Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 17.02.2011

Die Wirtschaftsmeldungen dieser Woche beinhalten Informationen zu folgenden Kategorien:
- Investitionen und Ausschreibungen,
- Aus der Tätigkeit der Handelskammern West-Rumäniens,
- Zum rumänischen Finanz- und Bankenwesen,
- Statistiken und Gesetzesinitiativen,
- UND – der rumänische Arbeitmarkt.

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar, jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Investitionen und Ausschreibungen:

Der Termin, an dem die Angebote für die Erteilung der Arbeiten an mehrere Autobahnstrecken in West-Rumänien eingereicht werden können, wurde verschoben. Es geht um die Ausschreibung der Strecken Nadlak-Arad, Temeswar-Lugosch, Lugosch-Diemrich und Broos-Hermannstadt. Den Beschluss traf die Gesellschaft für Autobahnen und Landstraßen, nachem mehrere Unternehmen die Dokumentation für die Ausschreibung beantragt hatten. Der letzte Tag, an dem die Unternehmen ihre Angebote vorlegen dürfen, ist der 28.te Februar. Die Angebote werden am ersten und zweiten März geöffnet und analysiert. --- Das Gebäude, in dem die Ausschreibung der Arbeiten erfolgt, soll streng bewacht und mit Videoanlagen monitorisiert werden. Die Sicherheitsmaßnahme traf Verkehrsministerin Anca Boagiu selbt. Der Zugang wird nur durch den Haupteingang erlaubt und das nur nach einer Überprüfung der Personalausweise, bzw. der Zulassungen für die Mitglieder der Evaluierungskommissionen, oder für Experten und Beobachter, die im Ausschreibungsverfahren involviert sind.

Eine neue Donaubrücke zwischen Rumänien und Serbien könnte im Verwaltungsbereich des Kreises Karasch-Severin gebaut werden. Den Vorschlag für die Einleitung eines diesbezüglichen grenzüberschreitenden Projekts machte Kreisratsvorsitzender Sorin Frunzaverde. Er erklärte, er habe bereits die Unterstützung hierfür seitens der serbischen Behörden. Nachden die beiden Seiten sich über die genaue Stelle der Brücke einigen, soll ein europäisches Finanzierungsprojekt redigiert werden, so Frunzaverde weiter.

Die Stadt Temeswar verfügt über einen Haushalt in Höhe von 810 Millionen Lei für dieses Jahr. Der Haushalt wurde am Dienstag vom Stadtrat verabschiedet und besteht aus dem eigenen Haushalt in Höhe von 583 Millionen Lei und dem Haushalt der öffentlichen Verwaltungen die sich aus Eigenmitteln und Subventionen finanzieren. Der externe Kredithaushalt beträgt 19 Millionen Lei. Hier auch die vorgesehen Ausgaben : Rund 325 Millionen Lei gehen für Personalgehälter der Einrichtungen, die dem Rathaus unterstellt sind. Rund 155 Millionen Lei werden für Investionen und zur Mitfinanzierung von europäischen Projekten vorgesehen. Zu den geplanten Projekten für 2011 gehören: die Rehabilitierung des Begaufers, die Modernisierung des Victor-Babes-Krankenhaus und der Kauf von neuen Straßenbahnen.

Aus der Tätigkeit der Handelskammern West-Rumäniens:

Der neue Generalkonsul Italiens in Temeswar, Stefano Mistretta, besuchte gestern die Industrie-, Landwirtschafts- und Handelskammer des Kreises Temesch. Der Kammerpräsident Georgica Cornu stellte dabei die Vorteile des west-rumänischen Kreises vor sowie die Geschäftsopportunitäten des Temescher Marktes und die Dienstleistungsangebote der Handelskammer. Generalkonsul Mistretta erklärte sich begeistert über Temeswar und nannte sie eine Stadt, die als Symbol für die itanienische Wirtschaftspräsenz in Rumänien stehe. Im Verwaltungskreis Temesch sind zur Zeit 2.977 italienische Firmen registriert, die insgesamt ein Kapital von 120,7 Millionen Euro aufweisen. Die Daten stammen aus den Statistiken des Kommerzregisters vom 31. Dezember 2010. Die italienische Wirtschaftsgemeinschaft im Kreis Temesch zählt rund 15.000 Mitglieder, so die Temescher Handelskammer.

