Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 02.08.2012

Die Wirtschaftsmeldungen dieser Woche enthalten Informationen zu:
- Wirtschaftsmissionen, Statistiken und Bankwesen,
- Aus der Landeswirtschaft,
- Zum Arbeitsmarkt Rumäniens, sowie aus der regionalen Wirtschaft.
Lesen und hören sie hier mehr!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Wirtschaftsmissionen, Statistiken und Bankwesen:

Die gemeinsame Delegation des Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Kommission und der Weltbank ist Anfang dieser Woche in Bukarest eingetroffen. Die Finanzexperten verhandeln mit der Ponta-Regierung über ein neues Vorbeugungsabkommen für den Zeitraum 2013-2015 im Wert von 5 Milliarden Euro. Desweiteren werden die neuen Regierungsmaßnahmen zur Wirtschaftsankurbelung erörtert: darunter die Zahlung der Mehrwertsteuer bei der Einkassierung der Rechnung sowie die Einführung der verminderten Mehrwertsteuer für Lebensmittel ab dem 1. Januar 2013. Verspätungen verzeichnet Rumänien im Bereich der vorgenommenen Privatisierungen sowie der Ernennung von privaten Managern an der Führung staatlicher Unternehmen.

Rumäniens Vertreter beim Internationalen Währungsfonds, Mihai Tanesescu, übernahm am gestrigen 1. August eine Vizepräsidentenstelle bei der Europäischen Investmentbank. Es ist das erste Mal, dass Rumänien in diesem Gremium vertreten ist. Tanesescu löst im Amt den Griechen Plutarkos Sakellaris ab und ist somit Mitglied des Vorstandes, der einen Vorsitzenden und 8 Vizepräsidenten umfasst.

Rumänien hat Ende Juni einen Haushaltsüberschuss von 400 Millionen Lei verzeichnet, was dazu führte, dass der Fehlbetrag in der Staatskasse nach sechs Monaten rund 1,12 Prozent des für dieses Jahr veranschlagten Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Nach fünf Monaten lag dieser Wert bei 1,19 BIP-Prozent. Darüber berichtet die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien und bezieht sich auf eine Presseerklärung von Finanzminister Florin Georgescu von vergangener Woche. Das mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) für dieses Jahr vereinbarte Haushaltsdefizit liegt bei 2,2 BIP-Prozent, nach 4,3 BIP-Prozent im vergangenen Jahr.
Wie der Finanzminister weiter mitteilte, sind die Budgeteinnahmen im ersten Halbjahr 2012 als BIP-Anteil um 0,5 Prozentpunkte auf 15,3 BIP-Prozent gestiegen. Gleichzeitig gingen die Ausgaben in diesem Zeitraum leicht zurück und zwar um 0,3 Prozentpunkte auf 16,4 BIP-Prozent. 
Florin Georgescu zeigte sich zuversichtlich, dass Rumänien heuer sein Wachstumsziel von 1,5 BIP-Prozent schaffen würde, zumal im ersten Halbjahr die Ausgaben für Investitionen gestiegen sind und vor allem sich die Wachstumsbranchen gut entwickeln. Außerdem sind die Haushaltseinnahmen höher als geplant ausgefallen. 

Die rumänische Landeswährung gewann am Montag wieder etwas an Wert, nachdem sie in den Wochen davor täglich neue Tiefrekorde verzeichnen mußte. Im Vergleich zur Vorquotierung am Freitag-Nachmittag sank der offizielle Euroreferenzkurs am Montag-Nachmittag um 6 Bani und der US-Dollar-Kurs um 5 Bani. Am Dienstag-Nachmittag sowie gestern-Nachmittag stiegen dann die beiden Kurse wieder ein bisschen an. Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4 Lei 58 quotiert – das ist ein Ban mehr als am Dienstag bzw. 2 Bani mehr als vor zwei Wochen – und ein US-Dollar mit 3 Lei 72, ein Ban weniger als vor zwei Wochen. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint liegt bei 1 Lei 63 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3 Lei 88. Ein Gramm Gold wird auf 183 Lei und 54 Bani geschätzt – um rund 5Lei50 weniger als vor zwei Wochen.

