Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 01.03.2012

Aus den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche erhalten Sie Informationen aus der landesweiten und regionalen Wirtschaft:
- Aus der Tätigkeit der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs,
- Über das rumänische Finanz- und Bankwesen,
- Zum Arbeitsmarkt Rumäniens,
- UND – aus der regionalen Wirtschaft der westrumänischen Landeskreise.
Hören und lesen Sie mehr dazu!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Allem voran - Informationen aus der Tätigkeit der deutschen Wirtschaftsvereine:

Der deutsch-rumänische Wirtschaftsverein in Arad trifft heute zur Monatssitzung zusammen. Aufgrund des schlechten Wetters konnte die für Februar geplante Faschingveranstaltung nicht stattfinden. Es wurde deshalb entschieden, ein Mitgliedertreffen zum Märzchenfest abzuhalten. Dieses findet ab 18Uhr30 im Jelen Haus statt. Auf der Tagesordnung stehen der Bericht zur Vorstandsitzung der deutschsprachigen Wirtschaftsvereine vom vergangenen Monat in Klausenburg, die Projekte des Arader Clubs für das laufende Jahr sowie die Vorbereitung auf die Mitgliederversammlung, die im Mai dieses Jahres einberufen werden soll. --- Auch der deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat verlegt sein Märztreffen. Aus Anlass des Besuchs des deutschen Botschafters in Temeswar veranstaltet der Wirtschaftsklub das Monatstreffen seiner Mitglieder nicht mehr am kommenden Donnerstag, wie gewöhnlich, sondern am Freitag, dem 9. März. Botschafter Andreas von Mettenheim will dabei mehr über die Probleme der deutschen Investoren vor Ort erfahren. Das Treffen soll um 19Uhr30 beginnen, der Ort wird noch rechtzeitig gemeldet.

Aus der Wirtschaft Rumäniens:

Die Preise für Treibstoff und Lebensmittel werden in den kommenden Monaten vom Markt reguliert. Dies erklärte der Berater des Nationalbankgoverneurs Adrian Vasilescu. Die bisherigen Preiserhöhungen in diesen Bereichen seien von den Marktfaktoren bedingt, die eine Gewinnerhöhung für die Anbieter anstrebt. Diese könnten aber ohne eine entsprechende Nachfrage ihr Ziel nicht erreichen – so der Wirtschaftsfachmann weiter – so dass diese Tedenz nur kurzfristig zu verzeichnen sei. Der Rumänien-Marktführer im Treibstoffbereich ÖMV erklärte vor kurzem, er habe die Spritpreise im vergangenen Jahr um 22% für Benzin und um 25% für Diesel erhöht und wolle eine moderierte Preiserhöhung auch weiterhin durchführen. Die Treibstoffanbieter Petrom, Rompetrol und Lukoil erhöhten vergangene Woche erneut ihre Lieferpreise.

Das Erdgas aus der Pipeline Arad-Segedin ist billiger als das russische Erdgas. Dies erklärte der Gaslieferant GDF SUEZ Energy Rumänien. Die Lieferkapazität über Ungarn sei aber gering, so der Geschäftsführer Eric Stab. Er gab aber keine Details zur Preisdifferenz. Seine Gesellschaft importiere zur Zeit rund 15% des Erdgases aus Ungarn und den Rest von Lieferanten aus der russischen Gruppe Gazprom – so Stab weiter.

Die Farmer aus Rumänien können heuer europäisches Geld für zwei weitere Maßnahmen beantragen als im vergangenen Jahr. Die neuen Maßnahmen beziehen sich auf den Schutz der Schmetterlinge. Gemeint sind damit die Farmer, die Weiden oder Ackerland bearbeiten, in denen bestimmte Schmetterlingsarten leben. Die Fördermaßnahmen sind Teil der Kompensationszahlungen zur ländlichen Entwicklung, die über die Agentur für Zahlungen und Eingriffe in die Landwirtschaft laufen.