Die Arader Industrie-, Landwirtschafts- und Handelskammer bereitet das wichtigste Ausstellungsevent West-Rumäniens im Bereich der Bauanlagen vor. Das ist die Messe Confort Construct & Instal. Die 17. Auflage des Events findet heuer in der Zeitspanne 24. - 27. März auf dem Gelände von Expo Arad International statt. Zeitgleich werden Salons für Arbeitsschutz und für Technik organisiert. Mehrere Konferenzen und Wirtschaftstreffen ergänzen das Veranstaltungsprogramm. Hier zählen die Vorstellung einer rumänisch-ungarischen Partnerschaft für die Einrichtung eines Konferenzzentrums sowie eines grenzüberschreitenden Geschäftsforums. Bisher haben sich an der Messe rund 120 Unternehmen aus Rumänien, Ungarn und Griechenland angemeldet. Weitere Interessenten können ihre Teilnahme bis zum 1. Mätz bestätigen.

Nun zum rumänischen Finanz- und Bankenwesen:

Die Regierung beabsichtigt, die Schulden mehrerer Staatsunternehmen zu streichen und bedient sich hierfür einer Vorschrift der Europäischen Union. Diese erlaubt eine Unterstützung der Staatsgeschäfte, wenn es um die nationalen Militärinteressen geht. Auf der Begünstigungsliste ist die rumänische Waffen- und Munitionsindustrie mit all ihren Verzweigungen. Die Gesamtschulden dieses Industriezweigs beliefen sich im Jahr 2009 auf 917 Millionen Lei , so die Angaben des Finanzministeriums. Vertreter des Wirtschaftsministeriums erklärten, die Unternehmen aus der Verteidigunsbranche könnten ohne diese Schulden profitabel oder mindestens attraktiv für die Privatisierung werden.

Das rumänische Bankensystem schrieb 2010 erstmals rote Zahlen in den letzten 12 Jahren. Der Verlust lag 2010 bei 304 Millionen Lei im Vergleich zum Gewinn von 815 Millionen Lei im Jahr 2009. Die Billanz 2010 zeigt zudem, dass 22 Kreditinstitute negative Ergebnisse erzielten. 10 Banken hingegen erreicten kleine Profite aus Transaktionen und Investitionen.

Hier auch die Referenzkurse der Nationalbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern Nachmittag  mit 4Lei25 quotiert und ein US-Dollar mit 3Lei14. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei57 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei10. Ein Gramm Gold wurde auf 138 Lei und 98 Bani gewertet.

Weitere Statistiken und Gesetzesinitiativen:

Die Lebensmittelpreise auf den internationalen Märkten steigen weiter an. Der Preisanstieg droht, die Wirschaftsmärkte im Orient und Zentralasien zu belasten, erklärte der Präsidenten der Weltbank, Robert Zoellick. Er fürchtet zudem, dass viele Länder auf die erhöhten Preise mit einem Exportverbot ihrer Lebensmittelwaren reagieren werden. Diese Vorgehensweise würde allerdings das Problem nur verschärfen. Weltbankpräsident Zoellick unterstrich auch die Rolle der entwickelten Länder, ihre Spendenaktionen auf  Länder wie Afganistan, Kirgistan, der Mongolei und der Republik Kongo zu fokkusieren.

