Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 16.02.2012

Aus den Wirtschaftsmeldungen erhalten Sie hier Informationen aus der landesweiten und regionalen Wirtschaft. Gegliedert sind die Meldungen dieser Woche in mehreren Gruppen:
- Aus der Tätigkeit der deutschen Wirtschaftsvereine,
- Rumänische Wirtschaftspolitik,
- Finanzstatistiken und Bankwesen,
- Sowie der Arbeitsmarkt Rumäniens.

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Allem voran - Informationen aus der Tätigkeit der deutschen Wirtschaftsvereine:

Auf Einladung des Deutschsprachigen Wirtschaftsclubs Nord-Transilvanien trafen sich vergangene Woche am Freitag in Klausenburg die Vorstände der deutschen und deutschsprachigen Wirtschaftsvereine Rumäniens zu einer Arbeitstagung. Darüber berichtet die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. Mit dabei waren Vertreter der Wirtschaftsclubs aus Hermannstadt, Temeswar, Arad und Sathmar. Die Vorstände nahmen sich vor, die Zusammenarbeit zwischen den Clubs weiter zu verbessern, die Clubtätigkeiten besser abzustimmen und die Webseiten der Clubs zu vernetzen. Ende März wird mit dem „Business Club Magazin“ die erste gemeinsame Publikation aller Wirtschaftsclubs in Rumänien in einer Auflage von 20.000 Exemplaren auf den Markt kommen. Neben der Präsentation der einzelnen Clubs erfährt man im redaktionellen Teil dieser Broschüre Wissenswertes über Investitionen in Rumänien. Das Magazin wird in Deutschland und Rumänien in Hotels, Flughäfen, Handelskammern und sonstigen für Investoren strategisch relevanten Plätzen kostenlos bereit liegen. Das vom Hermannstädter Club initiierte Business-Partner-Programm wird ab April auch den Mitgliedern der anderen Clubs zur Verfügung stehen, sodass auch diese von den sich hierdurch ergebenden finanziellen Vorteilen profitieren können. Als einzigartige Kontaktbörse werden zudem die vernetzten Webseiten der einzelnen Clubs dienen. Dadurch erhalten die Unternehmer Zugang zu anderen Mitgliedsfirmen, zu Diskussionsforen und zu sonstigen interessanten Informationen. Durch diese Zusammenarbeit der deutschen und deutschsprachigen Wirtschaftsclubs wird der Anreiz für eine Mitgliedschaft in einem dieser Clubs nochmals gestiegen. 

Rumänische Wirtschaftspolitik:

Die Einzelheiten aus dem Absichtsschreiben, das die Regierung zuletzt mit dem IWF vereinbart hat, sind inzwischen bekannt geworden: Die Rumänische Post muss bis Ende März von ihren 35.000 Angestellten mindestens 600 entlassen. Auch sollen weitere 135 Postämter geschlossen werden, sodass sich deren Anzahl auf 5700 Einheiten verringert. Die Postgesellschaft verzeichnete 2010 Verluste im Wert von knappen 30 Millionen Euro. Die Gesellschaft ist zu drei Vierteln im Eigentum des Kommunikationsministeriums und der Rest wird vom sogenannten Eigentumsfonds (Fondul Proprietatea) verwaltet. --- Für die Eisenbahngesellschaft CFR ist vorgesehen, dass die Einnahmen durch die Vermietung sämtlicher Werbeflächen um sechs Prozent erhöht werden. Gemeinsam mit dem Finanzministerium sollen bis Mai Möglichkeiten gefunden werden, um die Schulden der Bahngesellschaft zu verringern. Diese belaufen sich auf 480 Millionen Lei und sollen um 300 Millionen Lei hinuntergeschraubt werden. --- Die Fluggesellschaft Tarom muss entweder die Boeing-Maschine zurückerstatten, die sie vor vier Jahren gemietet hatte oder die Miete tiefer verhandeln. Hingegen wird der Termin zum Börsenverkauf von 20 Prozent der Aktien, die der Staat bei Tarom innehat, bis Juni verlängert. --- Die Verträge mit Hidroelectrica sollten bis gestern erneut ausgehandelt werden und im September soll das Auflösungsprozedere der Nationalen Kohlegesellschaft gestartet werden, wobei die wertvollen Aktiva von den unwirtschaftlichen zu trennen sind.

Die Kohlegesellschaft in Petroschen verhandelte inzwischen einen neuen erhöhten Preis für die gelieferte Kohle. Die Dampfzentralen in Mintia und Paroscheni zahlen nun 75 Lei anstatt der bisherigen 65 Lei pro Gigakalorie Kohle. Die Bergbaugesellschaft soll folglich in diesem Monat mehr als 160 Tausend Tonnen Kohle zum neuen Preis liefern. Bei der Kohlegesellschaft in Petroschen werden zur Zeit rund 7.700 Arbeitskräfte beschäftigt.

