Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 11.08.2011

Herzlich Willkommen beim Wirtschaftsmagazin!
Aus den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche erhalten Sie Informationen aus der landesweiten und regionalen Wirtschaft aber auch über den rumänischen Arbeitsmarkt. Bleiben Sie dran!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar, jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche.

Zunächst zum Thema rumänischer Arbeitsmarkt:

West-Rumänien hat auch diese Woche gute Arbeitsangebote im Landesvergleich, auch wenn die Zahl der Gelegenheiten niedriger ausfällt als in den vergangenen Wochen. Im Kreis Temesch waren am Montag 450 Arbeitsplätze frei gemeldet, im Kreis Hunedoara 278 und im Kreis Arad 236. Wenige freie Arbeitsstellen gab es nachwievor im Kreis Karasch-Severin – diese Woche nur 9. Landesweit waren am Montag mehr als 8 Tausend freie Arbeitsstellen gemeldet. Nachwievor sind die meisten für Bewerber mit einer geringeren Ausbildung.

Die Arbeitslosenrate im Kreis Temesch nahm im vergangenen Monat ab. Im Juni lag sie bei 1,79% und im Juli bei 1,75%. In das Verzeichnis der Kreisagentur für Beschäftigung der Arbeitskräfte sind 5.800 Personen als arbeitslos aufgenommen. Kreis Temesch belegt aber den 2.ten Platz landesweit nach Bukarest, was die intelligentesten Arbeitslosen betrifft. 14,2% der nicht Angestellten haben einen Hochschulabschluss. Andererseits ist auch die Zahl der arbeitenden Hochschulabsolventen im Kreis Temesch sehr hoch.

Die Arbeitgeber im Kreis Arad können diese Woche noch die Arbeitsbücher ihrer Angestellten vom Arbeitsamt abholen. Endtermin dafür ist der 15. August. Ab dem 16. August können dann die Arbeitnehmer selbst ihre Arbeitsbüchlein abholen. Die Dokumente bezeugen das Rentenalter und die bezahlten Sozialbeiträge. --- Mehr als 17.000 Arbeitsbücher liegen noch beim Arbeitsamt in Hunedoara. Hier lief der Abholtermin bereits am 1.sten Juli ab. Die meisten nichtabgeholten Dokumente gehören den Bürgern, die inzwischen eine Arbeit im Ausland gefunden haben.

Wir machen weiter mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche – jetzt mit regionalen Themen:

Die Autobahn Arad-Temeswar soll am 15.ten Dezember dieses Jahres dem Verkehr frei gegeben werden. Dies erklärte Premier Emil Boc nachdem er diese Woche die Baustellen an der Autobahn besuchte. Zur Zeit seien die Arbeiten zu 75% getan. Bis Ende dieses Jahres werde die gesamte Strecke befahrbar sein, doch die Arbeiten sollten bis Mitte 2012 fortgeführt werden. Problematisch sind nachwievor 2 Kilometer in der Nähe des Arader Flughafens, wo die Arbeiten aus bürokratischen Gründen verspätet wurden. Was die Anknüpfungspunkte der Autobahn betrifft, sollen die Arbeiten an der Strecke Temeswar-Lugosch noch in diesem Monat starten und an der Strecke Arad-Nadlak im kommenden Monat, so Boc weiter. Der Premierminister äußerte sich auch zum Thema Südsektor der Umgehungsstraße von Temeswar: Sie befinde sich in einer Projektphase und soll in der Zeitspanne 2013-2020 gebaut werden, erklärte desweiteren Emil Boc.

Die Ausschreibung für die ökologische Mülldepponie des Kreises Temesch könnte im Monat September eingeleitet werden. Die Kommunalverwaltungen aus dem Kreis bestätigten diese Woche die Kompetenzübergabe für die Müllentsorgung an den Kreisrat. Die Verwaltung der Mülldepponie bei Ghisela wird international ausgeschrieben.

Sie hören die Wirtschaftsmeldungen der Woche und wir kommen zu den Themen aus der rumänischen Landeswirtschaft:

Der negative Trend auf den internationalen Märkten infolge der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA wurde diese Woche auch in Rumänien spürbar. Die Wertpapierbörse in Bukarest schloss am Montag mit einem Minus von 7,4% und somit mit dem bis dahin höchsten Rückgang der letzten 15 Monate. Die Lage verschlechterte sich am Dienstag. Die Bukarester Börse verzeichnete einen Rückgang um 12% und somit den abruptesten Sturz Europas. Die wichtigsten europäischen Börsen schlossen den Dienstag mit einem Minus von 4 bis 6%. Am gestrigen Mittwoch entspannte sich dann die Lage etwas infolge der Ankündigung der amerikanischen Notenbank, den Leitzins noch mindestens zwei Jahre lang quasi bei Null zu belassen. Neue Turbulenzen entstanden am heutigen Donnerstag, infolge der Gerüchte einer möglichen Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs. Die Gerüchte wurden sowohl von den Ratingagenturen als auch von Paris dementiert.