Die Lebensmittel wurden auch in Rumänien teurer, so die Angaben des Nationalen Statistikamtes. Im Januar waren sie um 1,14% teurer als im Dezember. Die Gemüse verzeichneten einen Preisanstieg um 5,6%, das Obst um 2,22% und das Öl um 1,33%. Desweiteren wurden die Kartoffeln um 6% teurer und der Zuckerpreis stieg um 2%. Was die Nichtlebensmittelprodukte anbelangt, verzeichneten auch diese Preiserhöhungen: der Treibstoff wurde um 2% teurer. Im Dienstleistungsbereich blieben die Preise allgemein konstant, ausgeschlossen der Nahverkehr, dessen Preis um einen Prozent stieg. Die jährliche Inflation fiel hingegen von 7,96% im Dezember auf 6,99% im Januar, so die statistischen Daten weiter.

Die Supermärkte könnten in Zukunft Sonderregale für rumänische Produkte einführen. Zwei Abgeordnete legten dem Parlament einen diesbezüglichen Gesetzesentwurf vor. Gemäß des Dokuments sollen die Einkaufszentren mindestens 10% ihrer Ausstellungsfläche den rumänischen Produkten reservieren. Der Entwurf sieht auch Strafen für die Nichteinhaltung der Vorschriften zwischen 5.000 und 10.000 Lei vor. Die Initiatoren des Projekts erklärten, sie hätten bereits die Unterstützung des Landwirtschaftsminister Valeriu Tabara zugesagt bekommen.

Und schließlich zum rumänischen Arbeitmarkt:

7.600 freie Arbeitsplätze wurden für diese Woche landesweit angemeldet. Nachwievor sind die meisten davon, rund 7.200 Stellen, für Arbeitslose mit einer mittleren Ausbildung oder für unqualifizierte Kräfte voresehen. --- Zwei Kreise West-Rumäniens sind auch diese Woche Ranglistenführer in diesem Bereich: Kreis Temesch belegt landesweit Platz 3 nach Bukarest und Jassy mit 470 freien Arbeitsplätzen, bzw. Kreis Hunedoara Platz 5 mit 371 besetzbaren Stellen. --- Im Kreis Karasch-Severin waren für diese Woche mehr als 150 Arbeitsplätze frei gemeldet, 5 Mal so viel wie vergangene Woche. Die meisten Stellen, 100, bietet ein Unternehmen in Neumoldowa. In Reschitza sind 44 Arbeitsplätze frei, in Ferdinandsberg 7 und in Herkulesbad gibt es einen einzigen unbelegten Arbeitsplatz. Auf Kreisebene werden 12.000 Arbeitslose registriert. --- Die Agentur für Beschäftigung der Arbeitskräfte im Kreis Arad organisiert anlässlich des internationalen Frauentages eine Jobbörse ausschließlich für arbeitslose Damen. Dabei werden auch die Ermäßigungen bekannt gemacht, die die Agentur für die Einstellung von Arbeitslosen, Absolventen und benachteiligten Personen erteilt. Die Jobbörse findet am Freitag, dem 11.ten März, am Hauptbahnhofsplatz in Arad statt, zwischen 9 und 12 Uhr.

Im Kreis Temesch verdient man durchschnittlich nicht so viel, wie man es vermutet. In einer Rangliste der Landeskreise mit den meisten Angestellten belegt Kreis Temesch zwar den zweiten Platz nach der Hauptstadt Bukarest mit 195.000 aktiven Kräften. Wenn man aber die Statistiken der erzielten Gewinne betrachtet, so belegt Kreis Temesch nur den 5.ten Platz landesweit nach Bukarest, Ilfov, Gorj und Sibiu mit einem Durchschnittseinkommen von 1.553 Lei im Monat. Im Vergleich zum Vorjahr kletterte Kreis Temesch in dieser Rangliste 5 Plätze höher.

Das waren die Wirtschaftsmeldungen dieser Woche und hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie erst in 2 Wochen wieder. Nächsten Donnerstag laden wir Sie zum FunkMagazin ein. Das ist die Gemeinschaftssendung des deutschsprachigen Medienvereins FunkForum. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!


02.17. WM  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 17.02.2011
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