Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 19.04.2012

Innerhalb der Wirtschaftsmeldungen dieser Woche erhalten Sie Informationen aus der landesweiten und regionalen Wirtschaft Rumäniens. Gegliedert sind die Informationen unter:  
- Tätigkeit der deutschsprachigen Wirtschaftsvereine / Messen und – Wirtschaftsveranstaltungen / Regionale Wirtschaft / Arbeitsmarkt Rumäniens,  
- Rumänische Wirtschaft im internationalen Kontext  / Statistiken und Bankwesen.  
Lesen und hören Sie hier mehr darüber!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Als erstes befassen wir uns mit der Tätigkeit der deutschsprachigen Wirtschaftsvereine:

Die Mitglieder des Deutschsprachigen Wirtschaftsclubs Banat kommen am morgigen Freitag innerhalb ihrer Monatssitzung zusammen. Das Treffen ist ab 19Uhr30 im Restaurant Casa del Sole in der Temeswarer Elisabethstatt anberaumt. Als Ehrengast ist der Abgeordnete des Deutschen Forums im rumänischen Parlament Ovidiu Gant zugegen. 
Hier die weiteren geplanten Veranstaltungen des deutschsprachigen Wirtschaftsclubs Banat bis zu den Sommerferien: Der Austrian Business Club Bukarest besucht im Monat Mai den Temeswarer Partnerclub. Das gemeinsame Treffen soll am Donnerstag, dem 24. Mai, in  Temeswar stattfinden. Der deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat feiert dann am 15. Juni sein 10-jähriges Bestehen mit einem Sommerfest im Temeswarer Dorfmuseum im Jagdwald. Desweiteren plant die Deutsch-Rumänische Handelskammer Bukarest mit den Temeswarer Geschäsftsleuten Ende Juni einen Bayernstammtisch zum Thema "Duale  Berufsausbildung".

Messen und Wirtschaftsveranstaltungen:

Die Arader Industrie-, Landwirtschafts- und Handelskammer veranstaltet diese Woche ein gemischtes Messeevent auf dem Gelände von Expo Arad International. Gleich drei Messen öffneten hier Ihre Tore am heuitgen Donnerstag. Das sind die Messe für Blumen und Gartenzubehör Gardenia, die Tourismusmesse Estival und die Möbelmesse Mobilar. Die Öffnungszeiten sind am Donerstag und Freitag zwischen 11 und 20 Uhr, am Samstag zwischen 10 und 20 Uhr  und am Sonntag zwischen 9 und 15 Uhr.

Eine internationale Erfindermesse findet ebenfalls diese Woche in Hatzfeld statt. Erwartet werden 70 Erfinder aus Serbien, Ungarn, Kroatien, der Slowakei und Rumänien. Die feierliche Eröffnung findet am morgigen Freitag statt und die Messe ist bis Sonntag besuchbar. Das ist die erste Auflage der Hatzfelder Erfindermesse. 

Die Temescher Industrie-, Landwirtschafts- und Handelskammer ist kommende Woche Veranstalter einer weiteren Messe: „Das Universum Deines Hauses“. Das ist die Messe für Bauunternehmen, Innen- und Außeneinrichtungen sowie für Möbel und Dekorationen. Gastgeber ist das Regionale Handelszentrum in Temeswar. Die Messe wird von heute in einer Woche eröffnet und ist bis Sonntag offen.

Die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer organisiert in diesem Monat ein Fachforum im Bereich der erneuerbaren Energien in Berlin. Erörtert werden dabei wirtschaftliche und juristische Aspekte des rumänischen Marktes für erneuerbare Energien und Umwelttechnik. Das Fachforum findet von morgen in einer Woche, am 27. April, im Gebäude des Berliner Reichtags statt. Partner des Events ist die Deutsch-Rumänische Juristenvereinigung. Darüber informiert der Rumänien-Onile-Kurier und mehr Infos dazu erhalten Sie unter zoro.ro.

