Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 08.11.2012

Aus den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche gibt es: 
- Berichte aus der landesweiten Wirtschaft Rumäniens,
- Informationen über Finanzen und Bankwesen,
- aber auch Themen aus der regionalen und lokalen Wirtschaft.
Lesen Sie hier mehr dazu und/oder hören Sie mit!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Aus der landesweiten Wirtschaft Rumäniens:

Eine Delegation des Internationalen Währungsfonds ist seit Dienstag in Bukarest. Die Finanzleute sprechen mit Vertretern der rumänischen Behörden über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und deren Perspektiven, über Strukturreformen und Währungspolitik. Premier Victor Ponta will dabei wieder die Senkung der Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel ins Gespräch bringen. Beim letzten Treffen wiesen die IWF-Experten die Maßnahme zurück. Der Internationale Währungsfonds beglaubigte im September die 6. Evaluierung des Präventivabkommens mit Rumänien und gab mehr als 500 Millionen Euro aus dem Finanzierungsprogramm von 3,5 Milliarden Euro frei.

Das rumänische Flugunternehmen Tarom hat ein privates Management. Der Belgier Christian Edouard Heinzmann wurde vom Verwaltungsrat zum neuen Geschäftsführer ernannt. Dieser wird seine Stelle zum 19. November antreten, wobei die Vertragsdauer vier Jahre beträgt. Heinzmann hat 25 Jahre Erfahrung in der Luftfahrt und war unter anderem Geschäftsführer der Luxemburgischen Fluggesellschaft Luxair. Neuer Finanzvorstand wird der Brite Michael Moriaty, welcher seine Stelle zum 12. November mit einer Vertragsdauer von einem Jahr antreten wird. Die Stellen wurden mit Heinzmann und Moriaty besetzt, da es in Rumänien keine Personen mit der nötigen Erfahrung für die Umstrukturierung des Unternehmens gibt – heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Im Aufgabenbereich der beiden liege aber auch die Mitgestaltung eines Nachfolgeplans, welcher nach Ablauf der Verträge die Neubesetzung der Stellen mit rumänischen Managern ermöglichen soll.

Gute Ergebnisse erzielt das Management der rumänischen Bahngesellschaft CFR. Die Schulden des Bahnunternehmens lagen Ende September bei rund 2,4 Milliarden Lei. Dies stellt einen Rückgang von 56 Prozent gegenüber dem Stand nach neun Monaten im vergangenen Jahr von rund 5,5 Milliarden Lei dar. Noch stärker sind laut einer Mitteilung des Unternehmens die Schulden an den rumänischen Staat zurückgegangen – undzwar um fast 80 Prozent. Laut Generaldirektor Cristian Ghibu werden in der kommenden Zeit die Effizienzsteigerung der Ausgaben, der weitere Schuldenabbau sowie strukturelle Reformen angestrebt.

Der Einzelhandel machte in den ersten drei Quartalen 2012 mehr Umsatz als in derselben Zeitspanne des Vorjahres. Dies teilte das Nationale Institut für Statistik in Bukarest mit zitiert von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien. Ohne Kraftfahrzeuge, saison- und arbeitstagbereinigt waren es rund 4 Prozent mehr. Überdurchschnittlich gestiegen ist dabei der Umsatz von Treibstoff um 9,1 Prozent. Der Umsatz von Nahrungsgütern, Tabak und Getränken wuchs um 3,2 Prozent und jener von Nicht-Nahrungsgütern um 2,9 Prozent. Im vergangenen Gesamtjahr 2011 war der Einzelhandel in Rumänien ohne Kraftfahrzeuge um 3,3 Prozent geschrumpft, 2010 waren es minus 5,3 Prozent.

Neue Hierarchie der Schwerreichen Rumäniens – darüber berichtet der Rumänien Online-Kurier. Drei Jahre lang führte Dinu Patriciu das Forbes-Ranking der reichsten Rumänen an. Nun löste ihn Ioan Niculae mit einem geschätzten Vermögen von 1 bis 1,1 Milliarden Euro ab. Das sind um 100 Millionen Euro mehr als noch vor einem Jahr. Platz zwei nimmt der in London lebende Frank Timis ein. Sein Vermögen ist im Gegensatz zu dem von Niculae zurückgegangen. Um 300 bis 350 Millionen Euro ist er "ärmer" geworden - ist aber immer noch 900 bis 950 Millionen Euro schwer. Dinu Patriciu musste die bedeutendsten Einbußen unter Rumäniens Schwerreichen hinnehmen. Im vergangenen Jahr nannte er noch 2,1 bis 2,2 Milliarden Euro sein Eigen, in diesem Jahr schätzt Forbes die Besitztümer von Patriciu auf 800 bis 900 Millionen Euro.

