Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 01.11.2012

Die Wirtschaftsmeldungen dieser Woche beinhalten: 
- Berichte über die rumänische Wirtschaft im europäischen Kontext,
- und Themen aus der regionalen und lokalen Wirtschaft.
Hören und Lesen Sie hier mehr!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Die rumänische Wirtschaft im europäischen Kontext:

Die Europäische Kommission hat die Finanzierungen für Rumänien auf drei Förderprogrammebenen blockiert. Um die Gelder wieder locker zu machen, muss das Parlament ein paar Gesetzte im Dringlichkeitsverfahren ausarbeiten. Dies könnte in den kommenden 2-3 Wochen geschehen, glaubt der Minister für europöische Angelegenheiten Leonard Orban, auch wenn inzwischen der Wahlkampf startet. Es geht dabei um das Gesetz für öffentliche Aquisitionen und für die Enttarnung der Interessenkonflikte im Falle der Europäischen Projekte. Orban erklärte desweiteren, Rumänien müsse auch eine negative Korrektur der Fördermittel um 800 Millionen Euro akzeptieren. Falls die EU-Gelder ausfallen, könnte sich Rumänien mit Schwierigkeiten in den kommenden 2 Jahren bei der Tilgung seiner Außenverschuldung konfrontieren. Dann muss Rumänien 12 Milliarden Euro auszahlen.

Das Gesetz zur Aufhebung der Umweltsteuer für Fahrzeuge, die älter als 2007 sind, wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Das gab die rumänische Steuerbehörde ANAF bekannt zitiert von Radio Temeswar. Das Gesetz sieht auch die Rückerstattung der bereits bezahlten Steuer vor. Das Antragsformular hierfür kann man online auf der Seite anaf.ro herunterladen. Nach der Ausfüllung sollen diese Formulare den Kreisämtern vorgelegt werden, denen der Steuerzahler zugeordnet ist.

Die Rumänen sparen soviel wie die Deutschen. Nominell jedoch sind die Geldsummen, die die rumänischen Staatsbürger einsparen 4 bis 5 Mal geringer als deren in der Bundesrepublik. Die Angaben stamen von einem Barometer der österreichischen Erste Group. Die Rumänen sparen rund 9% ihres Monatseinkommens, genauso viel wie die Österreicher, die Tschechen oder die Deutschen. Am meisten sparen die Polen – rund 16%  ihres Monatseinkommens. Wegen der großen Einkommensunterschiede sind die Einsparungen der Rumänen nominell die niedrigsten von 12 analysierten EU-Staaten: rund 39 Euro spart ein Rumäne durchschnittlich im Monat. Am anderen Ende der Rangliste befindet sich der Deutsche, der durchschnittlich 178 Euro im Monat einspart.

Die rumänische Landeswährung behält ihren Wert im Vergleich zu den Bezugswährungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei53 quotiert – das sind 4 Bani weniger als vor zwei Wochen – und ein US-Dollar mit 3Lei48, genauso wie vor zwei Wochen. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag bei 1Lei59 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 192 Lei und 71 Bani geschätzt – das sind 3Lei45 weniger als vor zwei Wochen.

Aus der regionalen und lokalen Wirtschaft:

Die Temescher Industrie, Landwirtschafts- und Handelskammer kürt morgen Abend ihre Mitgliedsfirmen, die besondere Erfolge im Wirtschaftsjahr 2011 verzeichnen konnten. Die Rangliste der erfolgreichsten Unternehmen im Kreis Temesch wurde somit zum 19.ten Mal erstellt. Die Preisverleihung findet am Freitag ab 19Uhr30 im großen Saal des Regionalen Handelszentrums in Temeswar statt. Die Unternehmer aus der Rangliste erhalten innerhalb einer Zeremonie Diplome und Trofeen. Das sind die Geschäftsleute, die den Kampf mit der Wirtschaftskrise gewonnen haben – heißt es seitens der Veranstalter. Zum Rahmenprogramm zählen ein Abendessen, ein Konzert mit klassischer Musik sowie Überraschungsgäste. Die Rangliste wurde gemäß mehrerer landesweit aufgestellten Kriterien erstellt, darunter die Geschäftszahl, die Profitquote und die Effizienz im Bereich der Nutzung des angestellten Personals.

Die Arader Industrie-, Landwirtschafts- und Handelskammer eröffnete am heutigen Donnerstag eine neue Auflage der Messe für Medizinzubehör AR-Medica. Mehr als 120 Aussteller aus Rumänien, Ungarn, Moldawien, Italien und Pakistan stellen bis Samstag auf dem Gelände des Expo-Arad-International aus. Die Messe verfügt auch über ein Rahmenprogramm mit Konferenzen, an denen die Mediziner europäische Kredite für Weiterbildung erhalten können. Die Messe ist bis Samstag zwischen 10 und 18 Uhr offen, eine Eintrittskarte kostet 5 Lei.

Eine zweite Dratseilbahn für die Bergkurorte im Schil-Tal soll diese Woche in Betrieb genommen werden. Diese führt nach Straja. 46 Kabinen mit je 8 Plätzen wurden bereits montiert und die Probetests werden durchgeführt. Die Dratseilbahn ist Teil des Modernisierungsprojekts für den Bergkurort Straja. Weitere Bestandteile des Projekts sind 3 Schiliftanlagen sowie die Herrichtung mehrerer Schipisten. Die Investition beläuft sich auf mehr als 200 Tausend Lei und wird vom Entwicklungsministerium getragen.

Ab heute gilt die Winterreifenpflicht auf den Landstraßen und Autobahnen Rumäniens. Der Termin ist nur dann verbindlich, wenn die Fahrbahn mit Schnee oder Glatteis bedeckt ist. Dennoch empfiehlt die Verkehrspolizei die Winterreifen über die ganze kalte Jahreszeit hindurch. Die Fahrer, die ohne Winterreifen auf problematischen Straßen ertappt werden, können mit Strafen zwischen 600 und 1.300 Lei rechnen. Die Reifen, die ab heute im Handel zu finden sind, mussen gemäß der europäischen Normen beschriftet werden. Die Käufer sollen durch Warenkennzeichen über die Eigenschaften der Gummis informiert werden. Die Reifen, die vor dem 1.ten Juli produziert wurden, müssen nicht entsprechend etiquetiert werden.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie am kommenden Donnerstag wieder hier. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 31.10.2012
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