Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 12.05.2011

Aus den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche erhalten Sie bei uns Informationen zu folgenden Kategorien:
- Anstehende Wirtschaftstermine,
- Der west-rumänische Arbeitsmarkt,
- Aus der rumänischen Wirtschaft,
- UND – regionale Wirtschaftsthemen.
Bleiben Sie dran!

Terminkalender der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs:

Der deutsch-rumänische Wirtschaftsclubs Banat veranstaltet am heutigen Donnerstag das Mai-Treffen seiner Mitglieder. Die Geschäftsleute kommen ab 19Uhr30 im neuen Restaurant Thema des City Business Centers in Temeswar zusammen, das ist am 700-ter Platz im Gebäude C des neuen Komplexes, am 1. Stock. Als Gast haben die Banater Geschäftsleute den Vertreter der einzigen Deutschen Bank in Rumänien, der ProCredit Bank in Bukarest. Heribert Kailbach stellt seine Institution vor und geht besonders auf die Bedingungen der Bank für die mittelständische Wirtschaft ein.

Die Mitglieder des deutsch-rumänischen Wirtschaftsvereins Arad kommen regelmäßig am 3. Donnerstag des Monats zusammen. Bereits gestern aber, veranstaltete die Arader Vertretung des Autobauers Mercedes, Auto-Schunn, eine Feier zum 125.sten Jahrestag seit dem Bau des ersten Automobils. Die Festveranstaltung fand beim Showroom auf der Radna-Straße statt. Auto Schunn stellt zur Zeit den Vizevorsitzenden des deutsch-rumänischen Wirtschaftsclubs in Arad.

Anstehende Termine:

Die Bürger, die ihre Gewinne aus mehreren Quellen beziehen, müssen in diesem Monat ihre Einkommenserklärung an die Finanzämter abgeben. Sie müssen die Einkommensbestätigungen von allen Arbeitsstellen einsammeln, das Formular 200 ausfüllen und das vollständige Dossier dem Kreis-Finanzamt vorlegen oder per Post schicken. Im Kreis Temesch werden rund 40.000 Einkommenserklärungen erwartet. Eingabefrist ist der kommende Montag, der 16.te Mai.

Bis zum 16.ten Mai können auch die Farmer ihre Finanzierungs-anträge für die Bearbeitung ihrer Agrarflächen bei der Agentur für Zahlungen und Eingriffe in der Landwirtschaft APIA einreichen. Nach dem 16.ten Mai werden Finanzierungsanträge noch bis zum 10.ten Juni angenommen, doch die Nutznießer verlieren je einen Prozent der Summe für jeden Verspätungstag.

Das Deutsche Kulturzentrum Temeswar sucht zum 1.sten Juni einen Sachbearbeiter  für eine Vollzeitbeschäftigung. Zuständigkeiten wären die Kundenbetreuung, interne  Verwaltung und Sekretariatstätigkeit. Gefragt sind Personen, die Deutsch und Rumänisch in Wort und Schrift beherrschen, gute Kenntnisse im Umgang mit dem Computer, Initiative und Enthusiasmus, sowie gute Kommunikationsfähigkeit vorweisen können. Bewerbungsschluss für die Stelle ist der 20.te Mai.

Der west-rumänische Arbeitsmarkt:

West-Rumänien hat auch diese Woche gute Arbeitsangebote für Arbeitslose im Landesvergleich. Im Kreis Temesch waren am Montag knappe 520 freie Arbeitsstellen angemeldet, im Kreis Hunedoara 480 und im Kreis Arad rund 340. Kreis Karasch-Severin bot hingegen auch diese Woche nur 19 freie Arbeitsstellen an. Nachwievor sind die meisten für Bewerber mit einer geringen Ausbildung sowie für unqualifizierte Kräfte.

Eine Jobbörse veranstaltet am morgigen Freitag in Temeswar die Kreisagentur für Arbeitsvermittlung. Austragunsort ist das Jugendkulturhaus. Erwartet werden auch diesmal Tausende Bewerber die entweder arbeitslos sind oder sich nach einem besseren Job orientieren.

Die Arader Kreisagentur für Arbeitsvermittlung veranstaltet ebenfalls morgen ein regionales Seminar zum Thema „Information und Kommunikation zu den Vorteilen und Opportunitäten des Eures-Netzwerks“. Eures ist das Portal der Europäischen Union zur beruflichen Mobilität. An dem Seminar beteiligen sich die Eures-Berater aus der West-Region Rumäniens, Vertreter der Handelskammern, der Arbeitgeberverbände und der Gewerkschaften.

Die Zahl der abgeschlossenen Arbeitsverträge im Kreis Karasch-Severin stieg in der letzten Woche. Laut Angaben des Kreisarbeitsamtes gehe es dabei nicht um Massenanstellungen sondern eher um Versuche zur Abschaffung der Schwarzarbeit. Auf Kreisebene wurden nur in der letzten Woche rund 1.100 Arbeitsverträge abgeschlossen. Das neue Arbeitsgesetzbuch, das Anfang dieses Monats in Kraft getreten ist, sieht unter anderem strafrechtliche Folgen für Schwarzarbeit vor.

Aus der rumänischen Wirtschaft:

Die Wirtschaft Rumäniens sei stabilisiert worden und nun seien mutmachende Maßnahmen zum Wirtschaftsaufschwung notwendig. So lautet die Schlussfolgerung der Experten des Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Kommission und der Weltbank nach der Evaluierungsmission in Rumänien. Der Delegationschef der Europäischen Kommission erklärte, ein Schlüsselelement für das Wirtschaftswachstum sei die Umstrukturierung des Energie- und des Verkehrssektors. Hier gäbe es aber Probleme, da eben aus diesen Bereichen die meisten staatlichen Unternehmen mit großen Staatsschulden kommen.

