Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 21.04.2011

Aus den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche erhalten Sie bei uns Informationen zu folgenden Kategorien:
- Wirtschaftlicher Terminkalender,
- Rumänische und ungarische Infrastrukturprojekte,
- Aus der regionalen Wirtschaft,
- UND – Rumänische Wirtschaft im europäischen Kontext.
Bleiben Sie dran!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar, jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Wirtschaftlicher Terminkalender

Die Temeswarer Industrie-, Landwirtschafts- und Handelskammer veranstaltet nach Ostern Seminare für die Vorstellung des neuen Arbeitsgesetzbuchs, das am 30. April in Kraft tritt. Erörtert werden die wichtigsten Änderungen, die das neue Gesetzbuch vorsieht. Die Seminare finden in Temeswar am 29. April im Regionalen Geschäftszentrum und in Lugosch am 3. Mai im Sitzungssaal des Rathauses statt. Interessierte Unternehmen können sich noch daran einschreiben.

Der deutsch-rumänische Wirtschaftsclubs Banat unternimmt Anfang Mai eine Informationsreise zu den Kollegen des Wirtschaftsclubs Sathmar. Anlass dazu gibt die Ausstellung „Hergestellt in Sathmar“, die im Zeitraum 6. - 8. Mai stattfindet. Auf dem Besuchsprogramm steht am Freitag Abend eine Besichtigung des Weinguts „Nachbil“ an, welches 1999 von Johann und Edgar Brutler gegründet wurde, und sich mittlerweile einen guten Ruf erarbeiten konnte. In Sathmar sind dann am Samstag der Besuch der Ausstellung und Firmenbesichtigungen geplant. Dabei sollen die Kontakte mit dem „Deutsch-Rumänischen Wirtschaftsverein Sathmar“ gefestigt werden. Die Abfahrt aus Temeswar erfolgt am Freitag Mittag gegen 12 Uhr und die Rückreise am Sonntag Nachmittag.

Rumänische und ungarische Infrastrukturprojekte

Die Autobahnstrecke Szeged – Mako wurde gestern eingeweiht. Die M43 kommt somit rund 30 Kilometer näher zu Rumänien. Das Projekt umfasst neben der Autobahn auch eine Theiss-Brücke sowie die Umgehungsstraßen bei Szeged und Mako. Die Invesition beläuft sich bei 320 Millionen Euro. Gemäß des Projekts soll die Autobahn bis Ende 2013 die rumänisch-ungarische Grenze bei Nadlak erreichen.

Das rumänische Verkehrsministerium beabsichtigt, bis zur Jahreshälfte Arbeiten im Wert von 3,3 Milliarden Euro im Auftrag zu geben. Geplant sind Infrastruktur-investitionen im Straßen- und Bahnbereich. Aus dieser Summe ist etwas mehr als ein Viertel Milliarde Euro für Modernisierungsarbeiten an der Bahnlinie Curtici-Radna vorgesehen. Im Bereich der Straßeninfrastruktur ist eine Milliarde Euro für 4 Autobahnstrecken in West-Rumänien gedacht. Die Arbeiten wurden hier noch nicht im Auftrag gegeben, weil die Teilnehmer an der Ausschreibung Berufung eingelegt haben. Es geht um die Strecken Nadlak-Arad, Temeswar-Lugosch, Lugosch-Diemrich und Broos-Hermannstadt. Was die neuen Verträge anbelangt, dürfen die Kosten der Arbeiten nur mehr um 10% überschritten werden. Bisher durften die Gewinnerfirmen die Kosten um bis zu 50% überschreiten. Andererseits erteilt das Verkehrsministerium nun Strafen im Wert von 0,1% des verhandelten Vertragswertes für jeden Verspätungstag nach dem vorgesehenen Abgabetermin.

Aus der regionalen Wirtschaft

Kreis Arad erhält bis 2013 aus dem Europäischen Fond für ländliche Entwicklung weitere 12 Millionen Euro. Das Landwirtschaftsministerium beglaubigte hierfür 4 Projekte der Kreisverwaltung. Nutznießer sind die Maroschau, die Weinregion Minisch-Maderat, das weiße Kreischtal und die Microregion des weißen und des schwarzen Kreisches.

Der erste Supercomputer Rumäniens wurde gestern an der Temeswarer West-Universität in Betrieb genommen. Die IBM-Maschine hat 4.096 Rechnereinheiten und eine Lagerkapazität von 28 TB. Der Computer ist im Wert von einer Million Euro und wird vom Foschungsinstitut für Umwelt verwendet. Das Temeswarer Institut ist Teil eines europäischen Projekts im Wert von 10 Millionen Euro.

Die Temeswarer können Spaziergänge auf Luftkissen versuchen. Das ermöglicht das neue Experimentierungszentrum, ein Labor, das von der West-Universität und der Politechnischen Universität in Rumänienprämiere erstellt wurde. Das Zentrum wurde heute an der Hochschule für Hydrotechnik eingeweiht und wird über interaktive Stellen verfügen, wo die Temeswarer die Wissenschaftsmysterien erforschen können. Im Angebot sind optische Illusionen, ein Hologramm sowie der berühmte Coanda-Effekt.

