Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 22.03.2012

Innerhalb der Wirtschaftsmeldungen dieser Woche erhalten Sie Informationen aus der landesweiten und regionalen Wirtschaft. Gegliedert sind die Informationen unter:
- Regionale Wirtschaft / Veranstaltungskalender,
- Finanz- und Bankwesen /Arbeitsmarkt Rumäniens,
- Rumänien innerhalb der europäischen Wirtschaft / Wirtschaftsmaßnahmen.
Lesen und hören Sie hier mehr darüber!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Aus der regionalen Wirtschaft:

Der Deutschsprachie Wirtschaftsclub Banat unterstützt die Erarbeitungsphase des Pilotprojekts „Duale Berufsausbildung in Rumänien“. Die deutschsprachigen Unternehmen beabsichtigen damit, ein vernünftiges Qualitätsniveau bei der nichtuniversitären Ausbildung in Rumänien zu erzielen und den Anlernaufwand in den eigenen Firmen für neueingestellte Mitarbeiter zu reduzieren. Das Projekt befindet sich nun in der Ermittlungsphase des Bedarfs an Lehrlingen pro Spezialisierungsrichtung für jede Firma. Bisher wurden Berufe vorgeschlagen wie Mechatroniker, Elektriker, Mechaniker, Bürokaufmann und Landmaschinenschlosser. Die Mitgliedsfirmen werden aufgefordert, bis Mitte nächster Woche dem Wirtschaftsclub mitzuteilen, wie viele Lehrlinge sie in welcher Spezialisierungsrichtung ausbilden würden und eine Kontaktperson als Ansprechspartner nennen. Mitgeteilt werden soll auch, wenn das Mitgliedsunternehmen aktuell an einer Ausbildung im eigenen Betrieb nicht interessiert ist. Die nächsten Schritte sind dann die Ermittlung der geeigneten Schulen, die Erarbeitung der Curricula, der Lehrbücher und der Prüfungen, die Bereitstellung und das Training der Lehrer, die Festlegung der Ausbildungsphasen in den Firmen und der Lehrwerkstätte, deren Ausrüstung, sowie die Rekrutierung der Auszubildenden – und das alles bis Herbst, denn mit dem Beginn des neuen Schuljahres soll auch das Pilotprojekt zur dualen Berufsausbildung starten.

Die Zusammenarbeit zwischen britischen und rumänischen Unternehmern sowie die Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Westrumänien und Großbritannien - darüber sprach diese Woche in Temeswar der Botschafter Großbritanniens in Bukarest, Martin Harris, mit den Vertretern der Behörden vor Ort. Temeswar ist Partnerstadt von Nottingham und im Verwaltungskreis Temesch sind 49 Unternehmen mit britischem Kapital sowie 74 mit britischer Kapitalbeteiligung eingetragen.

Die Lyzealschüler aus Temeswar können Finanzierungen von bis zu 3.000 Lei für Projekte erhalten, die eine Wirkung auf die Gemeinschaft haben. Das Geld kommt über das Programm YouthBank. Um an das Geld heranzukommen, müssen die Schüler Mannschaften von mindestens 3 Personen bilden und Projekte schreiben. Die Thematik kann von Sport über Gesundheit bis hin zur IT reichen. Die Projekte dürfen ausschließlich im Kreis Temesch und über höchstens zwei Monate ab dem 14. April durchgeführt werden.

Ein deutsches Unternehmen beabsichtigt, im Kreis Arad den größten Sonnenenergie-Park Rumäniens einzurichten. Die Investition wurde auf rund 4 Millionen Euro eingeschätzt und soll im Arader Vorstadtgebiet Glogowats getätigt werden. Die Kommunalverwaltung wollte bereits hier den foto-voltaischen Park mit europäischer Finanzierung bauen, da solche Investitionen nicht mehr gefördert werden, schrieb sie das Projekt für Privatinvestoren aus. Der Park soll sich auf 4 Hektar ausstrecken und 2,5 Megawatt pro Stunde produzieren. Der Strom, der hier aus Sonnenlicht erzeugt wird, soll dann im nationalen Stromnetzwerk eingespeist werden. --- Ein ähnliches Projekt soll in der Temescher Gemeinde Lowrin gestartet werden. Die Kommunalverwaltung konzessionierte zu diesem Zweck einer spanischen Firma ein Gelände. Die Anlage soll bereits im Sommer Strom liefern.

