Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 4.10.2012

In den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche gibt es Informationen:
- über die Tätigkeit der deutschsprachigen Wirtschaftsvereine Rumäniens
- aus der landesweiten Wirtschaft Rumänien sowie über Finanzen und Bankwesen,
- aber auch regionale und lokale Wirtschaftsthemen.
Hören und lesen Sie hier mehr darüber!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Informationen über die Tätigkeit der deutschsprachigen Wirtschaftsvereine Rumäniens:

Sowohl der deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat als auch der deutsch-rumänische Wirtschaftsverein Arad veranstalten kommende Woche die Monatstreffen ihrer Mitglieder. 

Der deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat lädt heute in einer Woche zum Oktober-treffen seiner Mitglieder ein. Das Wirtschaftstreffen findet in der Jazzissimo-Lounge in der Temeswarer Theresienbastei am Donnerstag ab 19Uhr30 statt. Ehrengast ist der Oberbürgermeister der Stadt Temeswar Nicolae Robu.

Das Oktobertreffen des deutsch-rumänischen Wirtschaftsvereins Arad findet am Dienstag, den 9. Oktober statt. Anlass dazu gibt der Besuch einer Kinder- und Elterngruppe aus Deutschland. Die Gruppe wird von dem Leiter der rumänischen Redaktion der Deutschen Welle in Bonn, Robert Schwartz, dem ehemaligen Schulleiter des deutschen Lyzeums in Bukarest, geleitet. Die Reise führt von Temeswar aus über Sanktandres, Periam-Port und Alexanderhausen. Vorsitzender des deutsch-rumänischen Wirtschaftsvereins in Arad ist Manfred Engelmann:

Die Mitglieder beider Wirtschaftsclubs sind dann am Samstag, den 13. Oktober, nach Wolfsberg eingeladen. Das deutsch-bömische Dorf am Fuße des Semenik feiert sein Kirchweihfest und der Medienverein FunkForum veranstaltet ebendann die Herbstkonferenz seiner Mitglieder.

Gefeiert wird kommende Woche auch in Siebenbürgen. Über den deutschsprachigen Wirtschaftsclub in Hermannstadt hat uns die Einladung zu einem Musikalischen Abend am Freitag, den 12. Oktober, erreicht. Es geht dabei um einen musikalischen Streifzug  durch die K.u.K. Monarchie unter dem Namen „Als Böhmen noch bei Österreich war...“. Die Veranstaltung findet im Restaurant Hermania statt, das ist die alten Philharmonie in Hermannstadt. Geboten werden ein Drei-Gänge-Menü in zwei Wahlmöglichkeiten sowie österreichische Weine. Der Preis beträgt 80 Lei pro Person und schließt auch die musikalische Darbietung ein.

Und ebenfalls kommende Woche am Freitag läuft auch der Termin ab, bis zu dem sich junge Kunststudenten und -masteranden an der diesjährigen Juventus-Ausstellung einschreiben können. Der deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat unterstützt auch die diesjährige Auflage der Juventus-Ausstellung, die von der Galerie Interart Triade unter Leitung von Sorina Jecza organisiert wird. Das diesjährige Thema der Ausstellung lautet „Der Mensch im Alltag”. Erwartet werden Malereien (Öl und Acryll auf Leinwand), die dieses Thema wiedergeben. Einschreibungen sind bis zum             12. Oktober per E-Mail einzureichen an: jecza@mail.dnttm.ro. Die besten Werke werden vom Deutschsprachigen Wirtschaftsclub Banat ausgezeichnet.                Die Vernissage der Ausstellung mit Preisverleihung finden am 28. Oktober ab 11 Uhr in der Galerie Triade statt, das ist in Temeswar, in der Calea Martirilor Nr.51/45.

Aus der Wirtschaft Rumäniens:

Alle Wirtschaftsbranchen in Rumänien rechnen in diesem Herbst mit der Stagnation ihrer Geschäfte. Darüber informiert die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien ADZ und beruht sich damit auf der monatlichen Konjunkturumfrage des Statistikamtes in Bukarest. Die Bauindustrie setzt sogar saisonbedingt auf einen Rückgang ihrer Aktivitäten. Die Manager aus der verarbeitenden Industrie gehen von einer relativen Stabilität der Produktion aus. Auch die Zahl der Beschäftigten bleibt in der Industrie nahezu unverändert. Die Preise der Industrieerzeugnisse hingegen steigen, heißt es weiter in der Umfrage. In der Bauwirtschaft soll das Produktionsvolumen im Zeitraum September bis einschließlich November sinken, ebenso der Auftragsbestand und die Neuaufträge. Die Preise hingegen dürften im Baugewerbe weiter zulegen – so die Umfrage des Statistikamtes weiter.

