Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 17.01.2013

In den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche:
- Informationen über Termine, Statistiken und Regierungsmaßnahmen,
- sowie Themen aus der regionalen und lokalen Wirtschaft.
Lesen Sie hier mehr dazu und/oder hören Sie mit!

Sie hören die deutsche Sendung von Radio Temeswar und wir kommen hiermit zu den Wirtschaftsmeldungen der Woche: 

Aus der landesweiten Wirtschaft:

Die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer in Bukarest lädt ihre Mitglieder und Freunde zum Neujahrsempfang 2013 ein. Dieser findet heute Abend, ab 19 Uhr im Unirea-Saal des Parlamentspalais´ statt. Wie in den Vorjahren wird eine hochrangige Persönlichkeit die Festrede halten. Der Eintritt einer Person pro Mitgliedsunternehmen ist kostenfrei, für jede weitere Person erheben die Veranstalter einen Kostenbeitrag von 50 Euro.

Der rumänische Leu stärkt seine Position im Bezug auf die Auslandswährungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei33 quotiert – um 7 Bani weniger als vor einer Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei25 – 12 Bani weniger als vor einer Woche. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag bei 1Lei47 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei86. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 176 Lei und 5 Bani geschätzt – das sind 4Lei29 weniger als vor einer Woche.

Das rumänische Finanzministerium lieh am Montag 2,9 Milliarden Lei am Markt. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Mediafax zitiert von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien. Ausgegeben wurden Staatsanleihen mit einer Laufzeit von einem Jahr bzw. drei Jahren, wobei die Rendite für die dreijährigen Anleihen mit 5,95 Prozent ein historisches Minimum erreicht hat. Die Nachfrage der Banken lag bei insgesamt 6 Milliarden Lei. Im ersten Quartal des Jahres möchte das Finanzministerium 18 bis 20 Milliarden Lei am Markt leihen, wovon für den Januar 4,6 Milliarden Lei veranschlagt waren. Da die Bedingungen bisher sehr günstig waren, wurden in diesem Monat bereits 6,8 Milliarden Lei geliehen. Bis Ende des Monats sollen über zwei weitere Anleihen-Verkäufe noch 800 Millionen Lei angezogen werden.

Die öffentliche Verschuldung Rumäniens kam Anfang dieses Jahres auf 51 Milliarden Euro. Das erklärte Premierminister Victor Ponta diese Woche in einem TV-Interview. 48% davon sind Schulden gegenüber rumänischer Institutionen und Personen während die restlichen 52% Außenschulden sind. In diesem Jahr muss Rumänien 14,4 Milliarden Euro seiner Schulden tilgen, 1,2 Milliarden davon beim Internationalen Währungsfonds und der bei der Europäischen Union. Der Verschuldungsgrad Rumäniens liegt bei 34,7% des Brutto-Inlands-Produkts – so der Ministerpräsident weiter.

Eine Delegation des Internationalen Währungsfonds IWF traf am Dienstag in Bukarest ein. Die Finanzexperten sind für die 7. und 8. Evaluierung des Stand-by-Abkommens mit Rumänien gekommen. Analysiert werden sollen diesmal die jüngsten Wirtschaftsentwicklungen des Landes sowie der Haushaltsplan für das laufende Jahr 2013. Die rumänische Regierung schaffte es, das Haushaltsdefizit 2012 zu reduzieren, verfehlte aber mehrere vorgenommene Termine für wichtige Maßnahmen, wie das Gesundheitsgesetz oder die Umstrukturierung und Privatisierung der staatseigenen Unternehmen. Rumänien erhofft sich, die Zusage des IWF sowohl für die Terminverschiebungen im Bereich der Strukturreformen als auch für die Anhebung des Mindesteinkommens von derzeitigen 700 auf 800 Lei im Monat und für die Minderung der Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel. Die Schlussfolgerungen werden am 29. Januar veröffentlicht. Der IWF hat mit Rumänien ein Abkommen im Wert von 3,6 Milliarden Euro auf dem Laufenden. Ende vergangenen Jahres verschoben die Finanzexperten ihre 7. Rumänienevaluierung auf Grund der Parlamentswahlen und der neuen Regierungsbildung. 

Der Preis für elektrischen Strom stieg seit Jahresanfang um 6%. Die Konsumenten werden diese Teuerung erst im kommenden Monat spüren, wenn die Rechnungen für Januar bezahlt werden müssen. Die Liberalisierung der Energiepreise in Rumänien wird auch weiterhin fortgesetzt. Zur Jahreshälfte steigen die Energiepreise um weitere 10%. Auch der Erdgaspreis steigt bis Jahresende um einen ähnlichen Prozentsatz. Die Liberalisierung der Preise wurde mit internationalen Institutionen verhandelt und hat als Ziel die Vereinheitlichung der Energiepreise auf europäischer Ebene.

Auch die Umstrukturierungen im Bergbaubereich werden in diesem Jahr fortgesetzt. Mehr als 500 Bergarbeiter aus dem Schil-Tal sollen entlassen werden. Sie erhalten Abfindungsgeld im Wert von mindestens 30.000 Lei. Die Summen werden mit jedem Entlassenen direkt verhandelt. Das Geld kommt aus dem Staatshaushalt und wird in einer einzigen Tranche ausgezahlt. Bis 2018 sollen die Bergwerke in Petrila, Uricani und Paroseni komplett geschlossen werden. Die Maßnahmen sind im Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds festgehalten.

