Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 09.02.2012

Aus den Wirtschaftsmeldungen der Woche erhalten Sie Informationen aus der landesweiten und regionalen Wirtschaft. Gegliedert sind die Meldungen in mehreren Gruppen:
- Aus der Tätigkeit der deutschen Wirtschaftsvereine,
- Themen aus der lokalen Wirtschaft
- Wirtschaftspolitik und neue Regierungsziele,
- Neues aus dem Finanz- und Banksektor,
- Sowie der Arbeitsmarkt Rumäniens und die Lohnstatistiken vor Ort.
Bleiben Sie dran!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Allem voran - Informationen aus der Tätigkeit der deutschen Wirtschaftsvereine:

Der deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat kommt am heutigen Donnerstag zum ersten Treffen in diesem Jahr zusammen. Vorgesehen ist die verschobene Vollversammlung des vergangenen Jahres. Auf der Tagesordnung stehen der Bericht des Vorstands über das Jahr 2010 mit Vorlage der Bilanz und Bericht des Zensors, die Entlastung des Vorstands für das Jahr 2010 durch die Vollversammlung und Sonstiges. Im Anschluss stehen weitere Diskussionsthemen auf dem Programm, darunter das Angebot des Deutschen Kulturzentrums Temeswar für dieses Jahr, das Ausbildungsangebot der Deutsch-Rumänischen Stiftung in Temeswar sowie das Temeswarer Filmprojekt „4 Schicksalsschläge“. Das Treffen findet ab 20 Uhr im Restaurant Thema des Temeswarer City Business Centres statt.

Das erste 200-seitige Magazin der deutschen und deutschsprachigen Wirtschaftsclubs in Rumänien erscheint im Monat März. Es umfasst Reportagen über deutsche, österreichische und schweizerische Unternehmen in Rumänien. Das deutsch-englische Magazin soll alle 2 Jahre herausgegeben und in 20 Tausend Exemplaren gedruckt werden. Die Publikation soll Investoren informieren und einen Überblick über wirtschaftlich relevante Daten und Fakten in Rumänien geben. Für Unternehmen, die noch eine Reportage über sich im Magazin platzieren wollen, gibt es noch als Anmeldefrist den 15. Februar. Informationen über Tarife sind beim Herausgeber EUROPEAN BUSINESS SERVICE in Hermannstadt und bei den jeweiligen Wirtschaftsclubs erhältlich.

Zu den Meldungen aus der lokalen Wirtschaft:

Der Temeswarer Stadtrat beglaubigte am Dienstag den Kommunalhaushalt für 2012. Die Stadt verfügt über das meiste Geld bisher überhaupt Dank der nichtrückzahlbaren Finanzierungen, die für dieses Jahr herangezogen wurden. Der Haushalt Temeswars liegt heuer bei 225 Millionen Euro bzw. bei knapp einer Millarde Lei. Ein Drittel davon stammt aus Investitonsmitteln der Europäischen Union – rund 330 Millionen Lei – für drei Entwicklungsprojekte. Hierfür kommen weitere rund 60 Millionen Lei als Mitfinanzierungen aus dem Kommunalhaushalt.

Temeswar ist seit gestern Hauptstadt des Rumänischen E-Commerce. Die regionale EcomTim-Messe widmet sich ganz dem Handel und dem Marketing im Internet. Die zweitägige Veranstaltung sah eine Vortagsreihe am Mittwoch vor und Werkstätten am Donnerstag. Zu den besprochenen Themen gehörten auch erfolgreiche soziale Media-Strategien und die Vorteile des Online-marktes. Austragungsort der EcomTim Messe ist bis einschließlich heute das Hotel Timisoara.

Eine internationale Konferenz zum Thema „Unternehmen in der Grenzregion Ungarn-Rumänien” findet diese Woche am Freitag und Samstag an der Temeswarer Hochschule für Wirtschaft und Geschäftsverwaltung statt. Veranstalter sind die Temeswarer West-Universtität, die Temescher Handelskammer, die Universität in Segedin und die Handelskammer Csongrad. Die Konferenz ist Teil des Projekts „Neue Unternehmer”, der aus dem Europäischen Regionalfonds für Entwicklung durch das grenzüberschreitende Kooperationsprogramm Ungarn-Rumänien gefördert wird.

Eine weitere internationale Konferenz diesmal zum Thema Umweltschutz veranstaltet die Temescher Handelskammer am Montag. „Saubere Luft – ein gesünderes Leben” heißt die Tagung und sie wird ab 10 Uhr im Europa-Saal des Temeswarer Handelszentrum abgehalten. Erörtert werden Möglichkeiten zur Reduzierung der Umweltverschmutzung durch die Einsetzung erneuerbarer Energiequellen in der Grenzregion. Die Konferenz ist Teil des Projekts „Back to the future”, das durch das grenzüberschreitende Kooperationsprogramm Rumänien-Serbien gefördert wird. Serbischer Partner ist die Stadt Großbetschkerek/Zrenjanin.