Die rumänische Fluggesellschaft Tarom soll diese Woche ihren Privatmanager kennen lernen. Dies erklärte am Montag Verkehrsminister Ovidiu Silaghi. Dann wurden die letzten 5 von 10 Kandidaten für diese Stelle interviewt. Alle sind Ausländer – so Silaghi. Der rumänische Staat beabsichtigt 20% seiner Tarom-Anteile zu verkaufen. Das wurde innerhalb des Abkommens mit dem Internationalen Währungsfonds vereinbart.

Die rumänische Privatisierungsbehörde ruft den Inhaber des Nischenfernsehsenders OTV, Dan Diaconescu, vor Gericht. Betrug durch Irreführung des rumänischen Staates und der Öffentlichkeit bei der Privatisierung des Chemiewerks Oltchim in Ramnicu Valcea wird Diaconescu vorgeworfen. Darüber berichtet der Rumänien Online-Kurier. Dan Diaconescu hatte Ende September die Ausschreibung zum Ankauf des Mehrheitspakets des Oltchim-Betriebs gewonnen. Er konnte jedoch die 203 Millionen Lei zum Erstehen der Staatsanteile nicht aufbringen bzw. nachweisen, sodass die Privatisierung ersteinmal gestoppt ist. Als Plan B beabsichtigt die rumänische Regierung, sich vom IWF die Erlaubnis einzuholen, die Privatisierung des Unternehmens in Ramnicu Valcea nicht mehr über Ausschreibungen sondern in direkten Verhandlungen mit potentiellen Investoren durchzuziehen.

Finanzen und Bankwesen:

Die Devisenreserven Rumäniens sind im September zum ersten Mal seit Monaten wieder gestiegen. Ihr Wert stieg gegenüber dem Vormonat um fast 1,5 Milliarden Euro auf 32,4 Milliarden Euro. Das teilte die Nationalbank in Bukarest am Montag mit, zitiert von der ADZ. Seit Mai waren die Reserven um insgesamt fast 3,4 Milliarden Euro gesunken.  Die Goldreserven Rumäniens blieben mengenmäßig unverändert bei 103,7 Tonnen. Bei steigenden Goldpreisen auf den internationalen Märkten wuchs ihr Wert im September gegenüber dem Vormonat um 186 Millionen Euro auf rund 4,5 Milliarden Euro. Damit betrugen die internationalen Reserven Rumäniens Ende September rund 37 Milliarden Euro. Rumänien muss im Oktober rund 122 Millionen Euro seiner öffentlichen und öffentlich garantierten Außenverschuldung tilgen.

Das rumänische Finanzministerium will im Oktober insgesamt 4,15 Milliarden Lei auf dem rumänischen Kapitalmarkt und 150 Millionen Euro von den Außenmärkten borgen. Der Hauptgrund dafür ist, dass der Staat Anfang November fällige Obligationen in Höhe von knapp 800 Millionen Euro tilgen muss. Im September wollte das Finanzministerium ursprünglich 3,3 Milliarden Lei borgen, letztendlich wurden es 4,5 Milliarden Lei vom Binnenmarkt und 750 Millionen Euro von den ausländischen Kapitalmärkten. In den Monaten davor hatte der rumänische Staat wegen hoher Rendite weniger als vorgesehen geborgt.

Der Wechselkurs für die Berechnung der Akzisen im kommenden Jahr steht fest. Die Europäische Zentralbank kündigte am Montag den Wechselkurs von 4,5223 Lei für einen Euro an. Dieser Wert ist 5,2 Prozent über denjenigen für das laufende Jahr von 4,3001 Lei pro Euro. Verbrauchssteuern werden in Rumänien unter anderem für alkoholische Getränke, Tabakwaren, Treibstoff und elektrische Energie erhoben. Diese werden in Euro festgelegt und anschließend zum Wechselkurs der EZB vom ersten Arbeitstag im Oktober des Vorjahres umgerechnet. Laut der Nachrichtenagentur Agerpres werden neben der Verteuerung durch den veränderten Wechselkurs auch gewisse Akzisen erhöht. Im Januar soll die Verbrauchssteuer für Diesel von 374 Euro pro Tonne auf 391 Euro pro Tonne steigen und Mitte nächsten Jahres wird für Tausend Zigaretten die Akzise von bisher 79,19 Euro auf 81,78 Euro steigen. Laut dem Finanzministerium sind die Steuereinnahmen aus Verbrauchssteuern in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 9,5 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen.