Die Regierung will die rumänische Fluggesellschaft Tarom nicht mehr privatisieren. Festgehalten wurden in der Absichtserklärung an das neue IWF-Abkommen die Privatisierung des Chemiewerks Oltchim sowie der Energiekomplexe Turceni, Rovinari und Craiova. Von Tarom soll nur ein Minderheitenpaket verkauft werden. In der Absichtserklärung der letzten Evaluierung nahm sich die Regierung vor, bis Ende April dieses Jahres einen strategischen Investor für Tarom zu finden.

Ausgeschrieben werden aber in diesem Jahr 20% der Aktien der Bahngesellschaft für Lastverkehr CFR Marfa. Die Gesellschaft wird 3.000 von den insgesamt 10.600 Angestellten entlassen, ein privates Management anstellen und die Tochtergesellschaften in die Zentraleinheit integrieren. Die Rumänische Bahngesellschaft CFR SA beabsichtigt in diesem Jahr, 1.000 Kilometer Bahnlinie zu schließen und 1.500 Arbeitsstellen umzustrukturieren. Die Entlassungen sollen ab dem 1.ten Juni getätigt werden. Aus der West-Region sollen paar Hunderte Angestellte entlassen werden. Die Behörden rechnen mit Protestaktionen. CFR SA werde nach der Umstrukturierung 4 Regionalen haben: Walachei, Banat-Altland, Siebenbürgen und Moldau sowie 8 teritorielle Strukturen für Inbetriebnahme, Wartung und Reparaturarbeiten. Infolge der Umstrukturierung soll auch die Bahngesellschaft für Personenverkehr rund 1.000 Angestellte entlassen.

Der Fleischpreis steigt weiterhin, nachdem in diesem Bereich bereits Teuerungen von bis zu 20% verzeichnet wurden. Um weitere 12% sollen die Fleichprodukte in der kommenden Zeitspanne teurer werden – so der Verband der Lebensmittelproduzenten. Auf der anderen Seite stehen die Milchprodukte, so die Angaben des Fachverbands weiter. Diese sollen nämlich billiger werden, wobei die Preise für Gemüse und Obst konstant bleiben sollen. Die Lebensmittelproduzenten erklären die Tendenz durch die Tatsache, dass die Rohstoffe von den internationalen Märkten stammen und die Preise für Sprit, Erdgas und Energie in Rumänien immer höher werden.

Hier auch die Referenzkurse der Nationalbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern Nachmittag  mit 4Lei08 quotiert und ein US-Dollar mit 2Lei83. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei54 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei12. Ein Gramm Gold wurde auf 138 Lei und 91 Bani gewertet.

Regionale Wirtschaftsthemen:

Die Gruppe Hengl Rumänien eröffnet am morgigen Freitag einen Steinbruch in der Arader Gemeinde Ususau. Aus diesem Anlass wird eine demonstrative Explosion/Implosion organisiert. Die Steinbrucheröffnung findet am europäischen Tag der Mineralien statt. Die Firmengruppe Hengl produziert und vertreibt im nördlichen NiederÖsterreich und im Großraum Wien Schotter, Asphalt, Recyclingmaterial und Transportbeton. Außerdem plant und verwirklicht das Unternehmen Tief- und Straßenbauprojekte sowohl für die öffentliche Hand als auch für den Privatkunden. Der Hauptstandort der Gruppe ist Limberg, wo sich auch das größte Schotterwerk sowie die Firmenleitung befinden.

Die Autobahnstrecke Arad-Temeswar werde nicht bis zum Jahresende fertig gebaut, wie es der Vertrag vorsieht. Das Verkehrsministerium beauftragte den Temescher Präfekten mit der Überwachung des Projekts. Dieser erklärte, die Baufirma habe zwar bestätigt, dass die Arbeiten plangemäß durchgeführt werden und zu mehr als 40% beendet sind, die Brücken und die Verkehrsknoten seien aber noch nicht da – wie er bemerken konnte. Der Präfekt schätzte ein, die noch anstehenden Arbeiten bräuchten mehr Zeit als bis zum Jahresende. Er erklärte desweiteren, die Regierung habe den Baufirmen keine Probleme mit den Zahlungen verursacht.

Fast drei Millionen Euro aus EU-Geldern sollen in die Temeswarer Stadtkasse fließen. Das Geld soll für die Sanierung der Vacarescu-Straße und des Rosen-parks ausgegeben werden. Dies versicherten Premier Emil Boc mit Tourismus- und Entwicklungsministerin Elena Udrea beim Temeswarer Besuch vom vergangenen Wochenende. Die Beiden sicherten desweiteren zu, dass 100 Millionen Euro für Infrastrukturprojekte im Verwaltungskreis Temesch zur Verfügung gestellt werden.

Die Geschäftsleute zeigten geringes Interesse an Räumlichkeiten in der frisch renovierten Theresienbastei in Temeswar. Nur 3 der insgesamt 13 zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten wurden innerhalb der ersten Versteigerungssitzung vergangene Woche ausgeschrieben. Am attraktivsten war die Räumlichkeit, die für einen Blumenhandel vorbestimmt wurde. Die Versteigerung begann bei 40 Lei pro Quadratmeter und endete bei 70 Lei. Eine nächste Sitzung für die übrig gebliebenen 10 Räumlichkeiten findet kommende Woche am Dienstag, dem 17.ten Mai, statt.


Das waren die Wirtschaftsmeldungen dieser Woche und hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in 7 Tagen wieder hier. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!


05.12. WM  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 12.05.2011
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