Finanzen und Bankwesen:

Die Nationalbank Rumäniens belässt den Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei 5,25 Prozent. Prioritär bleibe die entsprechende Verwaltung der Liquiditäten im Bankensystem, sodass eine mittelfristige Preisstabilität und die Finanzstabilität insgesamt gesichert sei, hieß es in der Begründung der Zentralbank. Experten gehen davon aus, dass der Leitzins erst ab 2013 weiter gesenkt wird. Im Zeitraum Januar-Mai ist der Leitzins um insgesamt 0,75 Prozentpunkte gesenkt worden. Zugleich beschloss der Vorstand der Zentralbank, die für Geschäftsbanken gesetzlich verpflichtenden Mindestrücklagen in Devisen und in der Landeswährung bei 20 Prozent bzw. 15 Prozent unverändert zu belassen. 

Die Devisenreserven Rumäniens sind im Monat Oktober erneut gesunken, nachdem sie im September zum ersten Mal seit Monaten wieder gestiegen  waren. Die Devisenreserven sanken im Oktober um rund 650 Millionen Euro auf knappe 32 Milliarden Euro. Das teilte die Nationalbank in Bukarest mit. Die Goldreserven Rumäniens blieben mengenmäßig unverändert bei 103,7 Tonnen. Bei sinkenden Goldpreisen auf den internationalen Märkten verringerte sich ihr Wert im Oktober gegenüber dem Vormonat um rund 175 Millionen Euro auf 4,4 Milliarden Euro. Damit betrugen die internationalen Reserven Rumäniens Ende Oktober rund 36 Milliarden Euro. Rumänien muss im November 1,7 Milliarden Euro seiner öffentlichen und öffentlich garantierten Außenverschuldung tilgen.

Der Beitritt Rumäniens zur europäischen Währungsunion im Jahr 2015 – wie bisher angepeilt – sei sehr unwahrscheinlich. Das gab der Gouverneur der Nationalbank Rumäniens Mugur Isarescu in einem Interview für die New York Times bekannt. Dieselbe Meinung äußerte auch der Chefökonom der Notenbank Valentin Lazea gegenüber der Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“. Ob am bisherigen Zeitplan festgehalten wird oder nicht, werde die neu gewählte Regierung nach den Wahlen im Dezember beschließen – so die beiden Vertreter der Zentralbank. Um 2015 der  Eurozone beizutreten, müsste Rumänien bereits im Januar kommenden Jahres dem europäischen Wechselkursmechanismus ERM II beitreten, in dessen Rahmen binnen mindestens zwei Jahren die Stabilität der rumänischen Währung geprüft wird. In dieser Zeitspanne darf der Leu um höchstens plus/minus 15 Prozent um einen festgelegten Leitkurs schwanken. Zusätzlich müssen die Maastricht-Kriterien erfüllt werden – bzw. ein Haushaltsdefizit von weniger als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts BIP, eine Staatsverschuldung von weniger als 60 BIP-Prozent, sowie eine Inflationsrate, die höchstens 1,5 Prozent höher als derjenigen der preisstabilsten Eurostaaten ausfällt. Andere Länder in der Region, wie Polen, Ungarn oder Bulgarien, haben wegen der Eurokrise ihre Pläne zum Euro-Beitritt auf unbestimmte Zeit verzögert. Von den neuen EU-Mitgliedstaaten sind mittlerweile die Slowakei, Slowenien, Estland, Zypern und Malta dem Euro-Raum beigetreten.

Die rumänische Landeswährung behält ihren Wert im Vergleich zu den Bezugswährungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei 50 quotiert – das sind 3 Bani weniger als vor einer Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei51, 3 Bani mehr als vergangene Woche. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag bei 1Lei60 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei98. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 195 Lei und 10 Bani geschätzt – das sind fast 3 Lei mehr als vor einer Woche.

Aus der regionalen und lokalen Wirtschaft:

Der Deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat veranstaltet am heutigen Donnerstag-Abend das Novembertreffen seiner Mitglieder in Temeswar. Dieses findet ab 19Uhr30 im Restaurant Casa Del Sole in der Romulus-Str. Nr. 12 statt. Als Ehrengäste sind der Temescher Kreisratspräsident Titu Bojin und der Vizepräsident Marian Constantin Vasile dabei, die den Geschäftsleuten über ihre Arbeit und die anstehenden Projekte des Kreisrates berichten. 

