Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 06.09.2012

Die Wirtschaftsmeldungen dieser Woche beinhalten Informationen über:
- Rumänische Landeswirtschaft und Statistiken, 
- Finanzen, Bankwesen und Arbeitsmarkt,
- aber auch regionale und lokale Wirtschaftsthemen
Lesen und hören sie hier mehr!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Rumänische Landeswirtschaft und Statistiken:

Ihre Prognose für das diesjährige Wirtschaftswachstum in Rumänien haben die Analysten der Kommerzbank BCR von ursprünglich 1,2 Prozent auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach unten korrigiert. Darüber berichtet die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. Die Prognosensenkung sei auf das schlechte Agrarjahr zurückzuführen – so die Experten weiter. Auch für 2013 wurde der vorgesehene Konjunkturabschwung Rumäniens von 2,9 auf 1,9 BIP-Prozent verringert. Das Budgetdefizit könnte möglicherweise um 0,8 Prozentpunkte höher ausfallen, als die Regierung in Bukarest mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbart hat, also auf 2,2 BIP-Prozent. Hintergrund dieser Prognose sind die im Spätherbst anstehenden Parlamentswahlen sowie das niedriger angesetzte Wirtschaftswachstum. Was die Inflation betrifft, so haben die BCR-Analysten ihre Schätzung von 3,7 Prozent  auf 4,2 Prozent erhöht. 

Der konsolidierte Haushalt Rumäniens hat im vergangenen August-Monat ein Defizit von nur 0,03 BIP-Prozent verzeichnet. Nach acht Monaten macht der Fehlbetrag im Haushalt 1,18 Prozent des für dieses Jahr veranschlagten Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus und liegt damit im grünen Bereich. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Mediafax unter Berufung auf Regierungsquellen. Mit diesem Wert liegt das Defizit gut einen Prozentpunkt unter dem mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) für das Gesamtjahr 2012 vereinbarten Ziel von 2,2 BIP-Prozent. Das Defizit könnte in den letzten vier Monaten bis Jahresende folglich noch um rund 6,2 Milliarden Lei wachsen, ohne das mit dem IWF vereinbarte Ziel zu gefährden - verzeichnet die heutige ADZ.

Der durchschnittliche Nettolohn in Rumänien ist im Juli im Vergleich zum Vormonat um 4 Lei und damit nominell um 0,3 Prozent auf 1556 Lei gestiegen. Das sind etwa 342 Euro zum durchschnittlichen Juli-Wechselkurs. Die Angaben stammen aus der heutigen deutschen Tageszeitung unter Berufung auf die Daten des Nationalen Instituts für Statistik in Bukarest. Inflationsbereinigt waren die Juli-Nettolöhne um 0,3 Prozent niedriger als im Vormonat. Der durchschnittliche nominelle Bruttolohn stieg im Juli um 0,3 Prozent auf 2147 Lei. Binnen eines Jahres stiegen die Reallöhne um 2,7 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Inflation war der nominelle Nettolohn im Juli um 5,8 Prozent höher als ein Jahr davor. Zwischen 10 und 11 Prozent mehr Geld gab es unter anderem in den Bereichen Versicherungen und Rückversicherungen, Rentenfonds und Autoindustrie. Der höchste Durchschnittslohn wurde im Juli im Sektor Finanzvermittlungen verzeichnet, der niedrigste im Hotel- und Gaststättenwesen.

Die Investitionen in der rumänischen Wirtschaft sind im ersten Halbjahr um 20 Prozent auf rund 29 Milliarden Lei im Vergleich zur selben Zeitspanne des Vorjahres gestiegen. Das teilte das Nationale Institut für Statistik in Bukarest mit. Auch das zweite Quartal schnitt mit einem Investitionsplus von 19,5 Prozent im Vorjahresvergleich gut ab. Rund 40 Prozent der Investitionen flossen im ersten Halbjahr 2012 in Maschinen, Anlagen und Verkehrsmittel, weitere 52 Prozent in Neubauten. Der Rest wird statistisch bei „anderen Ausgaben“ geführt.