Das Programm zur Unterstützung der Kleinen und Mittelständischen Unternehmen wird auch in diesem Jahr fortgeführt. Es trägt den Namen Mihail Kogalniceanu und verfügt heuer über 1,2 Milliarden Lei. Mittelständler können durch dieses Programm Kredite mit teilweise subventionierten Zinsen beantragen. Die Subvention der Zinsen beträgt 70% der Bankzinsen für Lei-Kredite. Das Darlehen kann die Hälfte der Geschäftszahl der letzten 12 Monate betragen und auf höchstens 125.000 Lei kommen. Wenn das Unternehmen auch andere Kredite engagiert hat, beträgt die Höchstschranke 30% der Geschäftszahl im letzten Jahr.

Hier auch die Referenzkurse der Notenbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern mit 4Lei34 quotiert – genau so wie vor zwei Wochen – und ein US-Dollar mit 3Lei23, um 7 Bani weniger wie vor zwei Wochen. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei50 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei94. Ein Gramm Gold wurde auf 185 Lei und 94 Bani gewertet - um fast 3 Lei mehr als vor zwei Wochen.

Zum Arbeitsmarkt Rumäniens:

Reiches Angebot an vakanten Arbeitsplätzen auch diese Woche im Westen des Landes: Im Kreis Temesch waren es am Montag 240 belegbare Jobs, im Kreis Arad 264 und im Kreis Hunedoara 185. Kreis Karasch-Severin hat nachwievor wenig in diesem Bereich anzubieten: 4 freie Arbeitsstellen waren hier verfügbar. Landesweit waren mehr als 7.700 freie Arbeitsstellen gemeldet, die meisten davon für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung.

Gleich zwei Jobbörsen für Inhaftierte werden in West-Rumänien in diesem Monat organisiert. Die erste ist am morgigen Freitag in Arad, die zweite eine Woche darauf in Temeswar. Die Unternehmen aus der ganzen Region, die nach Arbeitskräften suchen, beteiligen sich an beiden Jobbörsen. Angesprochen werden Inhaftierte, die höchstens noch 9 Monate hinter Gittern sitzen müssen. Die Teilnahme der Unternehmen an beiden Börsen ist kostenlos.

Frauen auf Arbeitssuche können sich in diesem Monat einen Job finden. Eine Börse für weibliche Arbeitskräfte wird in Arad aus Anlass des internationalen Frauentags organisiert. Diese ist am 9. März im Restaurant am Bahnhofsplatz anberaumt. Die Besucherinnen erhalten hinzu Informationen zu den Weiterbildungsangeboten der Kreisagentur für Beschäftigung der Arbeitskräfte sowie zum Beratungsprogramm für die Einleitung eines Existenzsicherungsgeschäfts. Die Unternehmen erfahren dabei über Ermäßigungen, die sie bei der Anstellung von Arbeitslosen, Schulabsolventen oder anderer benachteiligten Kategorien erhalten.

Und nun zur regionalen Wirtschaft – zu Beginn aus dem Landeskreis Temesch:

Der Internationale Flughafen Temeswar behält seinen 2.ten Platz in einer Rangliste der rumänischen Flughäfen. Berücksichtigt wurden die bediente Personenzahl, die gastierten Flugzeuge und der Warentransport im Cargo-Bereich. 2011 transitierten rund 1,2 Millionen Fluggäste den Temeswarer Flughafen, die mit mehr als 23.100 Maschinen landeten bzw. abflogen. Im Cargo-Bereich wurden im Laufe des vergangenen Jahres 1.300 Tonnen Ware transportiert. Hier wird Temeswar vom Arader Flughafen in der Rangliste gefolgt, auf welchem knappe 900 Tonnen Ware transportiert wurden. Für das Jahr 2012 nimmt sich die Geschäftsführung des Temeswarer Flughafens vor, einen Gewinn von rund 3,5 Millionen Euro zu erzielen, ähnlich wie im vergangenen Jahr.

Die Fahrstrecke Temeswar - Giroc soll auf 4 Spuren erweitert werden. Der Temescher Kreisrat beglaubigte ein Projekt in dieser Hinsicht im Wert von 5 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen heuer beginnen und zwei Jahre lang dauern.