Die Temescher Handelskammer vermittelt den Unternehmern aus ihrem Verwaltungskreis die Teilnahme an mehreren Messen in der Türkei. Als erstes steht die internationale Messe für Papierwaren im Zeitraum 12. – 15. März in Instanbul an. Es folgt die internationale Messe für Technologien vom 26. bis zum 29. März ebenfalls in Instanbul. Und schließlich gibt es die internationale Messe für Lebensmittel und Verpackung in Mersin vom 13. bis zum 18. April. Unternehmer, die Interesse an Importen aus der Türkei zeigen, nutzniessen kostenlose Unterkunft während der Messen. Die Transportkosten werden von den Teilnehmern getragen. Partner des Projekts sind die Handelskammer Rumäniens und die Botschaft der Republik Türkei in Bukarest.

Wirtschaftspolitik und neue Regierungsziele:

Der Internationale Währungsfonds IWF beendete am vergangenen Sonntag seine vierte Überprüfungsmission in Rumänien. Der IWF setzte dabei die Wachstumsprognose Rumäniens von 1,8 bis 2,3 Prozent auf 1,5 bis 2,0 Prozent herab. Die Herabsetzung begründet IWF-Delegationsleiter Jeffrey Franks damit, dass Rumänien stark von den Exporten in die Eurozone abhängt und dort eine Rezession vorausgesagt wird. Was die Inflationsrate betrifft, ist der IWF der Ansicht, dass diese dem von der Nationalbank Rumäniens festgesetzten Ziel entsprechen wird. Die Nationalbank hatte im vergangenen Jahr das Ziel der Inflationsrate von 4,6 auf 3,3 Prozent heruntergestuft, für 2012 wurde die Inflationsprognose von 3,5 auf 3,0 Prozent herabgesetzt. --- Man habe mit der Regierung vereinbart, dass gegenwärtig keine Angleichung der Gehälter und Renten an die Inflationsrate möglich sei, sagte desweiteren IWF-Delegationsleiter Jeffrey Franks. Man werde später darüber sprechen. Was das neue Gesundheitsgesetz betrifft, so habe der IWF der Regierung sechs Monate Zeit gegeben, damit dieses Gesetz öffentlich erörtert wird, unterstrich Franks. Eine tiefgreifende Reform im Gesundheitswesen müsse jedenfalls stattfinden. In den Verhandlungen mit dem IWF hat die Regierung erreicht, dass der Erdgaspreis für die Bevölkerung im Jahr 2012 nicht angehoben wird und die Freigabe der Strompreise für diese Kategorie im Zeitraum 2013-2017 erfolgt. Für die industriellen Verbraucher bleibt der Termin 31. Dezember 2013 gültig.

Einen Tag nach dem Ende der IWF-Überprüfungsmission in Rumänien reichte Premierminister Emil Boc seinen Rücktritt ein. Der neu designierte Premier Mihai Razvan Ungureanu stellte gestern sein neues Kabinett und das Regierungsprogramm vor. Die neue Regierung nimmt sich unter anderem vor, in diesem Jahr 200 Kilometer Autobahn dem Verkehr freizugeben. Eingeweiht werden sollen die Strecke Tschernavoda – Konstantza auf der A2, die Umgehungsstraße bei Konstantza auf der A4, die Umgehungstraße bei Arad sowie eine Teilstrecke Temeswar – Lugosch auf der A1 aber auch die Strecken Bukarest – Ploiesti und Sarsig – Biharia auf der A3. Eingeleitet und weitergeführt werden sollen die Arbeiten auf den Strecken Neumarkt – Jassy in einer öffentlich-privaten Partnerschaft sowie auf den Strecken Nadlak – Hermannstadt – Pitesti auf der A1 und weitere Strecken auf der Siebenbürgenautobahn A3. Im Bereich der Bahninfrastruktur nimmt sich die Regierung vor, weitere 200 Kilometer auf dem Korridor IV zu modernisieren und die Hälfte der Frachttransportgesellschaft CFR-Marfa zu privatisieren. Im Bereich des Flugverkehrs sollen 20% der rumänischen Fluggesellschaft Tarom privatisiert werden, die Arbeiten am neuen Terminal im Bukarester Flughafen Henri Coanda beendet und die Umwandlung des Baneasa-Flughafens in ein City-Airport weitergeführt werden. Desweiteren sollen in diesem Jahr die Ausschreibungen und Verhandlungen für den Bau der U-Bahn-Linien 6 und 7 in Bukarest gestartet werden. Aus europäischen Mitteln sollen in diesem Jahr eine Millarde Euro für Investitionen angezogen werden – heißt es weiter im neuen Regierungsprogramm des Ungureanu-Kabinetts.