Der Crash der Bukarester Wertpapierbörse werde keine starken Auswirkungen auf die rumänsiche Wirtschaft haben – erklärte am Dienstag der Berater des Notenbankgouverneurs Adrian Vasilescu. Die Beziehung Wirtschaft – Börse sei in Rumänien nicht so stark wie in anderen Ländern. Der Börsencrash in Bukarest sei keine Folge der rumänischen Wirtschaft sondern der hohen Nervosität auf den internationalen Märkten – so Vasilescu weiter.

Rumänien sei makroökonomisch stabil, erklärte Premierminister Emil Boc, nur es müssee darauf achten, was sich auf den internationalen Märkten zuträgt. Das Land solle weiterhin vorsichtig mit der Währungs- und Steuerpolitik umgehen und das geplante Haushaltsdeffizit von 3% im kommenden Jahr beibehalten – so der Premier weiter. Finanzminister Gheorghe Ialomiteanu sagte seinerseits, die Wirtschaft Rumäniens befinde sich noch in einer positiven Phase nur könne sie von der schlechten Konjunktur negativ beeinflusst werden.

Man könne noch nicht über eine neue Krise sprechen – behauptete am Diensatg-Abend Staatschef Traian Basescu. Er traf sich davor mit Premier Emil Boc, Finanzminister Gheorghe Ialomiteanu sowie Nationalbankgouverneur Mugur Isarescu und analysierte den aktuellen Stand der Weltwirtschaft. Das, was wir in diesen Tagen erleben, sei die normale Wirkung der Märkte auf unüberzeugende Maßnahmen in Europa und den USA. Rumänien müsse weiterhin vorsichtig sein und sein noch labiles makroökonomisches Gleichgewicht beibehalten – so Basescu weiter. Der Staatschef appelierte an die Politiker, nicht mehr der Bevölkerung Einkommenserhöhungen zu versprechen, da populistische Maßnahmen zu diesem Zeitpunkt fatal für Rumänien sein könnten.

Die Regierung blockiert teilweise im nächsten Jahr die freigewordenen Stellen im öffentlichen Bereich. Eine freie Stelle von 7 wird nur besetzt – erklärte Premier Boc. Nur so könnten die Staatsangestellten einen Teil ihrer Gehaltskürzung vom vergangenen Sommer zurück gewinnen. Kürzen werde man aber die Gehälter nicht mehr, so der Premier, auch wenn die Wirtschaftskrise wieder eintreten sollte. Die Regierung habe bereits im vergangenen Jahr die notwenigen Kürzungen vorgenommen und könne es sich leisten, das so entsandene Haushaltsdeffizit selbst zu finanzieren.

Die Exekutive beglaubigte gestern Abend die Steuer- und Haushaltsstrategie bis 2014. Darin festgehalten seien ausschließlich die Maßnahmen, die mit dem Internationalen Währungsfonds erörtert wurden – erklärte Finanzminister Ialomiteanu. Gesenkt werden sollen demnach die Personalkosten, dafür aber die Investitionen erhöht. Das Ziel des Haushaltsdeffizits beträgt 3% im nächsten Jahr, 2,5% im Jahr 2013 und 2,2% im Jahr 2014.

Die Nationalbank Rumäniens revidierte nach unten die Inflationsprognose für dieses Jahr. Man habe das Inflationsziel von 5,1 auf 4,6% abgestuft, erklärte der Notenbankgouverneur Mugur Isarescu. Im Monat Mai hatte die Zentralbank das Inflationsziel von 3,6 auf 5,1% angehoben.

Hier auch die Referenzkurse der Nationalbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern Nachmittag mit 4Lei26 quotiert und ein US-Dollar mit 2Lei96. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei55 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei09. Ein Gramm Gold wurde auf 167 Lei und 3 Bani gewertet.

Hiermit endet auch das heutige Wirtschaftsmagazin. Mit weiteren Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in 7 Tagen wieder. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

08.11. WM  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 11.08.2011
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