Der Arader Flughafen borgt Geld für eine Investition, die über die Nationalgesellschaft für Autobahnen und Landstraßen laufen sollte. Die Summe ist notwendig für Wiederherstellungsarbeiten an der Landebahn, die infolge der Bauarbeiten an der Autobahn Temeswar-Arad beschädigt wurde. Die Investition beläuft sich auf 700.000 Euro und ist fällig, da im Juni die Passagierflüge auf dem Arader Flughafen wieder aufgenommen werden. Der Kreisrat hofft, das Geld von der Autobahngesellschaft in Kürze zurück zu gewinnen.

Aus dem regionalen Veranstaltungskalender:

Eine internationale Messe im Bereich des Bauwesens wurde am heutigen Donnerstag in Arad eröffnet. Die 18.te Auflage von Confort Construct & Instal vereint rund 90 Aussteller aus Rumänien, Ungarn und Italien. Die Baumesse ist bis Sonntag auf dem Gelände von Expo Arad International in der West-Industriezone der Stadt anberaumt.

Der internationale Weinsalon in Temeswar kommt heuer zu seiner 9. Auflage und findet im Zeitraum 6. – 8. April im Regionalen Geschäftszentrum statt. 24 Hersteller und Verkäufer haben bisher ihre Teilnahme zum Vinfest 2012 angekündigt. Vorgestellt werden mehrere Weinsorten aus der Produktion 2011 renomierter rumänsicher Weinhäuser aber auch Weine aus Frankreich, Italien, Chile und Australien.

Ostermärkte werden Ende März in Temeswar und Arad eröffnet. Die Holzhäuschen in den Stadtzentruen haben dann Frühlingsgeschenke, Blumen, Handarbeit und Süßigkeit in der Auslage. Der Frühlingsmarkt wird in Temeswar vom 30.sten März bis zum 18.ten April den Opernplatz besetzen – in Arad wird er vor dem Rathaus organisiert.

Finanz- und Bankwesen:

Die europäische Gemeinschaftswährung erreichte diese Woche ein historisches Maximalwert im Bezug zur rumänischen Landeswährung. Ein Euro kletterte am Montag auf 4 Lei und 37,94 Bani, um 0,11 Bani mehr als am Freitag, als bereits ein Rekordwert der letzten Jahre verzeichnet wurde. Nach Angaben der Dealer war die Präsenz der Nationalbank auf dem Markt spürbar, deren Eingriff eine noch schlechtere Entwertung des rumänischen Leu verhinderten. Am Dienstag und Mittwoch konnte dann der Leu 0,30 Bani an Wert zurück gewinnen.

Hier auch die Referenzkurse der Notenbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern Nachmittag mit 4Lei37 quotiert – um ein Bani mehr als vergangene Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei30, um 3 Bani weniger wie vor einer Woche. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei50 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei94. Ein Gramm Gold wurde auf 175 Lei und 58 Bani gewertet - um fast 3 Lei weniger als vor einer Woche.

Rumänien komme statistisch gesehen nicht daran vorbei, in eine Rezession zu rutschen. Dies erklärte vor einer Woche Adrian Vasilescu, Berater des Nationalbank-Gouverneurs Rumäniens für Radio France International übernommen von der online-Ausgabe der ADZ. Eine Rezession wird dann festgelegt, wenn das Bruttoinlandsprodukt in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen verglichen zum Vorquartal zurückgeht. Im vierten Quartal 2011 lag saisonbedingt ein leichter Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber der Vorquartal vor, zum vierten Quartal des Vorjahres jedoch ein Wachstum von 1,9 Prozent. Für das laufende Quartal halten Wirtschaftsexperten aufgrund des harten Winters einen weiteren Rückgang wahrscheinlich. Für das Gesamtjahr 2012 hofft Vasilescu trotzdem auf ein Wachstum zwischen ein und zwei Prozent.