Die Verbraucherpreise in Rumänien waren Ende vergangenen Jahres um 4,95 Prozent höher als Ende 2011. Das geht aus einer Pressemitteilung des nationalen  Statistikamtes in Bukarest hervor zitiert von der online-Ausgabe der ADZ. Im Vormonatsvergleich stiegen die Preise um 0,6 Prozent. Die durchschnittliche Teuerungsrate über das gesamte Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr lag bei 3,3 Prozent. 

Aus der regionalen und lokalen Wirtschaft:

Der Winterschlußverkauf  startete offiziell in den meisten Läden West-Rumäniens diese Woche am Dienstag. Es gibt 10- bis 90-prozentige Ermäßigungen bei Winterkleidung, Schuhen sowie anderen winterlichen Waren. Der Winterschlußvekauf dauert 45 Tage.

Mehrere Autobahnstrecken in West-Rumänien sollen bis im Monat April fertig gestellt werden. Gemäß der abgeschlossenen Verträge sind diese die Teilstrecke 1 zwischen Broos und Hermannstadt, die Teilstrecke 1 zwischen Lugosch und Diemrich sowie die Teilstrecke 2 zwischen Nadlak und Arad. Für die Teilstrecke 1 zwischen Nadlak und Arad wurde der Vertrag Ende vergangenen Jahres wegen Verspätungen gekündigt. Diese Teilstrecke sowie die Teilstrecken 2, 3 und 4 zwischen Lugosch und Diemrich sollen bis Februar ausgeschrieben werden. Bis Ende Februar soll auch die Umfahrungsstraße Diemrich-Broos im Autobahnformat fertiggestellt werden. Die Arbeiten sind hier zu 80% fertig.

Die Arbeiten an vier Straßenstrecken in der Stadt Reschitza werden fortgesetzt. Diese starteten im vergangenen Jahr und sollen bis im Frühjahr beendet werden. Der Muncii-Boulevard und die Fogarascher-Straße sind schon fertig gestellt und der Republicii-Boulevard ist zu 95% fertig. Gearbeitet wird noch an der Straße 24.ster Januar, hauptsächlich im alten Stadtzentrum.

Auch die Stadt Temeswar leitet mehrere Straßenprojekte ein. Die Arbeiten am zentralen Ring der Stadt sollen gleich nach der Demolierung des Aquariumsgebäudes am Opernplatz beginnen. Eingerichtet werden ober- und unterirdische Parkplätze. Der zentrale Ring umzingelt das historische Stadtzentrum von der Theresienbastei zum Springbrunnen mit den Windrichtungen über die Straßen Marasesti und Gheorghe-Lazar zum 700-ter Platz, zum Hotel Timisoara bis zum Materna-Kaufhaus. Von hier an wird der Ring unterirdisch weiterführen unter den Opernplatz bis zur Miu-Schule. Von hier aus soll der Ring weiter oberirdisch zur Großen Post und zur Theresienbastei führen. Der Ring soll in einer einzigen Richtung großteils auf vier Spuren berfahrbar sein.

Die Temeswarer Stadtverwaltung will desweiteren den Straßenbahn-Betriebshof auf der Take-Ionescu-Straße nach Neu-Moschnitza verlegen. Durch den Umzug soll auch das Straßenbahnnetz von Ciarda Rosie nach Neu-Mosnitza erweitert werden. Die stark befahrene Straße zwischen AEM und Neu-Moschnitza soll neben den Straßenbahnlinien je vier Fahrtspuren pro Richtung haben sowie Radfahrstreifen. Der Umzug des Straßenbahn-Betriebshofs soll auch den Verkehr in der Gegend Take-Ionescu-Boulevard – Heumarkt entlasten. 

Die Arader Stadtverwaltung schließt an das Kanalisationssystem der Stadt nun auch die Gemeinde Saderlach an. Eine Genehmigung diesbezüglich erließ bereits das Bürgermeisteramt. Die erweiterte Kanalisation der Stadt sieht vor, dass die umliegenden Gemeinden aus der Großstadtregion an das Systhem angeschlossen werden, sobald die Erweiterungsarbeiten es ermöglichen. 

Rund 3 Millionen Euro werden in Karansebesch investiert. Hier soll ein foto-voltaischer Park entstehen. Die Stadtverwaltung erteilte für dieses Projekt ein Grundstück von 3 Hektar. Die Investition wird von einer Gruppe von Geschäftsleuten getätigt. Die Stadtverwaltung ist desweiteren in einem ähnlichen Projekt involviert. Auf 10 Hektar wird ein weiterer foto-voltalischer Park mit Unterstützung der Europäischen Union gebaut.

Zum Schluss blicken wir auch auf die Arbeitsangebote dieser Woche für West-Rumänien: Die meisten Angebote gab es am Montag im Kreis Temesch: 276. Im Kreis Hunedoara waren 162 Jobs belegbar und im Kreis Arad 146. Kreis Karasch-Severin bot auch diesmal sehr wenig in diesem Bereich an: nur 11 freie Arbeitsstellen waren hier am Montag verfügbar. Landesweit waren diese Woche mehr als 5.200 freie Arbeitsplätze gemeldet, die meisten davon für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung und für unqualifizierte Arbeitskräfte. 

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie kommende Woche wieder hier. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 17.01.2013
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