Die Schulden der Unternehmen an den Staatshaushalt, die höher als 300 Millionen Lei ausfallen, werden über einen Zeitraum von sieben Jahren gestreckt. Dies erklärte am vergangenen Samstag Regierungssprecher Andrei Zaharescu. Zu diesen Unternehmen zählen das staatliche Fernsehen TVR, sowie die Bahngesellschaften für Warentransport und für Personenverkehr CFR Marfã und CFR S.A. Die Regierung billigte hierfür einen Änderungsantrag, der die Dringlichkeitsverordnung 29/2011 in dieser Hinsicht verändert.

Finanzen und Bankwesen: 

Das rumänische Finanzministerium hat am Dienstag bei einer Veräußerung von Staatsanleihen mehr Kapital angesammelt als geplant. Dies erklärte Finanzminister Florin Georgescu, zitiert von der rumänischen Rundfunkgesellschaft. Rumänien beabsichtigte durch diese Maßnahme 500 Millionen Euro anzuziehen und verkaufte bis zuletzt Obligationen im Wert von 750 Millionen Euro. Die Staatsanleihen in Euro haben einen Zins von 5,1% und sind Juni 2018 fällig. Die Nachfrage für den Ankauf dieser Obligationen lag bei 2,5 Milliarden Euro. Die Versuche, Staatsanleihen in der Landeswährung auf dem Innenmarkt zu verkaufen, sind im vergangenen Monat zwei Mal gescheitert. Grund dafür waren die zu hohen Zinsen, die die in Rumänien tätigen Banken für diese Obligationen benatragt hatten.

Die Devisenreserven Rumäniens sind im vergangenen Monat August weiter gesunken. Diesmal betrug der Rückgang binnen eines Monats rund 1,2 Milliarden Euro. Das teilte die Nationalbank in Bukarest mit. Bereits im Juli waren die Reserven um mehr als 800 Millionen Euro gesunken, im Juni waren es minus 500 Millionen Euro gewesen. Die Goldreserven Rumäniens blieben mengenmäßig unverändert bei 103,7 Tonnen. Bei nahezu konstanten Goldpreisen auf den internationalen Märkten sank ihr Wert im August 2012 gegenüber dem Vormonat Juli um nur 15 Millionen auf rund 4,4 Milliarden Euro. Rumänien muss im September rund 132 Millionen Euro seiner öffentlichen und öffentlich garantierten Außenverschuldung tilgen.

Die rumänische Landeswährung behält seinen Wert im Vergleich zu ihren Bezugswährungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei49 quotiert – das ist 1 Bani mehr als zwei Wochen zuvor – und ein US-Dollar mit 3Lei58, 1 Bani weniger als zwei Wochen zuvor. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag bei 1Lei57 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei38. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 194 Lei und 94 Bani geschätzt – um 5 Lei mehr als vor zwei Wochen.

Der rumänische Arbeitsmarkt:

Die Arbeitslosenquote ist in Rumänien im Juli saisonbeglichen und im Vormonatsvergleich um 0,3 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent weiter gesunken. Nach Schätzung des Statistikamtes gab es Ende Juli in Rumänien rund 694.000 Arbeitslose, das wären 33.000 weniger als im Juni und 38.000 weniger als im Juli 2011. In der Europäischen Union stagnierte die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat bei 10,4 Prozent, im Euro-Raum waren es 11,3 Prozent.

Hunderte Jobs standen auch diese Woche im Angebot der Agenturen für die Beschäftigung der Arbeitskräfte in den Kreisen West-Rumäniens. Die meisten Angebote gab es im Kreis Hunedoara: 363. Im Kreis Temesch waren am Montag 336 Jobs belegbar und im Kreis Arad 143. Kreis Karasch-Severin bot nachwievor wenig in diesem Bereich: dennoch waren hier 16 freie Arbeitsstellen Anfang der Woche verfügbar. Landesweit waren knapp 9.500 freie Arbeitsplätze gemeldet. Die meisten Arbeitsangebote sind nachwievor für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung sowie für unqualifizierte Arbeitskräfte. 

Eine Jobbörse wird Ende September zeitgleich in Temeswar und in Lugosch organisiert. Die Arbeitgeber können sich daran kostenlos einschreiben, indem sie die Kreisagenur für die Beschäftigung der Arbeitskräfte AJOFM kontaktieren. In Temeswar wird die Börse am 28. September im Jugendkulturhaus organisiert, in Lugosch ebendann beim Sitz der Arbeitsvermittlungsabegtur.

