Allgemein Deutsche Zeitung für Rumänien

„Waldwirtshaus und Löwengrube“

Es habe kein Buch dieser Art seit Juliana Fabritius-Dancu´s „Spaziergang durch Alt-Hermannstadt“ gegeben, meinte eine Zuhörerin der Buchvorstellung am Dienstagabend im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums. Fabritius-Dancu´s Buch wurde zuletzt im Jahr 1983 verlegt. Fast 30 Jahre später gibt es ein neues Büchlein, dass sich Hermannstadt/Sibiu und seinen Geschichten, seiner Kultur und Sehenswürdigkeiten – verschwundenen und erhaltenen – widmet.

Es habe kein Buch dieser Art seit Juliana Fabritius-Dancu´s „Spaziergang durch Alt-Hermannstadt“ gegeben, meinte eine Zuhörerin der Buchvorstellung am Dienstagabend im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums. Fabritius-Dancu´s Buch wurde zuletzt im Jahr 1983 verlegt. Fast 30 Jahre später gibt es ein neues Büchlein, dass sich Hermannstadt/Sibiu und seinen Geschichten, seiner Kultur und Sehenswürdigkeiten – verschwundenen und erhaltenen – widmet.

Geschrieben hat den 71-Seiten umfassenden Band der pensionierte Biologielehrer Kurt Klemens. Laut Winfried Ziegler, der die Buchvorstellung moderierte, handelt es sich um ein Buch gegen das Vergessen. In dem „Bändchen“ seien 81 Geschichtchen erzählt, sagte Klemens, die „immer möglichst kurz gehalten sind und nüchtern“. Den knapp 60 Gästen der Veranstaltung berichtete er, dass die Arbeit an dem Buch sich über ein Jahrzehnt hinzog. Er beginnt seine Aufzeichnungen mit dem Jahr 1930 und endet ein halbes Jahrhundert später.

Einige Dinge, die Klemens in seinem Buch beschreibt, schon wieder Geschichte. „Teilweise sind die Veränderungen in einer Stadt, besonders in der heutigen Zeit, hektisch. Innerhalb von Monaten verändern sich manchmal die Situationen.“ Die ältere Generation wird sich an viele Sachen erinnern, beispielsweise an das namensgebende Waldwirtshaus gegenüber dem Eingang zum Zoo oder das das  Goldtal/Valea Aurie früher zur Blütezeit von Sumpfdotterblumen und „goldgelb erstrahlte“. Gleichzeitig möchte er, dass die jüngere Generation das vergangene Hermannstadt kennenlernt, „dass sie sehen, wie sich ihre Stadt entwickelt hat, wie sie gewachsen ist“.

Wer durch das Büchlein blättert, bekommt schnell eine Ahnung, wie sehr sich Hermannstadt in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Die Stadt war durchzogen von Bächlein und Kanälen, im Metropolitengarten tummelten sich Pfauen und Rehe, Klemens berichtet von beliebten Ausflugslokalen, der „deutschen“ und „rumänischen“ Seite auf der Heltauer Gasse/Str. Bãlcescu oder der Hermannstädter Oper, die in den Jahren 1947 und 48 existierte. Alle Geschichten aufzuzählen, dafür reicht der Platz an dieser Stelle nicht. Festzuhalten bleibt aber, dass sich das Blättern in dem Band für jeden lohnt, der ein wenig Interesse an der jüngeren Stadtgeschichte aufbringt. 

Das Buch „Waldwirtshaus und Löwengrube. Geschichte und Geschichtchen aus Hermannstadt“ (ISBN: 978-9731725819) ist im Hermannstädter Honterus-Verlag erschienen. Finanziell unterstützt wurde das Erscheinen vom Departement für Interethnische Beziehungen. Das Buch kann beim Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt bezogen werden. Bereits 2008 veröffentlichte Klemens das Buch „Hermannstädter Parkanlagen“.

 Holger Wermke, Hermannstadt, 06.12.2012
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