Informationen aus dem Finanz- und Banksektor:

Die Rumänische Nationalbank senkte am vergangenen Donnerstag den Leitzins um einen Viertel Prozentpunkt auf 5,5 Prozent. Zuletzt gab es eine Leitzinssenkung von einem Viertel Prozent in der ersten Januarwoche, im November 2011 wurde der Leitzins sogar um ein halbes Prozent gesenkt. Die für Geschäftsbanken verpflichtenden Mindestreserven in Devisen und in Lei für Kredite mit einer Laufzeit von unter zwei Jahren beließ die Zentralbank weiterhin unverändert bei 20 Prozent beziehungsweise bei 15 Prozent. --- Die wiederholten Senkungen des Leitzinses auf zurzeit 5,5 Prozent sowie der konstante Ankauf von Staatsanleihen von Geschäftsbanken durch die Rumänische Nationalbank sei teil eines Programms zur Anregung von Lei-Krediten. Dies erklärte diese Woche Adrian Vasilescu, Berater des Zentralbank-Gouverneurs Mugur Isãrescu, welcher von der Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“ zitiert wird. Es werde auch daran gearbeitet, die Auswirkungen der Notenbank-Zinspolitik auf Geschäftsbanken zu verbessern, so Vasilescu weiter. Einige dieser Banken hätten nämlich trotz der Senkung des Leitzinses im Januar die Kosten für Lei-Kredite erhöht.

Es werden Preiserhöhungen erwartet. Die Nationalbank Rumäniens erhob das Inflationsziel für dieses Jahr von 3,0 auf 3,2%. Notenbank-Gouverneur Mugur Isãrescu erklärte, das minimale Ziel für den ersten Quartal des Jahres liege nicht unter 2%. Die größten Inflationsrisiken kämen seitens der Regierung und den Politikern – so Isãrescu. Die Inflation erreichte im vergangenen Jahr 3,14% und somit den tiefsten Stand der letzten 20 Jahre. Grund dafür sei der stagnierende Preis für Lebensmittel gewesen – so die Angaben der Nationalbankleitung weiter.

Hier auch die Referenzkurse der Notenbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern mit 4Lei35 quotiert – um einen Bani mehr wie vor einer Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei28, um 3 Bani weniger wie vor einer Woche. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei50 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei02. Ein Gramm Gold wurde auf 184 Lei und 10 Bani gewertet – um 1Lei35 weniger als vor einer Woche.

Zum Arbeitsmarkt Rumäniens und zu den Lohnstatistiken vor Ort: 

Reiches Angebot an vakanten Arbeitsplätzen diese Woche im Westen des Landes: Im Kreis Temesch waren es 369 belegbare Jobs, im Kreis Arad 278 und im Kreis Hunedoara 223. Kreis Karasch-Severin hat nachwievor wenig in diesem Bereich anzubieten: nur 3 freie Abreitsstellen waren hier am Montag verfügbar. Landesweit waren mehr als 6.000 freie Arbeitsstellen gemeldet, die meisten davon für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung.

Der durchschnittliche Nettolohn in Rumänien lag im Dezember vergangenen Jahres um 7,2 Prozent höher als in demselben Monat 2010 und erreichte 1604 Lei. Darüber informiert die online-Ausgabe der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien und bezieht sich dabei auf Angaben des Nationalen Instituts für Statistik. Im Vergleich zu November 2011 stieg der durschschnittliche Nettolohn aufgrund der Auszahlung von Feiertagsprämien um 7,6 Prozent. Die höchsten Zunahmen verzeichneten der Pharmabereich sowie der Bereich Telekommunikation. Die Nettolöhne im öffentlichen Sektor stiegen im Dezember vergangenen Jahres gegenüber Juli 2010 als die Brutto-Lohnkürzung um einen Viertel in Kraft getreten ist, um folgende abgerundete Werte: Plus 21 Prozent im Gesundheits- und Sozialwesen, plus 14 Prozent im Erziehungswesen und plus 12 Prozent in der öffentlichen Verwaltung. Nach Bukarest und dem Verwaltungskreis Ilfov lag Kreis Hermannstadt am Ende des vergangenen Jahres auf Platz drei im Top des durchschnittlich gezahlten Bruttolohns. Damit überflügelte der Kreis Hermannstadt erstmals die beiden industriestärkeren Kreise Klausenburg und Temesch.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie am kommenden Donnerstag wieder. Dann unter anderem mit einem Beitrag über das heutige Treffen des deutschsprachigen Wirtschaftsclubs Banat. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 09.02.2012
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