Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 12.01.2012

Aus den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche erhalten Sie bei uns Informationen aus dem rumänischen Finanz- und Bankwesen, aus der Landes- und Regionalwirtschaft, zu den Perspektiven der Ratingagenturen und zum Arbeitsmarkt. Bleiben Sie dran!

Allem vorab - eine Information über die Tätigkeit der deutschen Wirtschaftsvereine:

Der deutsch-rumänische Wirtschaftsclub Banat in Temeswar veranstalten in diesem Monat kein Treffen seiner Mitglieder. Daher sind die Geschäftsleute zum Treffen des deutsch-rumänischen Wirtschaftsvereins Arad eingeladen. Der Arader Wirtschaftsclub veranstaltet am 20. Januar Eine traditionelle banat-schwäbische Schweineschlacht in Sanktanna. Das Thema des Wirtschafrstreffens lautet „Zwischen Tradition und Überlebensstrategie - Die Schweineschlacht im Banat“. Eingeladen sind alle Geschäftsleute aus dem Banat. Anmeldungen hierfür sind erwünscht unter der E-Mail-Adresse info@drw.ro.

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Beginnen wollen wir mit Perspektiven der Ratingagenturen und Informationen aus dem rumänischen Bankwesen:

Die Ratingagentur Moody´s geht in diesem Jahr von einem Wirtschaftswachstum in Rumänien von 2,2 Prozent aus. Das obwohl sie wegen schlechter Konjunktur in der Eurozone für das Land rückläufige Exporte voraussagt. Die erwartet niedrigeren Exporte könnten durch die Absorbtion von EU-Fördermitteln ausgeglichen werden. In rumänischen Regierungskreisen wird 2012 mit EU-Geldern in Höhe von sechs Milliarden Euro gerechnet. Moody´s geht von einer Inflationsrate von drei Prozent aus - was so in etwa dem Ziel der Rumänischen Notenbank entspricht.

Die Nationalbank Rumäniens senkte vergangene Woche den Leitzins um ein Viertel Prozentpunkt von 6 auf 5,75%. Als Begründung nannten die Fachleute die Bremsung der Inflation, die in den letzten Monaten spürbar wurde. Rumänien war das erste Land unter den neuen Mitgliedern der Europäischen Union, das den Leitzins im Mai vergangenen Jahres zurück schraubte, um die Wirtschaft anzukurbeln. Im Monat November ging dann der Leitzins um weitere 0,25% zurück.

Hier auch die Referenzkurse der rumänischen Notenbank für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern mit 4Lei36 quotiert – um 4 Bani mehr als vor einer Woche und ein US-Dollar mit 3Lei41, um 9 Bani mehr im Vergleich zur letzten Woche. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei40 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei20. Ein Gramm Gold wurde auf 180 Lei und 41 Bani gewertet - um fast 10 Lei mehr als vor einer Woche. Das alles zeigt eine allgemeine Schwächung der rumänischen Landeswährung in den letzten 7 Tagen.

Neue Regelungen der Nationalbank Rumäniens im Bereich der Krediterteilung treten Ende dieses Monats in Kraft. Für Konsumkredite wird die Dauer der Rückzahlung auf 5 Jahre beschränkt, für Hypotheken- oder Immobilienkredite wird der Prozentsatz der Vorzahlung abgeändert: Die Kunden, die ihr Einkommen in Lei erhalten, müssen mindestens 15% der beantragten Summe im Fall der Euro-Kredite vorbezahlen bzw. minestens 40% für Kredite in US-Dollar, schweizer Franken oder japanischen Jen. Das Regierungsprogramm „Erstes Haus“ ist von diesen neuen Regelungen nicht betroffen.

Die Bukarester Börse hat nach 16 Jahren einen neuen Präsidenten. In diesem Amt wurde am Montag der Chefvolkswirt bei der Kommerzbank Rumäniens BCR Lucian Anghel im Alter von 39 Jahren gewählt. Dies verzeichnet der Rumänien-Online-Kourier. Anglel wurde im Dezember vergangenen Jahres überraschend von einer Gruppe von Aktionären vorgeschlagen. Er hat sich nach einer fast zehnstündigen Wahl mit 48% der Stimmen gegen den anderen Kandidaten durchgesetzt.

Aus der landesweiten Wirtschaft Rumäniens:

Die Privatisierung der maroden Staatsunternehmen hat sich die Regierung zur obersten Priorität im laufenden Jahr erklärt. „Es ist leider so, dass diese Unternehmen schon seit zwei Jahrzehnten Verluste schreiben und bislang niemand den Mumm hatte, ‚es reicht’ zu sagen.“ – erlärte Ministerpresident Emil Boc. Die Lösung sei – so der Premier – die zügige Privatisierung dieser Unternehmen oder die Einsetzung eines externen, privaten Managements.

Der amerikanische Automobilbauer Ford bringt seit Anfang dieser Woche 150 deutsche und britische Ingenieure in sein Autobauwerk in Craiova. Diese sollen die Serienproduktion des Kleinwagens B-Max und des neu entwickelten EcoBoost-Motors in die Gänge bringen, berichtete die online-Ausgabe der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien. Seine Ingenieure lässt Ford in den nächsten acht Monaten mit einem Charterflug aus London und Köln nach Craiova jeden Montag einfliegen und jeden Freitag dann fürs Wochenende wieder heimfliegen. Die Ingenieure stammen aus den Ford-Entwicklungszentren in Deutschland und Großbritannien. Den Prototypen des B-Max produzierte Ford bereits im Sommer vergangenen Jahres. Die Serienproduktion des Kleinwagens soll letzten Informationen zufolge im Mai starten. Sowohl das Wagenmodell als auch die verbrauchsarmen Ein-Liter EcoBoost-Dreizylinder mit Benzindirekteinspritzung sollen ausschließlich in der Motorenfabrik in Craiova hergestellt werden.

