Radio Temeswar

Autobahn in West-Rumäniens? Wann denn?

Die Nationalgesellschaft für Autobahnen und Landstraßen legte die Gewinner der Ausschreibung fest für die Bauarbeiten an den Autobahn-Strecken: Nadlak-Arad, Temeswar-Lugosch-Diemrich und Broos-Hermannstadt. Die Verträge wurden in einem Gesamtwert von 3 Milliarden 450 Millionen Lei abgeschlossen. Die Strecke Nadlak-Arad wird zum Teil von einerm rumänisch-portugiesischen Unternehmen gebaut und zum Teil von einer deutschen Baufirma. Die Arbeiten an den Strecken Temeswar-Lugosch und Lugosch-Diemrich wurden einer rumänisch-italienischen und einer rein italienischen Firma erteilt, während sich am Bau der Strecke Broos-Hermannstadt 4 Unternehmen beteiligen werden: ein österreichisches, ein rumänisches und zwei italienische. An der Ausschreibung der gesamten Strecke beteiligten sich 64 Unternehmen. In der Zwischenzeit, besichtigte Verkehrsministerin Anca Boagiu Ende vergangener Woche die Baustellen der bereits gestarteten Autobahnstrecke Temeswar-Arad. Sie erklärte sich total unzufrieden mit dem Tempo der Arbeiten, auf ihrem Besuchsprogramm nahm sie aber auch gemütlichere Ziele auf, wie die Einweihung des neuen Terminals am Temeswarer Flughafen. Adrian Ardelean berichtet:

Der Internationale Flughafen Temeswar hat ein modernes und vollfunktionelles 2.tes Terminal. Dieses wird nach dem Beitritt Rumäniens zum grenzenfreien Raum für Ziele aus den NON-Schengen-Ländern benutzt. Anlässlich der Einweihungszeremonie sprach Verkehrsministerin Anca Boagiu erneut das Thema der Fusion zwischen den beiden benachbarten Flughäfen Temeswar und Arad an. Diese könnten in einer gemeinsamen profitablen Gesellschaft zusammen schmelzen nach dem Modell der Bukarester Flughäfen Otopeni und Baneasa. Die Ministerin besuchte in West-Rumänien auch die Baustellen an der Straßeninfrastruktur. Als erstes aber wollten die Journalisten von ihr wissen wie und wann das Projekt der Umgehungsstraße bei Temeswar fortgesetzt wird, da bisher nur ein Drittel davon dem Verkehr frei gegeben wurde, nämlich die Verbindung zwischen der Arader und der Lugoscher-Straße.

Zur Zeit arbeiten wir an der Machbarkeitsstudie und wir haben zwei Finanzierungsmöglichkeiten: die eine in der Zeitspanne 2014-2020, die andere, die optimistischere – etwas früher, wenn die Gesellschaft für Autobahnen und Landstraßen genug Geld einsammelt, um die Arbeiten selbst zu finanzieren.

Als nächstes standen die Baustellen der Autobahnstrecke Temeswar-Arad an. Mit den Bauarbeiten an der Temescher Hälfte wurde das italienische Unternehmen Astaldi im April 2009 beauftragt. Verkehrsministerin Anca Boagiu erklärte sich äußerst unzufrieden mit dem Stand der Arbeiten. Ihrer Einschätzung nach sei die Einhaltung der Abgabetermine unmöglich.

Ich habe die Unternehmer aufgefordert, bis in einer Woche die Arbeiten so umzuschichten, dass die Strecke Ende dieses Jahres dem Verkehr frei gegeben werden kann. Nach meinem Ingenieur-wissen, ist die Einhaltung der vertraglich festgelegten Termine, wenn die Arbeiten so weiterhin geführt werden, unmöglich. Ich bin mir aber sicher, dass sie sich nach den heutigen freundlichen Gesprächen mobilisieren werden.

Die Ausschreibung der Arbeiten für die Arader Hälfte der Autobahnstrecke bzw. für die Umgehungsstraße bei Arad im Autobahnformat gewann der spanisch-östereichische Konzern FCC-PORR. Verkehrsministerin Anca Boagiu erkundigte sich auch hier über den Stand der Arbeiten. Ein Vertreter des östereichischen Unternehmens gab Auskunft:

- Wir arbeiten an 10 Brücken gleichzeitig in Tag- und Nachtschicht. Verspätungen verzeichnen wir aber in der Sektion 2, wo das Gelände noch nicht baufrei ist.

Diese Sektion 2 auf einer Strecke von 2 Kilometern war bisher umstritten, weil genau in der Mitte der neue Gebäudesitz der öffentlichen Sanitärbehörde steht. Ministerin Boagiu sicherte zu, die Situation sei bereits geklärt:

- Mit dem Premier habe ich Ihre Probleme hier besprochen und es wurde ein neues Gebäude für die Behörde ausgemacht. Unter der Bedingung, dass die Behörde umzieht und das Gelände enteignet wird, wann schätzen Sie ein, dass Sie die Arbeiten beenden?

- Es ist möglich, dass wir die Abreiten bis Jahresende beenden wenn das Wetter mitspielt. Wenn nicht, dann werden wir diese Sektion erst im 2. Quartal des kommenden Jahres dem Vekrehr freigeben können.

Nach dem Besuch der Arbeitsstelle schlussfolgerte die Verkehrsministerin:

Hier gab es paar Probleme, die gelöst wurden. Die Regierung wurde eingeschaltet und ich freue mich über die Unterstützung des Premiers, der verstanden hat, wie wichtig und dringlich das Umziehen der Sanitärbehörde ist, damit die 2 Kilometer frei gestellt werden. Ich hoffe, die Mannschaft hier wird ernst genug sein, um bis zum Jahresende die Umgehungsstraße fertig zu stellen.

Verkehrsministerin Anca Boagiu besuchte auch die Baustellen an der Landstraße Arad-Großwardein. Die Arbeiten werden hier im Auftrag einer itanienischen Firma durchgeführt und starteten im Februar 2009, mit dem Ziel, sie bis Februar 2012 zu beenden. Wie weit die Arbeiten nun fortgeschritten sind, erklärte ein Unternehmensvertreter:

Einige sind schon zu 70% fertig, andere aber nur zu 30%.

Auch Sie haben eine Woche zur Verfügung, die Arbeiten so umzuschichten, um die vertraglichen Termine einhalten zu können.

Ministerin Boagiu erklärte, das Ultimatum gelte nicht nur für das italienische Unternehmen:

Es gilt für alle Unternehmen: halten sie die Vertragsklausel ein, dann ist es OK. Im Gegenfall wenden wir die vorgesehenen Busgeldmaßnahnen an. So arbeitet man im Straßenbau. Jeder macht seinen Job.

Die Verkehrsministerin mahnte die ausländischen Bauunternehmen, keine Ausreden mehr zu finden, um ihre Aufenthalte in Rumänien zu verlängern. Sie sollten entweder die Arbeiten vertragsgemäß beenden, oder den neuen Flugterminal in Temeswar verwenden, um eben nach Hause zu kehren:

Nachdem ich das neue Terminal des Temeswarer Flughafens gesehen habe, weiss ich ganz genau, dass es leicht ist, nach Hause zu kehren. Unternehmen gibt es viele auf dem Markt und zur Zeit gibt es wenige Länder, die sich dazu entschlossen haben, Geld in Straßen und Infrastruktur zu investieren.


04.14. Verkehrsministerin in West-Rumaenien  


 Adrian Ardelean, Temeswar und Arad, April 2011
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