Die Angestellten des Hüttenwerks Arcelor Mittal aus Hunedoara haben einen neuen Arbeitsvertrag unterzeichnet. Die Gewerkschaft erhielt infolge der Verhandlungen eine Gehaltserhöhung um 10% und die Aufstockung der Premien von 150 auf 230 Lei. Der neue Verstrag hat eine Laufzeit von 4 Jahren und kann mehrfach neuverhandelt werden. Das Hüttenwerk beschäftigt in Hunedoara rund 800 Arbeitskräfte.

Mehr als die Hälfte der Lämmer aus dem Kreis Hunedoara werden exportiert. Die Schafzüchter sagen, der Auslandsverkauf sei für sie rentabler als der Innenmarkt. Für jedes Kilogramm lebendiges Lamm erhalten sie 10 Lei. Was das Lammfleisch für die Ostermalzeit betrifft, kann man in den Markthallen des Kreises das Kilogramm für 22 Lei kaufen. Die Schäfer wollen diesen Preis bis Ende der Woche behalten.

Rumänische Wirtschaft im europäischen Kontext

Die rumänischen Staatsbürger, die im Ausland arbeiten, schicken weniger Geld nach Hause als bisher. Heuer wurde der Tiefststand der letzten 6 Jahre erreicht. In den Monaten Januar und Februar wurden 463 Millionen Euro ins Land geschickt, um ein Drittel weniger als in derselben Zeitspanne des vergangenen Jahres. Dann kamen etwa 702 Millionen Euro nach Rumänien und in den ersten beiden Monaten des Jahres 2008 sammelten sich rund eine Milliarde Euro. Die Angaben stammen von der Nationalbank Rumäniens. Erwartet wird, dass anlässlich der Osterfeiertage etwas mehr Geld aus dem Ausland nach Rumänien fließt, aber dennoch weniger als in den vergangenen Jahren. Ein Grund dafür könnten die hohen Arbeitslosenraten in Italien und Spanien sein, wo sich die meisten rumänischen Gastarbeiter aufenthalten.

Hier auch die Referenzkurse der Nationalbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern Nachmittag  mit 4Lei08 quotiert und ein US-Dollar mit 2Lei81. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei54 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei05. Ein Gramm Gold wurde auf 136 Lei und 34 Bani gewertet.

Die Spritpreise stiegen konstant innerhalb der Europäischen Union als Folge der Schwankungen auf den internationalen Öl-märkten. Auch wenn in Rumänien die Preise für Bezin und Diesel um fast ein Zentel gestiegen sind und die 6-Lei-Schranke gut überschritten haben, zählt das Land noch nicht unter den EU-Staaten mit den höchsten Spritpreisen. Rekordinhaber sind in diesem Bereich Deutschland, die Niederlande und Italien, wo die Preise zwischen 1Euro52 und 1Euro69 liegen. Frankreich schließt sich der Gruppe an. Seit dieser Woche kostet auch hier ein Liter Benzin 1Euro53.

Die rumänisch-französische Auto-marke Dacia belegt Platz 17 in der Europäischen Union, was die Ersteinschreibungen in den ersten 4 Monaten dieses Jahres betrifft. Berücksichtigt wurden 32 Automobilmarken. Eingeschrieben wurden 63.000 Dacias, um 3,7% weniger als im Vorjahr. Die Marke blieb konstant, was der Marktanteil anbelangt, bei 1,8%. Listenführer sind Volkswagen mit 414.000 eingeschriebenen Autos, gefolgt von  Ford mit 296.000 Exemplaren und Renault mit 294.000 neu eingeschriebenen Autos. Dacia wird in der Rangliste von Kia gefolgt.

Rumänien werde im kommenden Jahr das höchste Wirtschaftswachstum der neueren EU-Mitglieder erzielen, so die Einschätzungen der Wertbank. Die Experten sind der Meinung, die rumänische Wirtschaft werde in diesem Jahr um 1,5% steigen und im kommenden Jahr um 4,4%. Dafür sprechen der Optimismus im privaten Bereich, das große Exportvolumen und die steigenden Investitionen, so die Fachleute weiter. Was die alten EU-Mitgliedsstaaten betrifft, so sehen die Weltbankexperten dort einen Wirtschaftswachstum um mehr als 3,3% vor.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie erst in 2 Wochen wieder. Dann unter anderem mit einem Gespräch mit dem Banatia-Geschäftsführer Horst Martin zum 20. Jubiläum der forumsnahen Stiftung zur Wirtschaftsförderung im Banat. Nächsten Donnerstag laden wir Sie zum FunkMagazin ein. Das ist die Gemeinschaftssendung des deutschsprachigen Medienvereins FunkForum. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche und gesegnete Osterfeiertage!


04.21. WM  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 21.04.2011
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