Regionale und lokale Wirtschaftsthemen:

Das kanadische Bergbauunternehmen Eldorado Gold Corporation will nach dem Rosia-Montana-Projekt nun auch bei Certej im Kreis Hunedoara Gold abbauen. Eingesetzt werden soll auch hier das hochgiftigen Zyankali. Das Unternehmen erhielt bereits dafür den Umweltbescheid durch die regionale Umweltagentur in Temeswar. Als Reaktion darauf, entließ Umweltministerin Rovana Plumb am Montag die Direktorin der Umweltagentur, Gabriela Lambrino, aus ihrem Amt. Plumb erklärte, sie habe erst am Montag aus der Presse erfahren, dass für das Goldabbauprojekt der Umweltbescheid vergeben wurde, hingegen wäre die regionale Agenur verpflichtet gewesen, das Ministerium darüber im voraus zu informieren. 

Die Herbstsaison der Wirtschaftsmessen in Arad startete am heutigen Donnerstag. Da öffneten sich die Tore der 23. Auflage der internationalen Landwirtschaftsmesse Agromalim. Diese wird bis Sonntag auf dem Gelände von Expo Arad International in der West-Industrie-Zone der Stadt ausgetragen. Rund 250 Aussteller aus Rumänien, Ungarn, Kroatien, Deutschland, Österreich, Italien, Polen, den Niederlanden und Dänemark nehmen daran teil. Der Freitag und der Samstag sind den Viehzüchtern gewidmet. Vorgesehen ist auch der traditionelle Schönheitswettbewerb für Rinder Miss-Kuh-Arad.

Die Arader Textilienfabrik Moda SA produziert und exportiert heuer Oktoberfestkleidung. Der Preis für einen bunt geschmückten Dirndl mit Swarowsky-Kristallen kann auf bis zu 1.000 Euro kommen. Alle dafür notwendigen Materialien und Accesoires werden aus Deutschland gebracht, erklärt Geschäftsführerin Monica Fufezan. Rund 2.000 Dirndl verlassen wöchentlich die Arader Fabrik Richtung Deutschland.

Der deutsche Wirtschaftsclub Kronstadt veranstaltet auch in diesem Jahr das traditionelle Oktoberfest. Dieses startet am heutigen Donnerstag-Abend und hält bis Sonntag an. Das Fest beginnt mit einer Oktober-Parade durch das Zentrum der Karpatenstadt bis zum Veranstaltungsort: der Tiriac-Arena. Hier werden die Bierfässer angezapft und die Unterhaltung bei Blasmusik und bayerischen Spezialitäten nimmt ihren freien Lauf. Mit dabei sind die Blaskapelle Korona der siebenbürger Sachsen, die Kapelle aus dem Burzenland sowie die Oktoberfestband Wirbelwind aus Deutschland. Während der 4 Festtage werden auch spezifische Wettbewerbe veranstaltet wie Seilziehen, Fässerrollen, Riesenbrätzel- und Wurst-gladiatoren-spiele sowie Fischen- und Tanzmeisterschaften aber auch das Schönheitswettbewerb Miss Oktoberfest 2012. 

Der Deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat unterstützt auch heuer junge Kunststudenten im Rahmen der jährlichen Juventus-Ausstellung. Diese wird von der Galerie Interart Triade organisiert, unter Leitung von Sorina Jecza. Das diesjährige Thema der Ausstellung lautet „Der Mensch im Alltag”. Erwartet werden Malereien (Öl und Acryll auf Leinwand), die dieses Thema wiedergeben. Daran können Studenten und Masteranden der Kunsthochschulen teilnehmen. Einschreibungen sind bis zum 12. Oktober per E-Mail einzureichen an: jecza@mail.dnttm.ro. Die besten Werke werden vom Deutschsprachigen Wirtschaftsclub Banat ausgezeichnet. Die Vernissage der Ausstellung mit Preisverleihung finden am 28. Oktober ab 11 Uhr in der Galerie Triade statt, in Temeswar, Calea Martirilor Nr.51/45.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie kommende Woche wieder  – unter anderem mit den Hinweisen aus der Rechtspraxis. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 06.09.2012
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