Allgemein Deutsche Zeitung für Rumänien

"Ein Schwerpunktort unserer Beziehungen"

In  Hermannstadt/Sibiu lud der österreichische Botschafter Dr. Michael Schwarzinger am Freitag zu einem weiteren  Empfang anlässlich des Nationalfeiertags der Alpenrepublik. Diesen würdigten auch die Betreiber des Café „Wien“ am Huetplatz/Piaþa Huet mit einem österreichischen Jausen-Nachmittag.



Rund 400 Gäste folgten der Einladung des Botschafters und des österreichischen Honorarkonsuls in Hermannstadt/Sibiu, Andreas Huber, in das Hermannstädter Hilton-Hotel. In seinem Grußwort betonte Schwarzinger die engen wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Rumänien und Österreich. „Hermannstadt ist ein Schwerpunktort unserer Zusammenarbeit“, sagte der Botschafter, „und wir hoffen sehr, dass das in Zukunft so bleiben wird“. Hermannstadt sei in seinen Augen die schönste Stadt Rumäniens und gehöre zu den wirtschaftlich dynamischsten des Landes.

Bürgermeister Klaus Johannis erinnerte an die vielfältigen Beziehungen zwischen Österreich und der Stadt Hermannstadt, die kontinuierlich ausgebaut werden. „Es ist daher sicher kein Zufall, dass Sie Herr Botschafter und Gattin sich Zeit genommen haben, diesen Tag hier in Hermannstadt zu verbringen.“ Es sei auch kein Zufall, dass in Hermannstadt seit anderthalb Jahren ein Honorarkonsul für die Republik Österreich tätig ist. Und auch die Entscheidung der Sozialattachée der österreichischen Botschaft, Dr. h. c. Barbara Schöfnagel, ihren rumänischen Wohnsitz in Neppendorf/Turniºor, einem Stadtteil von Hermannstadt, zu wählen, unterstreiche die enge Verbindung.
 
Vor den Ansprachen spielte das Grazer Quartett „Camerata Pätzold“ die Hymnen Rumäniens, Österreichs und der Europäischen Union. Im Anschluss an die Reden kam es zum regen Austausch der Gäste, darunter der Führungsspitze des Rathauses und des Kreisrates, Gästen aus den Landlergemeinden Großau/Cristian, Großpold/Apoldu de Sus und Neppendorf, Vertretern der deutschen Botschaft in Bukarest sowie des deutschen Generalkonsulats in Hermannstadt, der evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen sowie des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien.

Unter den Gästen war auch Dr. Susanne Kastner, die auf Einladung des Abgeordneten des Deutschen Forums, Ovidiu Ganþ, und des Generalkonsuls der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt, Thomas Gerlach, an dem Empfang teilnahm. Eigentlicher Grund für ihren Aufenthalt sei die Teilnahme an der Sitzung der Mitgliederversammlung der „Förderation für die Unterstützung von Kindern, Alten und bedürftigen Menschen“, eines Dachverbands von Nichtregierungsorganisationen, teilte sie mit.

Der österreichische Nationalfeiertag war am Sonntag auch der Anlass für eine Lesung unter dem Motto „Österreich-Jaus´n“ im Café „Wien“. Die Sozialattachée der österreichischen Botschaft, Barbara Schöfnagel, setzte die Lesung unter das Zeichen des „Wiener Schmähs“: „Wiener Schmäh haben, heißt nicht einfach lustig sein, er beinhaltet Melancholie, Sarkasmus und ein bisserl Bösartigkeit“. Der in Hermannstadt lebende Österreicher Stefan Bichler unterrichtete die Anwesenden in der Kunst des Kaffee-Bestellens mit den Worten des Schriftstellers Friedrich Torberg. Man könne nicht in ein Wiener Kaffeehaus gehen und einfach „einen Kaffee“ bestellen. „Man muss sich da schon etwas genauer ausdrücken. Denn die Anzahl der Gattungen, Zubereitungsarten, Farben und Quantitäten, unter denen es zu wählen gibt, hat keine Grenzen“, heißt es im „Traktat über das Wiener Kaffeehaus“.

Für die musikalische Gestaltung der Zusammenkunft sorgte der Zeidner Organist Klaus Dieter Untch. Auf einem Akkordeon interpretierte er nicht nur österreichische Schlager, sondern auch Werke von Mozart, Beethoven und Schubert. Die zwei Dutzend Gäste, darunter Honorarkonsul Huber, erwartete neben unterhaltsamer Lektüre auch zahlreiche österreichische Spezialitäten – von Fiakergulasch und Wurstknödel bis hin zu Malakowtorte, Punschkrapfen dem Kaiserschmarrn, einem kulinarischen Klassiker, welcher mit einem Text aus Torbergers „Tanze Jolesch oder der Untergang des Abendlandes in Anekdoten“ gereicht wurde.
 Holger Wermke und Andrey Kolobov, Hermannstadt, 30.10.2012
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