Aus der Landeswirtschaft:

Das staatliche Energieunternehmen Hidroelectrica bringt Energiemengen an die Börse. Freigeworden sind diese infolge mehrerer Aufkündigungen von direkten Sonderverträgen. Darüber informiert die online-Ausgabe der ADZ. Insgesamt 83.520 MWh aufgeteilt in sechs kleinere Pakete wurden am Dienstag über den Betreiber der Energiebörse OPCOM versteigert. Der Startpreis lag mit 189 Lei pro MWh unter dem durchschnittlichen Marktpreis von 220 Lei. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden bei zwei ähnlichen Versteigerungen Preise über 250 Lei pro MWh erzielt.
Mitte vergangener Woche wurden die Sonderverträge mit Hidroelectrica der beiden Unternehmen Elsid und Electrocarbon zu einem neu ausgehandelten Preis bis März 2013 verlängert. Der Chef des Insolvenzverwalters Euro Insol, erklärte für das Nachrichtenportal „hotnews.ro“, dass der neue Preis aufgrund der ausstehenden Verhandlungen mit Alro nicht mitgeteilt werden kann, aber dass dieser im Bereich der Einigung mit Electromagnetica liege – Electromagnetica hat eine Verlängerung des Sondervertrags zum Preis von 198 Lei pro MWh von zuvor 140 Lei ausgehandelt. Damit steht nur noch der größte Sondervertrag mit dem Aluminiumproduzenten Alro Slatina vor weiteren Verhandlungen, welche bis zum 15. August beendet werden sollen.

Rumänien hat in diesem Jahr 4,7 Millionen Tonnen Weizen geerntet, rund eine Million Tonnen weniger als 2011. Das sagte Landwirtschaftsminister Daniel Constantin Ende vergangener Woche auf einer Pressekonferenz. Zitiert wurde er von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien. Constantin beschuldigte seinen Vorgänger Valeriu Tabãrã, er habe im vergangenen Herbst zumindest geschummelt, als er die Weizenernte 2011 offiziell auf 7,2 Millionen Tonnen bezifferte. Im Ministerium habe er statistische Unterlagen für nur 5,8 Millionen Tonnen Weizen gefunden, sagte Constantin. Wegen der extremen Dürre und Hitze sei die diesjährige Weizenernte zwar niedriger ausfallen. Nahezu der gesamte eingefahrene Weizen sei aber noch im Land, 2012 wurden insgesamt nur 200.000 Tonnen Weizen exportiert, betonte der Minister. Was die Produktivität betrifft, so wurden 2012 im Schnitt 2,6 Tonnen Weizen je Hektar geerntet, im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Hektarertrag bei 3,5 Tonnen. Größere Ernteverluste drohen wegen der extremen Hitze voraussichtlich bei Mais und Sonnenblumen. Gemäß des Landwirtschaftsministeriums sollen die kleinen und mittelständischen Unternehmen zu 80% der Schaden entgolten werden, während die kleinen Farmer bis zu 7.500 Euro für die betroffenen Flächen erhalten können. Im Kreis Temesch sind fast 200.000 Hektar mit Mais bebaut, mehr als 30.000 mit Sonnenblume und 3.000 mit Sojabohne. Rund ein Fünftel dieser Gesamtfläche ist von der Dürre betroffen. 

Zum Arbeitsmarkt Rumäniens:

Das Angebot an vakanten Arbeitsplätzen war diese Woche reich. Hier die Angaben für West-Rumänien: Im Kreis Temesch waren es am Montag 510 belegbare Jobs, im Kreis Hunedoara 331 und im Kreis Arad 261. Kreis Karasch-Severin hat nachwievor wenig in diesem Bereich anzubieten, eine einzige freie Arbeitsstelle war hier Anfang der Woche verfügbar. Landesweit waren rund 11.000 freie Arbeitsstellen gemeldet, die meisten davon für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung sowie für unqualifizierte Arbeitskräfte.

Im Kreis Arad suchte man diese Woche Arbeiter im Bereich der Textilienindustrie. Rund die Hälfte der vakanten Arbeitsplätze waren aus diesem Bereich. Die Arbeitssucher können auch online die Angebote der Agentur für die Beschäftigung der Arbeitskräfte abrufen unter arad.anofm.ro. Für jeden freien Arbeitsplatz gibt es im Netz eine Telefonnummer und eine Kontaktadresse.