Die Treibstoffpreise waren am vergangenen Wochenende an den Zapfsäulen in Rumänien erneut in die Höhe geklettert. Das war die bereits zweite Preissteigerung seit Jahresbeginn. Laut einschlägigen Daten der EU-Kommission hat sich Sprit hierzulande im Zeitraum 2009−2011 erheblich verteuert. In Euro ausgedrückt sind es um mehr als 84% bzw. in der Landeswährung Leu um 82%. Fahrer in Rumänien berappten zum 12. Januar 2009 0,66 Euro bzw. 3 Lei für einen Liter Super − am 19. Januar 2011 kostete er bereits mehr 1,2 Euro bzw. 5,6 Lei, so die Statistiken aus Brüssel.

Sechs führende Ölkonzerne sind von der rumänischen Wettbewerbsbehörde mit einer Geldstrafe von umgerechnet 205 Millionen Euro belegt worden. In den Jahren 2007 - 2008 sollen sie nach einer Preisabsprache den Treibstoff Eco-Premium vom Markt geholt haben. Es ist dies die höchste Strafe, die die rumänische Wettbewerbsaufsicht je verhängt hat und die einzige Geldstrafe gegen Ölkonzerne in Europa überhaupt.

Die rumänische OMV-Tochter Petrom und der US-Ölkonzern ExxonMobil suchen nach Erdöl im Schwarzen Meer. Die Explorationsbohrungen in rund 1000 Meter Tiefe werden in einem Teil des 170 Kilometer vor der Küste entfernten Ölfeldes „Block Neptun“ durchgeführt und sollen binnen 90 Tagen abgeschlossen werden. Das teilte Petrom am Montag mit, zitiert von der Nachrichtenagentur Mediafax. Zum Einsatz kommt dabei zum ersten Mal eine Tiefseesonde im Schwarzen Meer. Die Bohrung wird vom Schiff Deepwater Champion aus durchgeführt.

Nun zu Themen aus der regionalen Wirtschaft:

Sehr wenige freie Arbeitsstellen waren diese Woche in West-Rumänien verfügbar. Im Kreis Temesch waren es 263 belegbare Jobs für Arbeitslose, im Kreis Arad 74, im Kreis Hunedoara 51 und im Kreis Karasch-Severin nur 2. Landesweit waren am Montag 3.800 freie Arbeitsstellen gemeldet, die meisten davon nachwievor für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung.

Das historische Stadtzentrum Temeswars wird bis 2015 saniert. Die ersten Arbeiten sollen in diesem Sommer am Freiheitsplatz und am Sankt-Georgs-Platz beginnen. Die Sanierungsarbeiten sollen dann ab September kommenden Jahres auch am Domplatz durchgeführt werden. All diese sollen bis 2015 beendet werden, erklärte Bürgermesiter Gheorghe Ciuhandu. Er bewertete die Arbeiten auf 65 ein Halb Millionen Lei. Das Geld soll hauptsächlich von der Europäischen Union kommen und Beiträge vom Staatshaushalt und vom Kommunalhaushalt beinhalten.

Die Fußgängerbrücke bei Arad über die Marosch, die den Neptunstrand mit dem Stadtzentrum verbinden soll, wird frühestens 2013 fertig sein. Die Stadtverwaltung hat die Arbeiten ausgeschrieben. Projekt-Bewerbungen werden bis zum 18 Januar erwartet. Das Projekt sieht den Bau einer 210 Meter langen Pasarelle vor. Die Dauer der Arbeiten wurde auf 15 Monate geschätzt, die Investition auf 12 Millionen Lei.

Eine Bewerbung für die Ausschreibung der Arbeiten an Fahrradwegen in Arad wurde mit verfälschten Dokumenten belegt. Drei Dokumente, die angeblich vom Temeswarer Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu unterzeichnet waren, wurden in Arader als verfälscht enttarnt. Dabei handelt es sich um das Protokoll zur Übergabe der Arbeiten am Rebreanu-Boulevard sowie um zwei Empfehlung für die Übernahme von ähnlichen Arbeiten in Arad - alle zugunsten einer Baufirma des Vorsitzenden der Temescher Handelskammer Georgica Cornu. Der Geschäftsmann erklärte, er wüßte nichts über diesen Zwischenfall. Die Stadtverwaltungen in Temeswar und Arad weigerten sich bisher, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Diese soll sich nun selbst einschalten und auch die beiden Institutionen für die Verschweigung der entdeckten Tat strafrechtlich verfolgen.

Die Kommunalsteuern 2012 für Wohnungen, Gelände und Fahrzeuge auch bekannt hierzulande als Lokalsteuern können ab diesem Monat entrichtet werden. Diese werden per Quartal bezahlt. Für Terminüberschreitungen werden Strafen hinzugerechnet, für die Vorbezahlung für das gesamte Jahr bis zum 31.sten März gibt es Vergünstigungen um bis zu 10%. In Temeswar kann man die Lokalsteuern ab kommenden Montag entrichten. Die Schalter der städtischen Steuerbehörde in Arad sind ebenfalls ab Montag offen. In Reschitza kann man bereits die Lokalsteuern auszahlen.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie am kommenden Donnerstag wieder. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 12.01.2012
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