Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 01.09.2011

Aus den Wirtschaftsmeldungen der Woche erhalten Sie  heute Informationen aus der landesweiten und regionalen Wirtschaft aber auch Einiges zum Thema Urlaub und Kuriostitäten. Bleiben Sie dran!
 
Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar, jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche.

Rumänien darf nicht mehr mit den sogenannten "grünen Zertifikaten" handeln. Das internationale Fachkomitee, das die Einhaltung des Kyoto-Protokolls bezüglich des CO2-Ausstoßes kontrolliert, hat dies am Wochenende in Bonn beschlossen. Die diesbezüglichen Messungen könnten in Rumänien nicht professionell durchgeführt werden, lautet die Begründung dafür. Rumänien hatte einen Überschuss von 300 Millionen Grünen Zertifikaten, die 2009 auf einen Wert von drei Milliarden Euro geschätzt wurden. 2011 ist der Stückpreis allerdings um fast die Hälfte auf runde 5 Euro gesunken. --- Die Entscheidung der international zuständigen Behörden veranlasste Umweltminister Laszlo Borbely, Köpfe rollen zu lassen. Der Präsident der Nationalen Umweltagentur, Josef Nagy, reichte am Montag seinen Rücktritt ein aber auch der Vizepräsident müsse gehen, sagte Borbely am Tag darauf. Bereits vergangene Woche, als bekannt wurde, dass die Suspendierung der "grünen Zertifikate" ansteht, hatte Premierminister Emil Boc die Absetzung des Agenturleiters gefordert. Nagy selbst sagte, seine Vorgänger hätten schlechte Arbeit geleistet und seit seinem Amtsantritt 2010 habe er ständig versucht, Korrekturen vorzunehmen. Minister Borbely sagte in einem Interview im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, er hoffe, dass der Stopp des Emissionshandels nur bis Ende dieses Jahres anhält.

Das Unternehmen, das den höchsten Gewinn in Rumänien im Jahr 2010 erzielte, verfügt weder über einen fabelhaften Sitz noch über Angestellte. Gemäß der Bilanz, die auf der Internetseite des Finanzministeriums veröffentlicht ist, gab das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Gewinn von 17 Milliarden Lei an (das sind umgerechnet 4 Milliarden Euro). Die Firma ist kein bekanntes Unternehmen und zog die Aufmerksamkeit der Fachleute auf sich, nachdem sie auch im vergangenen Jahr den höchsten Gewinn für 2009 angab. Innerhalb des vergangenen Jahres stieg ihr Gewinn um weitere zwei Millarden Lei, ohne dass das Unternehmen zusätzliches Personal anstellt. Das Unternehmen ist in einem Dorf im Kreis Brasov eingetragen und im Immobilienbereich tätig.

Die rumänischen Staatsbürger sparen mehr. Die Bankeinlagen der Rumänen in Landeswährung stiegen auf insgesamt 177 Milliarden Lei, so Angaben der Nationalbank Rumäniens. Die Einlagen der Unternehmen und der natürlichen Personen stiegen im Juli um 1,7 Prozent im Vormonatsvergleich und um 5,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Auch die Einlagen der rumänischen Bevölkerung in Euro stiegen im Vormonatsvergleich um 1,9 Prozent, während die der Unternehmen um 13 Prozent gesunken sind. Ende Juli 2011 hatte die rumänische Bevölkerung 110 Milliarden Lei in Landeswährung bzw. ausländischer Währung auf ihren Bankkonten.

Rumänien werde in naher Zukunft zwei Goldgruben eröffnen, die von rumänischen Unternehmen verwaltet werden. Dies erklärte der rumänische Staatschef Traian Bãsescu. Die eine Erzlagerstätte soll 50 Tonnen Goldvorkommen aufweisen, die andere rund 54 Tonnen, so Bãsescu weiter. Der Staatspräsident wollte keine genauen Angaben zu den Gebieten mit Goldvorkommen machen. Präsident und Regierung plädieren auch dafür, die Entwicklung des kanadischen Goldgewinnprojekts im rumänischen Rosia Montana zu fördern. Es sei keine geringe Sache, auf mehreren Tonnen Gold zu sitzen, sagte in diesem Kontext Rumäniens Arbeitsminister Sebastian Lazaroiu. Staatschef Traian Basescu forderte seinerseits, die Goldreserven des Landes von 130 auf künftige 200 Tonnen aufzustocken.

Hier auch die Referenzkurse der Nationalbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern Nachmittag mit 4Lei22 quotiert und ein US-Dollar mit 2Lei92. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei55 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei19. Ein Gramm Gold wurde auf 171 Lei und 63 Bani gewertet.