Die Zukunft des rumänischen Bergbaus hängt nun von einem Beschluss der Europäischen Kommission ab. Erwartet wird, dass die Kommission am 22. Februar über die Erteilung von Subventionen in diesem Bereich entscheidet. Dies erklärte der Generalsekretär der Regierung und ehemaliger Präfekt von Hunedoara Allila Dézsi. Die Subvention ist für die Erteilung der dritten Transche des Abfindungsgeldes an die Entlassenen vorgesehen, für die Gewährung von Vergünstigungen an Rentnern aus dem System aber auch für die Weiterfinanzierung der drei unrentablen Bergwerke aus dem Schil-Tal.

Finanzstatistiken und Bankwesen:

Die jährliche Inflationsrate Rumäniens lag im Monat Januar dieses Jahres mit 2,72 Prozent auf einem neuen historischen Tief. Dies teilte das Nationale Institut für Statistik in Bukarest mit. Die Verbraucherpreise sind um 0,36 Prozent gestiegen. Einen leichten Preisrückgang erfuhren die Heizkosten. Die Preise von einigen Grundnahrungsmitteln wie Eier, Kartoffeln, Bohnen und Mehl sanken auch. Die wichtigsten Teuerungen gab es bei Treibstoff sowie Tabak und Obst. Die Rumänische Nationalbank rechnet in ihrer jüngsten Prognose damit, dass die jährliche Inflationsrate Ende März ein Minimum von etwa 2 Prozent erreichen wird.

Die Exporte Rumäniens haben im vergangenen Jahr um 20,5 Prozent zugelegt und einen Gesamtwert von 45,01 Milliarden Euro erreicht. Dies teilte ebenfalls das Nationale Institut für Statistik in Bukarest mit. Die Importe sind 2011 auf 54,73 Milliarden Euro gestiegen und das Handelsdefizit liegt mit 9,72 Milliarden Euro leicht höher als im Jahr 2010. Der Außenhandel findet zu fast drei Vierteln mit Ländern der Europäischen Union statt: rund 71 Prozent aller Exporte gehen in die EU und rund 72 Prozent der Importe werden aus Ländern der EU eingeführt. Hauptsächlich gehören die gehandelten Waren zu den Bereichen „Autos und Transportgeräte“ und „weitere industriegefertigte Güter“.

Hier auch die Referenzkurse der Notenbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern mit 4Lei34 quotiert – um einen Bani weniger wie vor einer Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei30, um 2 Bani mehr wie vor einer Woche. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei50 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei01. Ein Gramm Gold wurde auf 183 Lei und 5 Bani gewertet – um fast 1 Lei weniger als vor einer Woche.

Zum Arbeitsmarkt Rumäniens:

Reiches Angebot an vakanten Arbeitsplätzen diese Woche im Westen des Landes: Im Kreis Temesch waren es 373 belegbare Jobs, im Kreis Arad 231 und im Kreis Hunedoara 219. Kreis Karasch-Severin hat nachwievor wenig in diesem Bereich anzubieten: 13 freie Arbeitsstellen waren hier am Montag verfügbar. Landesweit waren mehr als 7.300 freie Arbeitsstellen gemeldet, die meisten davon für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung.

Gleich zwei Jobbörsen für Inhaftierte werden in West-Rumänien im Monat März organisiert. Die erste ist am 2. März in Arad, die zweite am 9. März in Temeswar. Die Unternehmen aus der ganzen Region, die nach Arbeitskräften suchen, beteiligen sich an beiden Jobbörsen. Angesprochen werden Inhaftierte, die höchtens noch 9 Monate hinter Gittern sitzen müssen. Die Teilnahme der Unternehmen an beiden Börsen ist kostenlos.

Frauen auf Arbeitssuche können sich im Monat März einen Job finden. Eine Börse für weibliche Arbeitskräfte wird in Arad aus Anlass des internationalen Frauentags organisiert. Diese ist am 9. März im Restaurant am Bahnhofsplatz anberaumt. Die Besucherinnen erhalten hinzu Informationen zu den Weiterbildungsangeboten der Kreisagentur für Beschäftigung der Arbeitskräfte sowie zum Beratungsprogramm für die Einleitung eines Existenzsicherungsgeschäfts. Die Unternehmen erfahren dabei über Ermäßigungen, die sie bei der Anstellung von Arbeitslosen, Schulabsolventen oder anderer benachteiligten Kategorien erhalten.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie erst in 2 Wochen wieder hier. Kommenden Donnerstag laden Sie die Radioredaktionen des deutschsprachigen Medienvereins FunkForum zu ihrer Gemeinschaftssendung, dem Funkmagazin, ein. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

02.16. WM1  


02.16. WM2  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 16.02.2012
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