Der heutige 8. November ist der Weltqualitätstag. Der Temescher Kreisrat nebst mehreren Partnern veranstaltete aus diesem Anlass am Vormittag ein Symposium im neuen Saal des Verwaltungspalais in Temeswar. Angesprochen wurden dabei Themen wie Qualitätssteigerung, Qualitätsstandards und Kompetitivität.

Der Arader Keisrat organisiert zwei Ausschreibungen: Gesucht werden Firmen, die den Schnee von den Straßen des Kreises in den kommenden drei Jahren entfernen sollen. Dafür will die Kreisverwaltung rund 1,3 Millionen Lei ausgeben. Der Vertrag wird aber nur nach dem ersten Winter um weitere zwei Saisons verlängert. Desweiteren sucht der Arader Kreisrat ein Unternehmen, das drei Feuerwehrautos dem Inspektorat für Dringlichkeitsfälle liefern soll. Das Inspektorat verschrottet 3 seiner älteren Sonderfahrzeuge durch das nationale Programm zur Erneuerung des Fuhrparks und erhält dadurch Staatsgutscheine für die neuen Fahrzeuge. Der Kreisrat stellt hinzu rund 280 Tausend Lei zur Verfügung. Die Angebote werden bis Freitag kommende Woche entgegen genommen. Das Gewinnerunternehmen muss dann binnen 30 Tagen die neuen Sonderfahrzeuge dem Arader Inspektorat liefern.

Die Arader Stadtverwaltung schreibt die Modernisierungsarbeiten am Fußballstadion UTA aus. Das technische Projekt sieht die Angleichung des Stadions an die UEFA-Standards vor. 17.500 bedeckte Zuschauerplätze sowie 13 Eingänge sollen hergerichtet und ein Hotel für Sportler sowie ein Museum gebaut werden. Die Kosten der Arbeiten wurden auf 32 Millionen Lei ohne Mehrwertsteuer geschätzt.

Eine neue Auflage des Weinfestes startet morgen in Arad. Hier stellen Produzenten aus dem Arader Weingebiet Minisch-Maderat sowie Gastproduzenten aus dem In- und Ausland ihre Weine vor. Dazu gibt es Gegrilltes sowie ein buntes Kulturprogramm. Das Weinfest findet auf dem Platz vor dem Arader Rathaus statt, wo bereits mehrere Holzhütten aufgestellt wurden. Ab Montag startet dann hier der Weihnachtsmarkt. Dieser ist bis nach Silvester offen.

In Temeswar findet der Weihnachtsmarkt zwischen dem 1. Dezember und dem 2. Januar statt. Diesmal werden die Holzhütten auch auf der Fläche des sogenannten „Aquariums“ am Opernplatz sowie in der Fußgängerzone in der Mãrãºeºti-Straße aufgestellt. Das umstrittene Glasgebäude im Temeswarer Stadtzentrum soll bis Monatsende verschwinden, erklärte Bürgermeister Nicolae Robu. Händler, die an der diesjährigen Auflage des Weihnachtsmarkts teilnehmen wollen, können die notwendigen Papiere beim Rathaus bis zum 16. November einreichen. Es gelten neue Regeln für die Verteilung der insgesamt 73 Holzhütten: Die Miete beträgt bis zu 4.000 Lei und im Falle einer größeren Nachfrage haben die Unternehmen Vorrecht, die ein Projekt der Stadtverwaltung finanziell unterstützen. Die traditionellen Sankt-Nikolaus-Ruten dürfen in diesem Jahr nur noch in den Hütten am Weihnachtsmarkt verkauft werden.

Ihren Elektromüll können alle Temeswarer am letzten Samstag des Monats loswerden. Die Dienstleistung ist kostenlos. Man muss lediglich telefonisch Bescheid geben und es kommt ein Abholdienst nach Hause. Initiatoren des Projekts sind der Umweltausschuss der Temeswarer Stadtverwaltung und der Verein RoRec. Die Rufnummern für den Abholdienst von alten Elektrogeräten sind 0726 11 41 80, 0751 30 21 14 und 0785 18 94 92. Sie sind montags bis samstags zwischen 9 und 18 Uhr zugänglich.

Franzdorf im Banater Bergland und Arieseni in den West-Karpaten sind die vorgezogenen Winterurlaubsorte der Touristen aus dem Westen des Landes. Das beweisen die Nachfragen  im Rahmen des Programms „Eine Woche im Gebirge”. Bis am 21. Dezember gibt es günstige Angebote für 5 Übernachtungen. Sie belaufen sich auf 160 bis zu 370 Lei pro Person. An der diesjährigen 9. Auflage des Programms beteiligen sich landesweit 30 Hotels und Pensionen aus den rumänischen Bergregionen. 

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie am kommenden Donnerstag wieder hier. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 08.11.2012
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