Banater Zeitung

Filmreihe: Wahrheit, 24 mal pro Sekunde - Heima

Es sind bewegende Bilder einer Welt, wo die Natur noch scheinbar unangetastet geblieben ist. Scheinbar, findet die Band Sigur Ros, die genauso einzigartig ist, wie die Landschaften ihres Herkunftslandes Island. Sie und ihre Heimat stehen im Mittelpunkt des Dokumentarfilms Heima. 
Ein Film über eine Musikgruppe und ihre isländischen Wurzeln. Foto: Peter Mooibroek

Heima


2007 erschien der Film von Dean DeBlois, der versucht, das Charakteristische an Island in wunderschönen Bildern einzufangen. Es verschmelzen zwei Welten in Heima: die Flora und die expandierende Industrie.  Hier herrscht ein andauernder Konflikt, der auch von der Band Sigur Ros thematisiert wird. Die schönsten Momente des Films sind oft stille, meditative Einzelaufnahmen von alten, verfallenen Hütten, Fabriken und Flugzeugen. Es ist eine manchmal scheinbar verlassene Welt und dann wiederum zeigt DeBlois den Reichtum Islands, mit ihren interessanten Menschen und dem einfachen Leben, dass oft woanders fehlt. Aus denn stillen Momenten heraus, bezaubert dann immer wieder Sigur Ros mit ihrer Musik und die Stimme Jon Thor Birgissons. Nach einer erfolgreichen Welttournee in 2006 kehrt die Band zurück nach Hause und gibt im ganzen Land Konzerte. Der Abschluss findet in der Hauptstadt statt, in Reykjavík. Ihre Island-Tournee führt sie durch kleine Dörfer und durch die isländischen Heiden. In einem Gebiet singt die Band, bevor ein Staudamm dafür sorgt, dass die ganze Gegend überschwämmt wird. 

Der Film wird durch die bewegenden Bilder, der einfülsamen Pausen und meditativen Stille, gepaart mit der Musik Sigur Ros zu einer spirituellen Reise für den Zuschauer, der in Heima mehr findet, als bloß das Portrait eines Landes oder einer Kultur. Es ist ein seelischer Trip, denn worauf es ankommt, sind die menschlichen Werte. Der Respekt gegenüber dem anderen und gegenüber der Natur. Es bietet eine Rückbesinnung auf die moralischen Werte, die stets als Anker für den Menschen dienten und ohne die wir ziellos umher irren und nach den falschen Dingen streben. Darin liegt das Geheimnis dieses Dokumentarfilms, der mehr tut, als eine Musikband vorzustellen. 

Höhepunkte sind einzelne Konzerte, die Sigur Ros in Island abhielten. Die Band versteht es, einmalige Schauplätze zu finden. So hauchen sie einer alten Fischfabrik wieder Leben ein, nachdem diese vor Jahren geschlossen und das Dorf, das sich um die Fabrik herum gebildet hatte, ruinierte. Die alten Hallen verwandelt die Band in einen Altarraum. Es wird keine Religion gepredigt, sondern erneut geht es nur um das Wesentliche, das durch Religion eigentlich nur ausgedrückt wird: Um die menschliche Seele.


 Robert Tari, Temeswar, 03.11.2011
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