Zum Arbeitsmarkt Rumäniens:

Reiches Angebot an vakanten Arbeitsplätzen diese Woche im Westen des Landes: Im Kreis Temesch waren es am Montag 301 belegbare Jobs, im Kreis Arad 229 und im Kreis Hunedoara 395. Kreis Karasch-Severin hat nachwievor wenig in diesem Bereich anzubieten: nur 4 freie Arbeitsstellen waren hier verfügbar. Landesweit waren rund 9.500 freie Arbeitsstellen gemeldet, die meisten davon für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung.

65 Angestellte der Fernheizzentrale CET Hidrocarburi Arad werden entlassen. Der Arader Stadtrat beglaubigte am Dienstag den Plan zur Umstrukturierung der Zentrale. Die 65 Entlassenen arbeiten noch bis zum 23. Februar. Danach erhalten sie für die kommenden Monate Abfindungsgeld.

Der US-Automobilkonzern Ford stellt in seinem Werk im südrumänischen Craiova Personal ein. Darüber informiert der Rumänien Online-Kurier. 500 Arbeitnehmer für die Produktionslinien und für die Wartungsabteilung werden derzeit gesucht. Andererseits steht für 350 Mitarbeiter von Electroputere Craiova die Entlassung bevor. Das ist der Hersteller von Lokomotiven, Elektro-Generatoren und Ausrüstungen für die Energetische Industrie. Vier Jahre nach der Privatisierung durch die Firma Al Arrab aus Saudiarabien schreibt das Unternehmen rote Zahlen. Nur im vergangenen Jahr sollen Verluste in Höhe von umgerechneten elf Millionen Euro verzeichnet werden – schreibt der online-Kurier auf zoro.ro weiter.

Rumänien innerhalb der europäischen Wirtschaft

Die geringe Absorbtionsrate Rumäniens aus EU-Fonds wurde diese Woche erneut zum aktuellen Tagesthema. Der EU-Kommissar für Regionalentwicklung, Johannes Hahn, forderte am Montag in Bukarest die Behörden auf, mehr Mittel aus den 2007 bis 2013 bereitstehenden Töpfen abzurufen. Das Land müsse durschnittlich 30 Millionen Euro pro Woche aus EU-Fonds bis zum Jahresende heranziehen, um im EU-Haushalt für die Zeitspanne 2014 - 2020 mit der gleichen Summe wie derzeit bedacht zu werden. Das heißt, dass Rumänien in den Wochen bis zum Jahresende noch rund 1,25 Milliarden Euro abrufen sollte. Die Ziele der rumänischen Behörden liegen aber 4 Mal so hoch: sechs Milliarden Euro der verfügbaren EU-Gelder sollen 2012 verwenden werden.

Die Europäische Kommission gab 771 Millionen Euro für zwei Infrastrukturprojekte im Bahnnetzwerk Rumäniens frei. Modernisiert werden sollen damit die Bahnstrecken von der rumänisch-ungarischen Grenze bei Curtici bis Arad und von Simeria im Kreis Hunededoara bis Coslariu im Kreis Alba. Die Gesamtkosten für die Arbeiten belaufen sich auf 944 Millionen Euro, die Differenz zur EU-Finanzierung wird vom Staatshaushalt beglichen. Laut Angaben des Verkehrsministeriums könnten bis Mitte des Jahres auch EU-Gelder im Wert von mehr als 900 Millionen Euro für einen weiteren Abschnitt Coºlariu–Schäßburg freigegeben werden. Die Strecken sind Teil des Paneuropäischen Korridors IV, der in Rumänien auf der Route Curtici–Arad–Diemrich–Karlsburg–Kronstadt–Bukarest–Konstantza verläuft.