Aus der regionalen Wirtschaft:

Einen großangelegten Getreidediebstahl in West-Rumänien untersuchen die Spezialeinheiten der Polizei seit gestern. Es geht dabei um das Unternehmen Exclusiv Agro Line, das ehemalige Aton Transilvania, in Merzidorf unweit von Temeswar. Die Wachleute seien mit Unterstützung einiger Arbeitnehmer impliziert, erklärte Aton-Geschäftsführer Dorel Andras dem Rumänien Online Kurier gegenüber. Zur 10- bis 15-köpfigen Diebesbande gehöre Wachpersonal, Schoffeure sowie eine Reinigungskraft. Es steht noch nicht fest, an wen das gestohlene Getreide verkauft wurde. Man spricht von Waren im Wert von 500.000 bis eine Million Lei.

Der Verkehr auf der Arader Umfahrtstraße im Autobahnformat ist gesperrt. Das ist die Fortsetzung der Autobahn Temeswar-Arad Richtung Nadlak. Hier werden Bauarbeiten durchgeführt. Die Autos, die von Nadlak nach Temeswar oder von Temeswar nach Nadlack fahren, müssen nun entweder durch die Arader Innenstadt oder über die alte Ringstraße. Die Sperre gilt seit Vorgestern und bleibt bis kommende Woche am Dienstag in Kraft. Der Verkehr auf der Autobahn zwischen Arad und Temeswar ist dadurch nicht beeinträchtigt. 

Zum Arbeitsmarkt Rumäniens:

Das Angebot an vakanten Arbeitsplätzen war auch diese Woche reich. Hier die Angaben für West-Rumänien: Im Kreis Temesch waren es zum Wochenbeginn 444 belegbare Jobs und im Kreis Arad 180. Kreis Karasch-Severin hat nachwievor wenig in diesem Bereich anzubieten, 16 freie Arbeitsstellen waren hier verfügbar. Landesweit waren mehr als 10.000 freie Arbeitsstellen gemeldet, die meisten davon für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung.

Die Arbeitslosen in West-Rumänien können Ende dieses Monats einen Job finden. Die Kreisagenturen für die Beschäftigung der Arbeitskräfte organisieren von morgen in einer Woche mehrere Jobbörsen. Die Unternehmer auf Arbeitskraftsuche können ihre Angebote bei den Agenturen anmelden und kostenlos an den Börsen am 27. April teilnehmen. Austragunsorte sind dann in Temeswar das Jugendkulturhaus sowie in Arad das Restaurant Bucegi am Bahnhofsplatz. Weitere Jobbörsen in West-Rumänien finden zeitgleich in Reschitza und in Diemrich statt.

Rumänische Wirtschaft im internationalen Kontext:

Vertreter des Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Kommission und der Weltbank kehren nach Rumänien zurück. Die Fachleute überprüfen die Einhaltung des vorbeugenden Abkommens mit unserem Land. Das ist die bereits 5. Evaluierung des Abkommens mit Rumänien und sie findet im Zeitraum 24. April – 7. Mai statt. Wichtige Punkte auf der Tagesordnung sind die Termine für die Privatisierung einiger Staatsunternehmen sowie für den Börsengang anderer Firmen aus dem Staatseigentum, darunter die Rumänische Post.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat für 2012 und 2013 etwas bessere Aussichten für das weltweite Wirtschaftswachstum. Er fordert von Europa aber neue Konjunkturmaßnahmen. In dem in Washington am Dienstag vorgelegten Weltwirtschaftsausblick warnt IWF-Chefökonom Olivier Blanchard, dass das Risiko einer weiteren Krise weiterhin sehr präsent sei und dass es sowohl Industrie- als auch Schwellenländer treffen könnte. Zurzeit sei die Weltwirtschaft in einer Phase der gespannten Ruhe. Weltweit erhöhte der IWF seine Wachstumsprognose auf 3,5% für dieses Jahr. 2013 schätzt er das globale Plus auf 4,1%. Für Rumänien behielt der IWF seine Wachstumsprognose für dieses Jahr unverändert bei 1,5%, im nächsten Jahr erwartet er ein Wachstum von 3% und bis 2017 rechnet er mit +4%.