Fünf unterirdische Parkhäuser sollen demnächst in Temeswar gebaut werden. Die Stadtverwantung führt bereits Verhandlungen diesbezüglich mit mehreren Unternehmen. Vier davon sollen von einer rumänisch-österreischischen Firma gebaut werden, das fünfte von einem rein österreischischen Unternehmen. Diese sollen zwischen 15 und 20 Millionen Euro pro Parkhaus investieren und erhalten von der Stadtverwaltung das Nutzungsrecht des Geländes für 29 Jahre. Somit würden 2.500 neue Parkplätze im Stadtzentrum Temeswars entstehen – darunter am Windrichtungen-Brunnen sowie am Botanischen Garten.

Wir bleiben bei der regionalen Wirtschaft – blicken aber nach Arad weiter:

Die Personenwaggonfabrik Astra kommt nach 20 Jahren wieder auf dem Brasilianischen Markt. Infolge einer internationalen Ausschreibung wurde der Arader Firma Ende vergangenen Jahres ein Vertrag im Wert von mehr als 100 Millionen Euro erteilt. Astra soll insgesamt 98 Personenwaggons produzieren und nach Brasilien exportieren. Es sind Bahnwaggons erster und zweiter Klasse Interregio und hinzu kommen zwei Postwaggons. Die brasilianische Firma nahm das Angebot an, die Bestellung um die Hälfte unter denselben finanziellen Bedingungen aufzustocken.

Die Modernisierungsarbeiten an der Arader Traiansbrücke über die Marosch sollen in diesem Jahr beendet werden. Der Autoverkehr wurde bereits Ende vergangenen Jahres freigegeben, man fährt aber unter Baustellenbedingungen. Die Arbeiten an den beiden Zufuhrstraßen Calea Romanilor und Calea Timisoarei sollen in 4 Monaten beendet werden. Die Fahrbahn auf der Brücke ist bereits fertig gestellt, gearbeitet werden soll nur noch an den Bürgersteigen der Brücke.

Die Arader Stadtverwaltung sucht Berater für die Einrichtung des Parks am See beim Podgoria-Platz. Der Vertrag ist im Wert von mehr als 100.000 Lei und an der Ausschreibung kann man sich bis zum 12. März anmelden. Innerhalb dieses Vertrags soll das Projektmanagement für die Parkeinrichtung erarbeitet werden, einschließlich die Festlegung der Arbeitsetappen, des Zeitplans sowie die Beantragung und Vorlegung der hierfür notwendigen Dokumentation.

Von Arad gehen wir nach Hunedoara weiter:

Die Nationalgesellschaft zur Kohlenförderung Petroschen bekommt Staatshilfe für die Schließung der unrentablen Bergwerke. Die Prozedur wurde von der Regierung genehmigt und sieht unter anderem die Entlassung von rund 200 Angestellten in diesem Jahr vor. Die Europäische Kommission beglaubigte vergangene Woche eine Subventionserteilung im Wert von rund 270 Millionen Euro für die Schließung der Bergwerke in Petrila, Uricani und Paroseni. Gemäß einer Vorschrift der Europäischen Union zur Schließung der unrentablen Bergwerke dürfen die Staatsbehörden Geld in diesen Prozessen bis 2018 fließen lassen. Als erstes soll das Bergwerk in Petrila bis 2015 geschlossen werden, die beiden anderen bei Uricani und Paroseni bis Ende 2017. Die Nationalgesellschaft zur Kohlenförderung Petroschen bleibt danach mit weiteren vier operationellen Bergwerken.

Und schließlich haben wir eine Meldung auch aus dem Kreis Karasch-Severin:

Die Blumen aus den Glashäusern der Stadtverwaltung in Reschitza sollen in diesem Jahr die Kreishauptstadt schmücken. 5.000 Blumentöpfe warten bereits darauf, auf die Straßenpfosten aufgehängt zu werden. Weitere 100.000 Blumen sollen in den Parks und Grünflächen der Stadt umgepflantzt werden. Wenn nach der Aufstellungs bzw. Umpflanzungskampagne Blumen in den Glashäusern der Stadt überig bleiben, werden diese zu symbolischen Preisen verkauft – erklärte die Zuständige für Grünflächen in Reschitza Raluca Hollschwandler.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie am kommenden Donnerstag wieder. Dann unter anderem mit den Hinweisen aus der Rechtspraxis aber auch mit einer Reportage über das heutige Treffen des Wirtschaftsclubs in Arad. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

03.01. WM1  


03.01. WM2  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 01.03.2012
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