Radio Temeswar

Opern- und Operettenfestival in Temeswar

Von Untreue und verzweifelter Liebe handelt Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“. Der Einakter eröffnete die inzwischen achte Auflage des Opern- und Operettenfestivals, das die Nationaloper und die Stadtverwaltung Temeswar jährlich veranstaltet.

Ein Ausnahmespektakel für Jedermann: Franz Lehárs „Land des Lächelns“ wurde Samstagabend gespielt. Foto: Zoltán Pázmány

Anders als der ehebrechende Turiddu, der sich feige vor seinen Verantwortungen stiehlt, halten Temeswarer weiterhin der Nationaloper die Treue. An allen drei Abenden am Wochenende war der Rosenpark randvoll. Hunderte Besucher zogen die Konzertabende dem Bierfest vor. Dabei mussten die Veranstalter bereits am Freitag Abend technische Hürden überbrücken: Aufgrund einer Strompanne verzichteten die Darsteller auf Mikrofone. Doch auch ohne Verstärker verzauberten Tenor Stelian Negoescu und Sopranistin Silvia Sorina Munteanu das Publikum. Im Anschluss an die „Cavalleria rusticana“ führte die Nationaloper „Pagliacci“ auf. Die veristische Oper in zwei Akten von Ruggero Leoncavallo handelt ebenfalls von Untreue und verbotenen Liebschaften, der mit dem tragischen Tod der Hauptfiguren endet. Neben Cristian Mogo{an (Tenor) und Lacrimioara Cristescu (Sopran) tritt in “Pagliacci” auch Gast-Bariton Kim In Hui auf. 

Bürgermeister Nicolae Robu hielt eine kurze Festrede. Darin sprach er die Kandidatur der Stadt Temeswar für den Titel europäische Kulturhauptstadt in 2020 an. Robu unterstrich die immense Bedeutung dieses Vorhabens. Das Opern- und Operettenfestival führte er als Beispiel auf, weshalb die Stadt diesen Titel verdienen würde. Es sei nur eines von vielen großen Kulturereignissen, die ohne das Interesse der Temeswarer nicht so langlebig wäre. Darum rief Robu auch die Bürger dazu auf, die Kandidatur Temeswars aktiv zu unterstützen. 

Auch am Samstag konnten sich die Veranstalter über Zuschauermangel nicht beklagen. Es war ein ganz österreichisch-ungarischer Abend dank Franz Lehárs „Land des Lächelns“ in der Regie von Marina Emandi-Tiron. 

Das Opern- und Operettenfestival geht am Wochenende weiter. Am Freitag wird „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauss aufgeführt. Am Samstag folgt „Carmen“ von Georges Bizet. Den Abschluss macht am Sonntag „Die Fledermaus“ von Strauss. Am Sonntagvormittag wird für die ganz kleinen Zuschauer „Hänsel und Gretel“ aufgeführt. Genau wie an diesem Wochenende ist der Eintritt zu sämtlichen Vorstellungen kostenlos.

29.08. Opern- Operettenfest  


 Robert Tari, Temeswar, 29.08.2012
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