Ein altes Projekt der kommunistischen Machtinhaber in Rumänien soll nun mit EU-Geldern weitergeführt werden. Die Europäische Kommission stimmte einemm diesbezüglichen Vorschlag Rumäniens grundsätzlich zu, schreibt das online-Portal punkto.ro. Es geht dabei um den noch zu Ceausescu-Zeiten begonnenen Kanal Bukarest-Donau, der im Rahmen der Initiative „Connecting Europe“ finanziert werden soll. Die Initiative fördert grenzübergreifende Infrastruktur-Projekte. Einen einschlägigen Beschluss in dieser hinsicht soll vom Ratstreffen der EU-Verkehrsminister getroffen werden. Die Arbeiten am Kanal starteten 1984 und wurden nach der Wende von 1989 eingestellt. Der rund 70 Kilometer lange, etwa 80 Meter breite und 5 Meter tiefe Kanal sollte die Hauptstadt Bukarest mit der Donau und über den Donau-Schwarzmeer-Kanal mit dem Schwarzen Meer verbinden. Er ist derzeit zu fast 70% fertig gestellt. Als Standort des künftigen Hafens von Bukarest fiel die Wahl damals auf die Ortschaft Darasti vor den Hauptstadttoren, wo die Bauarbeiten zum Zeitpunkt der Wende fast fertiggestellt waren − inzwischen jedoch komplett verfallen sind.

Rumänische Wirtschaftsmaßnahmen und Statistiken:

Rumänien soll die Liberalisierung der Strompreise in mehreren Etappen durchführen. Das laut einer Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfond. Für den Hausverbrauch sind zehn Etappen vorgesehen und für den Industrieverbrauch sechs Etappen. Die Liberalisierung der Strompreise für den Hausverbrauch soll im Juli kommenden Jahres beginnen, und zwar zunächst mit zehn Prozent – verzeichnet die Tageszeitung ADZ. Diese Freigabe soll dann in jedem Semester erfolgen, bis sie im Dezember 2017 100 Prozent erreicht. Der Sondertarif für die sozialschwachen Haushalte wird stufenweise in drei Etappen abgeschafft, wobei es im Januar 2015 diesen ermäßigten Tarif nicht mehr geben wird. Im Falle der industriellen Verbraucher wird die Freigabe der Strompreise rascher erfolgen. Die sechs Etappen beginnen im September dieses Jahres mit 15 Prozent und erreichen das Ziel im Januar 2014.

Das Programm zur Erneuerung des Fuhrparks Rumäniens wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Autoproduzenten und -verkäufer sowie Schrotthändler können sich seit Montag für das neu aufgelegte Programm „Rabla“/“Die Karre“ anmelden. Bis zum 3. April, wenn der Programmstart auch für Privatpersonen vorgesehen ist, soll die Liste der zugelassenen Unternehmen veröffentlicht werden. Das Budget für das Programm liegt heuer bei 114 Millionen Lei. Mit diesem Geld sollen rund 30.000 Gebrauchtwagen aus dem Verkehr gezogen werden. Der Wert einer Abwrackprämie beträgt 3800 Lei und für den Erwerb eines Neuwagens können drei Prämien verwendet werden.

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurden um 54 Prozent mehr Autos als im Januar und Februar vergangenen Jahres neu zugelassen. Die Angaben kommen von der Behörde für Führerscheine und Zulassungen zitiert von der deutschsprachigen Tageszeitung ADZ. In der gleichen Zeitspanne wurden im Vorjahresvergleich um rund 7% weniger Neuwagen verkauft, so der Verband der Autoproduzenten und -importeure. Die meistverkauften Marken waren im Januar und Februar dieses Jahres Dacia gefolgt von Volkswagen und Skoda. Bei den Neueinschreibungen zeigt sich ein ähnliches Bild: In der Rangliste führt Dacia, gefolgt von Volkswagen, Skoda und Ford.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie erst in zwei Wochen wieder hier. Kommenden Donnerstag laden Sie die Radioredaktionen des deutschsprachigen Medienvereins FunkForum zu ihrer Gemeinschaftssendung, dem Funkmagazin, ein. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 22.03.2012
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