Mehr als 100 neue Arbeitslose wurden im vergangenen Monat im Kreis Karasch-Severin registriert. Das sind Absolventen verschiedener Schulungs- und Unterrichtseinheiten. Desweiteren sind bis Oktober bei der Kreisagentur für Beschäftigung der Arbeitskräfte die Entlassung von 229 Arbeiter von Hidroconstructia angekündigt.

Regionale und Lokale Wirtschaftsthemen:

Der Automobilzulieferer ContiTech Fluid weitet seine Produktionsstätte im nord-west-rumänischen Großkarol aus. Darüber berichtet der Rumänien Online-Kurier. Eine neue Halle zur Herstellung von Schläuchen wurde diese Woche am Montag eröffnet. Bis Anfang 2013 sollen drei neue Produktionslinien betriebstüchtig sein und 300 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Neuinvestition in Großkarol beläuft sich auf 15 Millionen Euro, fast ein Drittel davon sind Staatshilfen. ContiTech Fluid stellt seit 2001 in Großkarol Schläuche für Heizung bzw. Kühlung in Autos her – berichtet desweiteren das Portal zoro.ro.

Die Arbeiten an der ersten Strecke der Autobahn Temeswar-Lugosch halten auch in diesem Monat an – so das Nachrichtenportal tion.ro. Die Strecke verbindet die Ortschaften Giarmata mit Groß-Remetea und mißt 9,5 Km. Auch wenn der Termin für die Abgabe der Arbeiten erst April 2013 ist, wird die Strecke um den 20. August dem Verkehr frei gegeben. Zur Zeit arbeitet man an den Raststätten, es werden die Toiletten und die Waschanlagen aufmontiert sowie die Metalltrennwand zwischen den Fahrtrichtungen. Das Projekt ist im Wert von 48,9 Millionen Euro.

Neue Verkehrssperren gelten seit gestern in Arad. Die Passage zur Bahnüberführung bei Micalaca wird erneuert. Diese erstellt die Verbindung zwischen der Iuliu-Maniu-Straße und der Radnei-Straße in der Nähe des Sportpalais und ist der Hauptweg vom Arader Stadtzentrum Richtung Glogowatz, Diemrich, Bukarest. Die Arbeiten sollen ein halbes Jahr dauern. Gesperrt wird je eine Fahrtrichtung für je 3 Monate. Betroffen ist auch der Straßenbahnverkehr. Als Alternativstrecke gilt Nicolae-Titulescu-Boulevard – Billa – Renasterii – Radnei-Straße.

Mehrere Städte West-Rumäniens haben keine direkte Bahnverbindung mehr zum Schwarzen Meer. Die Bahnregionale begründete die Entscheidung mit der Senkung der Ausgaben im Bereich der Reparatur und der Instandhaltung der Bahnwaggons. Gestrichen aus dem Fahrplan wurden die direkten Verbindungen von Diemrich, Petroschen, Targu-Jiu und Reschitza nach Konstantza.

Die Stadt Temeswar soll ein neues Gesicht bekommen. Das verspricht der neue Bürgermeister Nicolae Robu. Zur Zeit wird an mehreren Infrastrukturprojekten in der Stadt gearbeitet. Hier erwähnte Robu die Michelangelo-Passage sowie ein Projekt, das den Verkehr vom Studentenviertel zur West-Universität und zur Politechnika-Universität erleichtern soll. Desweiteren soll die Stadt bis Ende kommenden Jahres über einen Springbrunnen mit musikalischem Lichtspiel an der Bega in der Flora-Gegend verfügen. Bis dahin sollen die Begaufer erneuert werden und die Stadtparks rund um die Uhr offen bleiben. Ausnahme macht nur der Kinderpark, der nachtsüber auch weiterhin geschlossen bleiben soll.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie kommende Woche wieder  – unter anderem mit den Hinweisen aus der Rechtspraxis. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

08.02. WM1  


08.02. WM2  


08.02. WM3  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 02.08.2012
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