Die rumänische Landeswährung verlor in den letzten beiden Wochen leicht an Wert im Vergleich zu den Bezugswährungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei52 quotiert – das sind 2 Bani mehr als vor 2 Wochen – und ein US-Dollar mit 3Lei50, 4 Bani mehr als vor zwei Woche. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag bei 1Lei58 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei93. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 200 Lei und 5 Bani geschätzt – um fast 3 Lei mehr als vor zwei Wochen.

Regionale und lokale Wirtschaftsthemen:

Das Temeswarer Großunternehmen AEM feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum. Seit Jahrzehnten produziert die Firma Messgeräte für elektrische Energie. Mittlerweile stellt der Produzent als einziges Unternehmen in Rumänien außer Stromzähler auch Zähler für Gas, Wasser und thermische Energie her. Gegenwärtig beschäftigt der Betrieb fast 1400 Arbeitnehmer und der Umsatz erreichte in diesem Jahr 62 Millionen Euro. 

Der Verkehr auf der Teilstrecke 1 der Autobahn Temeswar-Lugosch wurde gestern nicht – wie geplant – frei gegeben. Der Projektleiter erklärte, die Arbeiten seien bereits fertig, die Gesellschaft für Autobahnen und Landstraßen habe aber die Freischaltung des Verkehrs unbegründet blockiert. Die Teilstrecke ist 9,5 Km lang und verbindet die Strecke Arad-Temeswar mit Remetea Mare. Die Investition beläuft sich auf 47 Millionen Euro.

Die Landesbahn des Temeswarer Flughafens wird erneuert. Die Ausschreibung wird diese Woche beendet und die Arbeiten wurden auf 3 Millionen Euro geschätzt, erklärte der Geschäftsführer des Flughafens für Radio Temeswar. Mehrere Modernisierungsarbeiten werden desweiteren geplant, darunter die Verbindung des Flughafens mit dem Landesnetz für Bahn und Busse.

Großes Interesse der Unternehmer für die Reinigungsarbeiten der west-rumänischen Landstraßen im Winter: Die Region aus der Verwaltung des Temeswarer Amtes für Landstraßen wurde in 6 Distrikte aufgeteilt. Bekannt gegeben wurden auch die Firmen, die die Reinigungsdienste in Anspruch nehmen wollen. Die Gewinner werden Anfang November bekannt gegeben.

Die Bahnlinie Orawitza – Anina im Kreis Karasch-Severin wird in diesem Monat erneuert an der Bukarester Börse ausgeschrieben. Die Strecke wird für 4 Jahre vermietet und als Auswahlkriterium bei der Ausschreibung gilt der höchst-angebotene Preis. Die Gewinnerfirma muss dann auch die Angestellten der Sektion übernehmen, das sind zur Zeit 77 Arbeitskräfte.

Hunderte Arbeitsplätze für Ärzte und Krankenschwester im Ausland werden kommende Woche am Mittwoch in Temeswar vorgestellt. Hotel Timisoara ist am 10. Oktober Gastgeber einer solchen Börse. Die Veranstalter versprechen Arbeitsstellen in Großbritanien, Deutschland, Frankreich, Belgien, Norwegen, Schweden und Dänemark. Den Kandidaten werden zudem auch Sprachkurse für das Erlernen der Fachbegriffe geboten. Die Monatslöhne können 5 Tausend Euro überschreiten. Die Jobbörse für Mediziner kam im Vorfeld bereits nach Großwardein am gestrigen 3. Oktober.

Weitere 100 freie Arbeitstellen sind in Deutschland im Bereich der Unterkunfts- und Verpflegungsdienste. Diese werden in Hermannstadt kommende Woche am Dienstag und Mittwoch vorgestellt. Gesucht werden Arbeiter im Hotel- und Gastronomiegewerbe. Bedingungen sind eine professionelle Qualifizierung oder der Vorweis einer mehrjährigen Erfahrung im Bereich sowie Deutschkenntnisse. Mehr Informationen darüber sind bei der Agentur für Beschäftigung der Arbeitskräfte des Kreises Arad erhältlich.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie kommende Woche wieder  – unter anderem mit den Hinweisen aus der Rechtspraxis. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 04.10.2012
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