Aus der regionalen Wirtschaft:

Die Temescher Behörden bewerten die alternativen Energiequellen des Kreises. Die Agentur für Wirtschaftsentwicklung des Kreises ADETIM bestellte eine Studie darüber, die von einem deutschen Unternehmen erstellt wurde. Darin wird festgehalten, dass das größte Naturreichtum des Kreises die thermische und geotermale Energie sei. Mehr als die Hälfte des Temescher Bodens verfüge über ein geotermales Potential von 100 Grad Celsius. In den Gegenden um Hatzfeld/Jimbolia und Giera sowie die um Großsanktnikolaus/Sannicolau Mare und Saravale steige das Potential auf 130 bis 150 Grad Celsius. Das Thermalwasser, dass in der Kanalisation des Kreises landet, könnte 60.000 Megawatt im Jahr produzieren. Der Biomüll des Kreises könnte dann noch weitere 5.000 Megawatt erzeugen – so die deutschen Fachleute weiter. Die Europäische Union fördert die Projekte zur Gewinnung von erneuerbarer Energie zu 98%.

Die Temeswarer sind nicht mehr an Versteigerungen der beschlagnahmten Ware durch das Finanzamt interessiert. Wenn in den vergangenen Jahren fast alles verkauft wurde, waren es in diesem Jahr nur 29 Personen, die irgend einen Gegenstand bei den mehr als 250 Versteigerungen erworben haben. Demzufolge sind auch die Einnahmen des Temescher Steueramtes gesunken, so der Institutionsleiter Mircea Calin. Gemäß der internen Verordnungen werden die beschlagnahmten Güter vor der Versteigerung bewertet. In einer ersten Phase ist der Startpreis dem Marktpreis gleich. Bei der 2. Ausschreibung wird dann der Startpreis um 25% verringert und bei der 3. ist er um 50% niedriger. Dann werden auch die meisten Gegenstände erworben, so der Direktor des Kreissteueramtes.

Temeswar ist in diesem Jahr in Premiere Gastgeber einer Fahrradmesse. Diese soll im Freien am 17. September im Stadtzentrum organisiert werden. Anlass dazu gibt die Woche der europäischen Mobilität. Zur Radmesse können sich sowohl Unternehmen als auch natürliche Personen einschreiben. Sie müssen dazu einen Absichtsbrief mit Fotos der zum Verkauf angebotenen Ware bei der Stadtverwaltung einreichen. Die Dossiers werden bis zum 5. September entgegen genommen. Zugelassen werden Fahrräder, Dreiräder, Roller, Rollschuhe und Skateboards.

Das neue Niederflur-Straßenbahn-Modell "Imperio" wurde vergangene Woche dem breiten Publikum gezeigt. Aufgestellt wurde es vor dem Arader Rathaus amlässlich der Festtage der Stadt. Für die Entwicklung des Prototypen ist Siemens zuständig, produziert wird das neue Modell auf der Plattform des Waggonbau-Unternehmens Astra Vagoane Cãlãtori in Arad. Die neue Straßenbahn verfügt über 168 Sitz- bzw. 240 Stehplätze, Klimaanlage sowie Einstiegsrampen für Rollstühle und Kinderwagen. Der Erwerbspreis eines solchen Waggons liege bei etwa zwei Millionen Euro, wobei der durchschnittliche Marktpreis rund 2,5 Millionen Euro betrage, so der Arader Unternehmensinhaber Valer Blidar. Nach seiner Einschätzung liege der Bedarf an Straßenbahnen in Rumänien bei 1.000 Stück. Die Arader Kommunalverwaltung beabsichtigt, für den kommunalen Nahverkehr zehn solche Waggons zu kaufen. Interesse an dem neuen Imperio-Tramwagen zeigte auch eine Delegation der ungarischen Partnerstadt von Arad Pecs, aber auch Vertreter der Temeswarer Stadtverwaltung. --- Laut Medienberichten soll Siemens in das Projekt rund sechs Millionen Euro investiert haben. Der Deal wurde nach stockenden zweijährigen Verhandlungen Anfang vergangenen Jahres abgeschlossen. Astra Vagoane Cãlãtori und Siemens kennen sich bereits von einer früheren Kooperation. Die beiden Unternehmen entwickelten und produzierten vor einigen Jahren einen modernen Schnellzug, den "Blauen Pfeil" ("Sãgeata Albastrã"), für die rumänische Bahngesellschaft CFR. Die Arader Züge der Siemens Desiro-Fahrzeugfamilie gehören zu den modernsten, die über Rumäniens Schienen rollen.

