Banater Zeitung

Privatkliniken zittern um Patienten und Personal

Neue Reformabsichten im Gesundheitsministerium

Die Debatte um das rumänische Gesundheitssystem ist in diesen Tagen intensiver als je zuvor. Es geht nicht nur um die Finanzierung von der Krankenkasse der öffentlichen bzw. privaten Spitäler, sondern auch um den Sinn der Auflösung vor nahezu zwei Jahren mehrerer Krankenhäuser in Kleinstädten und Gemeinden. Die damals als Reform angesehene Initiative von Minister Attila Cseke, gilt heute als Schlag ins Wasser. In den öffentlichen Krankenhäusern soll die Patientenbetreuung in Zukunft besser werden, verspricht der derzeitige Ressortminister Eugen Nicol²escu. Dafür will er bereits in Kürze die Mitfinanzierung von privaten Kliniken aus den Geldern der Krankenkasse stornieren. Die Meinungen in dieser Hinsicht gehen weit auseinander: Die Privaten finden es als Verlust für Patient und Medizin in Rumänien, im öffentlichen Gesundheitswesen wird es als „korrekte Maßnahme“ und als „Häppchen Sauerstoff“ gewertet.

„Früher hatten die Patienten hier ihre Betreuung und regelmäßig ihre Medizin, heute kommen sie erst dann, wenn es ihnen ganz schlecht geht“, heißt es in der Notaufnahme des sogenannten Medizinischen Zentrums in der Kleinstadt Busiasch im Verwaltungskreis Temesch. Es ist nur eine von vielen Krankeneinrichtungen, die im Frühjahr 2011 ihren Status einbüßten und umgewandelt wurde. Im besten Fall blieben sie medizinische Zentren, andere wurden sogar komplett zweckentfremdet und sind heute Altenheime. Etwa 15 Patienten kommen derzeit im Tagesdurchschnitt in die Notaufnahme nach Busiasch. In Notfällen mit dem Rettungswagen; wer aus eigener Initiative das Zentrum aufsuchen möchte, reist an, womit er kann – manchmal auch mit dem Heuwagen. Insgesamt 20.000 Einwohner im Kurortstädtchen und aus den Dörfern der Umgebung hatten im Krankenhaus in Busiasch ihre Ansprechpartner. Lesen Sie mehr darüber in der Banater Zeitung vom 23.01.2013 auf Seite 5. 


Seit zwei Jahren ist nachhaltige medizinische Betreuung auch in Busiasch verloren gegangen. In die Notaufnahme kommen Patienten oft erst dann, wenn es schon zu spät ist.
Symbolfoto: Zoltán Pázmány
 Siegfried Thiel, Temeswar, 22.01.2013
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