verborgene Schätze gezeigt

Kindstücher- Ausstellung im Lenau-Haus zu Fünfkirchen



Junge Mütter kennen die Tragetücher aus den Katalogen, denn die altbewährte Methode, die Kinder am Leibe zu tragen, wie einst, ist wieder im kommen. Dass dies vor einigen Jahrzehnten noch eine Spezialität der Ungarndeutschen war, und zwar in einer bestimmten Branauer Region, wussten bis vor kurzem die wenigsten. Die Ungrandeutschen brachten diese Methode aus der altn Heimt mit und konnten es lange Jahrhunderte beibehalten. 

Inzwischen erleben die Tragetücher eine Renaissance, und so werden auch die Ursprünge dieser Tücher erforscht. Nach einer erfolgreichen Ausstellung in Budapest kamen die Kindstücher in ihre Heimat in die Branau zurück und wurden im Lenau-Haus präsentiert.
Vor der Eröffnung der Ausstellung wurden Interessenten eingeladen, um ihre eigenen Tücher mitzubringen, um sie von Kunsthistorikern untersuchen und katalogisieren zu lassen. Zahlreiche Frauen kamen und brachten ihre alten Schätze mit, packten sie behutsam aus der Tasche aus und erzählten ihre Geschichte. 100 Jahre alten Tücher kamen zum Vorschein, wo die Besitzer selbst noch drin getragen wurden, unter anderem aus Nimesch, Boschock und Grossnarad, wo diese Kindstücher eben typisch waren. Angeregt unterhielten sich die Fachleute und die alten Frauen über alte Traditionen, und sie grübelten alle darüber, bis wann nun diese Tücher verwendet wurden.



Das besondere dieser Ungarndeutschen Tragetücher ist, im Gegensatz zu den heutigen modernen Tüchern, dass da kein Knoten zu binden ist, die Kinder halten sich einfach durch die besondere Wickeltechnik. Die Ausstellungseröffnung wurde durch Wiegendliedern und geschichtlichen Vorträgen abwechslungsreich gestaltet. Hingewiesen wurde auch auf die besondere Rolle der Tragetücher, beim Ritual des ersten Ganges der Mütter in die Kirche. Interessante Fotos, wunderschöne Tücher und auch sehr detaillierte Beschreibungen können die Interessenten nun im Lenau Haus bis Ende April sehen.

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 Christine Arnold, Fünfkirchen, 11.02.2011
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