Die Stadt Reschitza im Banater Bergland wird die 3. Ortschaft Rumäniens, in welcher Automaten für das Outdoor-Recycling aufstellt werden. Die Stadtverwaltung reichte bereits die Dokumentation ein, um dafür eine EU-Finanzierung im Wert von vier Millionen Euro zu erhalten. Das Projekt sieht vor, dass 21 Automaten auf den Straßen von Resita aufgestellt werden. Diese werden die Plastikflaschen nach Größe und Farbe sortieren können. Die Machbarkeitsstudie wurde bereits vom Stadtrat genehmigt, sagte Bürgermeister Mihai Stepanescu. Die Studie kostet 80.000 Euro und stellt die notwendigen zwei Prozent Mitfinanzierung durch die Kommunalbehörden dar. Den Rest des Geldes soll die Europäische Union zur Verfügung stellen, so Bürgermeister Stepanescu weiter.

Die Zahl der Öko-Bauern ist 2011 im Verwaltungskreis Karasch-Severin gegenüber dem Vorjahr um etwa 15 Mal gestiegen. Beim Landwirtschaftsamt des Kreises haben sich in diesem Jahr über 600 Bauern als Erzeuger von Öko-Produkten angemeldet. Die meisten Ökobauer beschäftigen sich mit der Obstproduktion in den Gemeinden Cornereva, Domaºnea, Teregova, Zãvoi und Armeniº. Ökolandwirtschaft wird im Kreis Karasch-Severin auf einer Gesamtfläche von 5.000 Hektar betrieben.

Die dakischen Burgen in den Brooser Bergen / Munþii Orãºtiei im Verwaltungskreis Hunedoara werden in ein 3D Virtualmuseum aufgenommen. Es geht um ein Projekt der Dozenten und Studenten der Babeº-Bolyai-Universität und der Technischen Universität Klausenburg. Das Vorhaben wurde in Sarmizegetusa Regia anlässlich der ersten Auflage der Offen Tore vorgestellt. Eingescannt werden die über 2000 Jahre alten archäologischen Funde. „Das viruelle Dakien” / „Dacia virtualã” wird auf einer Internetseite veröffentlicht, wahrscheinlich im Herbst dieses Jahres, so die Projektleiter.

Und schließlich zum Thema Urlaub und Kuriositäten:

Das Programm „Schwarzmeerküste für alle“ ist am Start. Mehr als 40 Hotels stellen den Touristen zwischem dem 1. September und dem 15. Oktober dieses Jahres rund 6.500 Plätze pro Woche zur Verfügung. Die Preise für eine Woche am Meer liegen zwischen 179 Lei pro Person in Ein-Stern-Hotels ohne Frühstück und 549 Lei pro Person für 5-Sterne-Hotels mit Frühstück. Die Toursiten erhalten auch Gutscheine für einen kostenlosen Besuch des Geschichtemuseums, des Volkskunstmuseums oder des Aquariums in Konstantza. Reservieren kann man bei allen Reiseagenturen, die vom Nationalen Verband der Reiseagenturen in Rumänien (ANAT) akreditiert sind. Insgesamt können von diesem Programm rund 40.000 Bürger nutznießen.

Der deutsche Reisekonzern Thomas Cook AG biete ab kommendem Jahr erneut Rumänienreisen an. Dies werde über den Markenveranstalter Neckermann erfolgen, sagte Rumäniens Tourismusministerin Elena Udrea. Neckermann hatte 2006 Rumänien aus seinen Katalogen gestrichen, da die Kunden mit den Hotels und dem Service an der rumänischen Schwarzmeerküste unzufrieden waren.

Ein Ohrring mit einer Länge von über 470 Metern wurde am Wochenende innerhalb der Festtage der west-rumänischen Grenzstadt Nadlac vorgestellt. Hergestellt wurde er von Adrian Haiduc, der rund acht Monate daran gearbeitet hatte. Das Schmuckstück wurde von dem rumänischen Model Simona Trasca getragen. Ihr wurde dabei von weiteren Models geholfen, den Ohrring auf die Bühne zu bringen. Das riesige Schmuckstück besteht aus drei Kettchen. Diese waren zum Teil ins Haar des Models geflochten und dienten auch als Halskette. Vertreter des rumänischen Instituts für Messungen gaben bekannt, dass der Ohrring eine genaue Länge von 472,66 Metern aufweist.

Ein Pianino, an dem Johannes Brahms gespielt hat, wird in Temeswar zum Verkauf angeboten. Die Versteigerung des Musikinstruments findet am 10. September innerhalb des Marien-Balls statt, der vom Malteser Hilfsdienst im Continental-Hotel veranstaltet wird. Das Klavier ist 200 Jahre alt, stammt aus der Schweiz und wurde von berühmten Herstellern gefertigt. Auf dem Instrument ist eine Plakette angebracht, auf der verzeichnet wird, dass Brahms am 15. August 1888 an dem Pianino gespielt hat. Die Versteigerung fängt bei 500 Euro an.

Hiermit endet auch das heutige Wirtschaftsmagazin. Mit weiteren Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in 7 Tagen wieder. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 01.09.2011
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