Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 13.12.2012

In den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche finden Sie:
- Meldungen aus der Tätigkeit der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs West-Rumäniens,
- Berichte aus der rumänischen Landeswirtschaft,
- Informationen über den west-rumänischen Arbeitsmarkt
- sowie Themen aus der regionalen und lokalen Wirtschaft.
Lesen Sie hier mehr dazu und/oder hören Sie mit!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Meldungen aus der Tätigkeit der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs West-Rumäniens

Ihre Vollversammlungen halten in diesem letzten Jahresmonat sowohl der deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat in Temeswar als auch der deutsch-rumänische Wirtschaftsverein Arad. 

Die Temeswarer Geschäftsleute treffen sich am heutigen Donnerstag-Abend um 20 Uhr im Gebäude der Zahnklinik Dentalexperts. Das ist in der Memorandului-Straße Nr. 16 in Temeswar. Bei der Vollversammlung gibt es den Bericht des Vorstands über das Jahr 2011, mit Vorlage der Bilanz und Bericht des Zensors, sowie die Entlastung des Vorstands. Erörtert werden auch die Projekte für das kommende Jahr. Die Teilnehmer können an einem Rundgang durch die Zahnarztpraxis teilnehmen oder sogar Untersuchungen in Anspruch nehmen. Im Anschluss findet ein Imbiss statt.

Der Arader Wirtschaftsverein trifft kommende Woche am Dienstag ab 17Uhr30 im Mileniums-Saal in der Vasile Goldis Straße Nr. 4 zusammen. Diesmal stehen auch Neuwahlen an. Die Geschäftsleute wählen den Vorstand ihres Vereins sowie den Vorsitzenden, der den Wirtschaftsclub in den kommenden zwei Jahren leiten soll. Laut Satzung sind nur die Mitglieder wahlberechtigt, die ihren Beitrag für das laufende Jahr bezahlt haben. Ausgeschlossen sind die vier beitragsfreien Institutionen. Im Anschluss an die Wahlen bieten die Kindergruppe der Jugendorganisation Banat-JA sowie die Schauspielerin Raluca Vermesan mit ihrer Begleitgruppe M&M ein Adventsprogramm ab 19 Uhr. 

Aus der regionalen und lokalen Wirtschaft

Die Arbeitgeber und Angestellten aus dem Kreis Temesch, die ihre Arbeitsbücher noch beim Arbeitsamt haben, müssen diese bis zum Jahresende abholen. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags zwischen 8 Uhr und 16Uhr30 sowie freitags zwischen 8 und 14 Uhr. Ab Januar 2013 werden die Dokumente aus dem Arhiv des Arbeitsamtes entfernt. Die Eintragungen in den Arbeisregistern werden seit dem vergangen Jahr nur mehr elektronisch erstellt. Die Arbeitsbücher werden ihren Eigentümern erteilt und von diesen aufbewahrt. Wenn sie dann in Rente gehen wollen, können diese Dokumente von Nutzen sein.

Die Park-Abos in Temeswar für den Monat Dezember bleiben auch im Monat Januar gültig. Als Grund dafür nannte Bürgermeister Nicolae Robu die Tatsache, dass die Verwaltung der öffentlichen Domäne der Stadt den Schnee nicht rechtzeitig von den Parkplätzen entfernt hat. Der Bürgermeister gab desweiteren bekannt, dieses Verwaltungsunternehmen werde von der Gesellschaft für Stadtstraßen übernommen, das Telpark-System aufgelöst und mit einem effizienteren System ersetzt. Allerdings muss darüber der Stadtrat am kommenden Dienstag abstimmen. 

Das Gesundheitsministerium testet die neuen Krankenkarten in Arad. In einer ersten Etappe werden 320 Karten an 16 Familienärzte für je 20 Patienten erteilt. Diese speichern darauf die persönlichen Daten und die Krankenakte des einzelnen Pazienten. Bei jeder medizinischen Behandlung wird dann die Funktionalität der Karten getestet. Ausgesucht wurden Patienten mit schwächerem Gesundheitszustand, die unter chronischen Krankheiten leiden und deshalb auch öfters Gebrauch von ihren Kards machen werden. Nach dieser Testphase soll das System landesweit eingeführt werden.

Kontrollen werden in diesem Monat für die Bekämpfung von Steuerhinterziehung in mehreren Ortschaften West-Rumäniens durchgeführt. Polizeibeamte und Inspektoren der Finanzgarde überprüfen, ob die Händler Kassenbons ihren Kunden zusammen mit der eingekaufen Ware liefern. Die Polizeibeamten fahnden desweiteren nach illegalen Verkäufern von Feuerwerken und Knallfröschen und überprüfen die Zulassungen für die Verkäufer von Weihnachtbäumen. Die ersten Tannen für das Weihnachtsfest kann man bereits auf den Märkten West-Rumäniens finden. Die Preise schwanken zwischen 10 und 300 Lei. Das Nationale Forstamt plant in diesem Winter, mehr als 65.000 Tannen und Fichten für den Verkauf zu fällen. Das ist um ein Viertel weniger als im vergangenen Jahr.

