Funkhaus Fünfkirchen

Medizinische Geräte und Pakete an 11 ungarndeutsche Ortschaften

Während der ungarische Staat bestrebt ist das Gesundheitswesen in die größeren Städte zu konzentrieren, Zentren zu schaffen und die Versorgung vor Ort teils abzubauen, unterstützt Deutschland weiterhin die ungarndeutschen Kleingemeinden und Dörfer mit medizinischen und lebensrettenden Geräten. 11 Nationalitätenselbstverwaltungen aus dem ganzen Land erhielten nun Pakete und Geräte in Wert von 9 Millionen Forint am 18. Februar in der Geschäftsstelle der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen in Budapest.




Judit Kristóf, Hausärztin von Wudiges/Budakeszi probiert gerade ein EKG Gerät aus. Die Pakte erhielt sie in der Geschäftsstelle der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. „Das Gerät ist sehr Benutzerfreundlich, eine moderne Technik. Es ist ideal für uns! Das ich es benutzen kann, bedeutet, dass die Patienten nicht ins Krankenhaus nach Budapest fahren müssen.“ – sagt die Árztin. Wudiges hat verhältnismäßig noch eine gute Lage, die Kleinstadt liegt in der Nähe der Hauptstadt. Auch sehr kleine Ortschaften, wie Erdõsmecske, Úrkut, Szajk, Ganna, Kaposszekcsõ oder auch das 350 Seelen zählende Dorf, Isztimér, im Komitat Fejér wurden unterstützt. Dort bekommt den Defibrillator das Altersheim. Man könne Leben retten – sagt Szilvia Gerstmár, Mitglied der deutschen Selbstverwaltung – denn ein Rettungswagen braucht 15-20 Minuten um das Dorf im Bakonyer Wald zu erreichen.



Soziale und Gesundheitsprojekte unterstützt das Bundesministerium des Inneren seit 2003. Bisher haben 65 Ortschaften Geräte oder Pakte erhalten. Die Bewerbungen wickelt die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen ab. „Für uns ist es sehr wichtig, dass die ungarndeutschen Kleingemeinden unterstützt werden. Zwar haben Gesundheit und soziale Probleme keine Nationalität, dennoch ist es wichtig auf diesem Gebiet was zu tun. Eine gesunde, starke Gemeinschaft ist die Grundvoraussetzung auch für die Bewahrung der Identität“ – sagte Dr. Michael Józan- Jilling praktizierender Arzt und Leiter des Sozialausschusses der LdU gegenüber der NZ.



Die jetzt verteilten Präventionspakete und Defibrillatoren sind teilte der Förderung vom vergangenen Jahr. Doch auch 2012 kann man um soziale Projekte bewerben, die Anträge wurden bereits ausgeschrieben.

drmedizin21_  


 Christian Erdei, Budapest, 20.02.2012
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