Die Europäische Kommission fordert diese Woche die EU-Staaten auf, die Beschränkungen auf ihren Arbeitsmärkten für rumänische und bulgarische Arbeitskräfte aufzuheben. Die Kommission stellt dabei eine Strategie zur Förderung des Wirtschaftswachstums innerhalb der Union vor. Die Aufhebung der Arbeitsbeschränkungen ist Teil der Strategie, da eine Studie zeigt, dass die Arbeitnehmer aus Rumänien und Bulgarien die Wirtschaft in den europäischen Mitgliedsstaaten stimulieren und keine höhere Arbeitslosenraten hervorrufen. Angesprochen werden 9 Staaten, die noch den kompletten Zugang der Arbeitskräfte auf ihren Arbeitsmärkten beschränken. Das sind Großbritanien, Irland, Belgien, Spanien, Frankreich, Luxemburg, Malta, die Niederlande und Österreich. Die Niederlande gaben bereits ihre Absicht bekannt, die Arbeitsbeschränkungen bis 2015 beizubehalten.

Die Geldsummen, die die im Ausland tätigen rumänischen Staatsbürger im Monat März nach Hause geschickt haben, lagen um 2 Millionen höher als im Vormonat Februar. Im Vorjahresvergleich waren es um 5 Millionen Euro mehr. Im gesamten Jahresablauf 2011 wurden überhaupt die geringsten Summen der letzten Jahre nach Rumänien überwiesen: rund 3,5 Milliarden Euro. Hingegen war das Jahr 2008 das reichste in dieser Hinsicht: 6,6 Milliaden Euro kamen dann von Auslandsverwandten nach Rumänien. 

Statistiken und Bankwesen:

Der Umsatz des Lebensmittel-Einzelhandels ist in diesem Monat dank des Osterfestes um mindestens 25% gegenüber einem feiertagslosen Monat gestiegen. Darüber berichtet das Wirtschaftsblatt „Ziarul financiar“ unter Berufung auf Branchenangaben. Die Retailer, Hyper- und Supermärkte, Discounter und die kleinen Stadtviertel-Läden dürften sich im April auf einen Gesamtumsatz von mehr als 800 Millionen Euro freuen.

Die rumänischen Staatsbürger gönnten sich in diesem Jahr anlässlich der Osterfeiertage rund 50 Millionen Eier, 4 Millionen Lämmer und mindestens 7 Millionen Kuchenbrote, so die ersten Schätzungen der Lebensmittelindustrie. Der Konsum dieser Produkte sei jedoch nach Angaben der Lebensmittelproduzenten weit höher, da in den ländlichen Haushalten auch auf die Eigenproduktion zurückgegriffen wird.

Die Gesamtausgaben zu Ostern lagen duchschnittlich in Rumänien zwischen 100 und 500 Lei (umgerechnet waren es zwischen 20 und 120 Euro). Die Angaben stammen vom Institut für Bewertung und Strategie infolge einer Umfrage am katholischen Osterdonnerstag und Osterfreitag bzw. am orthodoxen Gründonnerstag und Karfreitag. Nur 2% der Befragten gaben an, mehr als 2.000 Lei anlässlich der Feiertage ausgegeben zu haben. 4 von 10 Befragten gaben heuer weniger aus als in den vergangenen Jahren, so die Ergebnisse der Umfrage.

Hier auch die Referenzkurse der Notenbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern mit 4Lei37 quotiert – genau so wie vor einer Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei34, um einen Ban mehr wie vor einer Woche. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei47 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei95. Ein Gramm Gold wurde auf 177 Lei und 12 Bani gewertet – um 32 Bani weniger als vor einer Woche. 

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie erst in zwei Wochen wieder. Am kommenden Donnerstag laden Sie die Radioredaktionen des deutschsprachigen Medienvereins FunkForum zu ihrer Gemeinschaftssendung Funkmagazin ein. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

04.19. WM1  


04.19. WM2  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 19.04.2012
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