Aus der rumänischen Landeswirtschaft:

Die Regierung beabsichtigt bis spätestens März kommenden Jahres, eine einzelne umfassende Finanzaufsichtsbehörde zu schaffen. Derzeit gibt es in Rumänien drei verschiedene Aufsichtsbehörden für den Kapitalmarkt, für Versicherungen und und für Privatrenten. Diese drei sollen unter einen Hut gebracht werden, während die Bankenaufsicht weiter im Aufgabenbereich der Nationalbank bleiben soll. Darüber berichtet die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien und beruht sich auf einem Projektentwurf für einen Dringlichkeitserlass. Die Dringlichkeit begründe die Regierung mit vor allem kürzlich aufgetretenen Problemen am Kapital- und Versicherungsmarkt, welche bei der jetzigen Konjunkturlage das Vertrauen der Bevölkerung in die Finanzdienstleistungen untergraben könnten und deswegen eine effizientere Aufsicht nötig machten.

Die Jahresinflationsrate ist in Rumänien weiter gesunken. Von 4,96 Prozent im Oktober kam sie auf 4,56 Prozent im November, nachdem die Verbraucherpreise im Schnitt nur um 0,04 Prozent gestiegen sind. Nach Angaben des Statistikamtes legten die Nahrungsgüterpreise um 0,29 Prozent zu. Nicht-Nahrungsgüter hingegen waren im Schnitt um 0,10 Prozent und Dienstleistungen um 0,14 Prozent billiger als im Oktober. Die Nationalbank Rumäniens hatte Anfang November ihre Inflationsprognose für dieses Jahr um 1,9 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent nach oben korrigiert. Der offizielles Inflationsziel für 2012 liegt bei 3 Prozent plus/minus einem Prozentpunkt.

Die rumänische Landeswährung gewinnt leicht an Wert im Vergleich zu den Bezugswährungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei53 quotiert – ein Ban weniger wie vor einer Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei47, 10 Bani weniger als vergangene Woche. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag bei 1Lei60 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei98. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 191 Lei und 67 Bani geschätzt – das sind 6Lei58 mehr als vor einer Woche.

Der rumänische Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote ist im November dieses Jahres gegenüber dem Vormonat um 0,23 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu November 2011 sind das 0,35 Prozentpunkte mehr. Die Angaben kommen von der Nationalen Agentur für die Beschäftigung der Arbeitskräfte ANOFM. Die Agentur berechnet die Arbeitslosenquote gemessen an der aktiven Bevölkerung im Januar 2012. Diese belief sich nach Angaben des Statistikamtes auf 8,8 Millionen Menschen. Die Beschäftigungsagentur berücksichtigt ferner nur die bei den Arbeitsämtern registrierten Arbeitslosen. Ohne Arbeit waren Ende November mehr als 450.000 Menschen, um rund 20.000 mehr als im Oktober. Ende November wurden die niedrigsten Arbeitslosenquoten in den Kreisen Ilfov, Temesch sowie in der Hauptstadt Bukarest verzeichnet – mit Werten zwischen 1,85 und 2,05%. Die höchste Arbeitslosigkeit gab es in den Kreisen Teleorman, Vaslui und Dolj – zwischen 9,99 und 9,56%.

Schwächere Arbeitsangebote diese Woche in West-Rumänien – dennoch standen hunderte Jobs auch diesmal im Angebot der Kreisagenturen für die Beschäftigung der Arbeitskräfte. Die meisten Angebote gab es im Kreis Hunedoara: 334. Im Kreis Temesch waren am Montag 193 Jobs belegbar und im Kreis Arad 100. Kreis Karasch-Severin bot auch diese Woche sehr wenig in diesem Bereich an: nur 8 freie Arbeitsstellen waren hier am Montag verfügbar. Landesweit waren diese Woche knapp 6.500 freie Arbeitsplätze gemeldet, die meisten davon für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung und für unqualifizierte Arbeitskräfte. 

Dänemark sucht Banater Arbeiter für die Landwirtschaft. Die Kreisagentur für die Beschäftigung der Arbeitskräfte Temesch organisiert hierfür Anfang Januar eine Auswahl. Gesucht werden Erbsen-, Erdbeeren- und Himbeerenpflücker, die Erfahrung in der Landwirtschaft haben und die Englisch auf Konversationsniveau beherrschen.
 
Auswahlinterviews für deutschsprechende Studenten und Masteranten, die im kommenden Sommer einen Job in Deutschland belegen wollen, werden Anfang nächsten Jahres in Bukarest organisiert. Die Bewerber sollten zwischen 18 und 35 Jahren alt sein und gute Deutschkenntnisse vorweisen. Die Bewerbungsgespräche finden zwischen dem 7.ten und dem 24.sten Januar statt. Austragungsort ist die Nationalagentur für die Beschäftigung der Arbeitskräfte in Bukarest. Mehr Infos sowie die Bewerbungsformular sind online zu finden unter: www.bucuresti.anofm.ro.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie kommende Woche wieder hier. Dann unter anderem mit Beiträgen über die Vollversammlungen der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs West-Rumäniens, die diese Tage abgehalten werden. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche! 

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 13.12.2012
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