Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 07.03.2013

In den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche:
- Infrastruktur und Investitionen in Rumänien,
- Der rumänische Arbeitsmarkt,
- Aus der regionalen und lokalen Wirtschaft,
- UND - die aktuellen Quotierungen der rumänischen Landeswährung.
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Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Infrastruktur und Investitionen in Rumänien:

Vier Unternehmen und Konsortien haben sich für die Ausschreibung der Autobahnstrecke Comarnic – Kronstadt eingeschrieben. Darüber berichtet die online-Ausgabe der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien. Es geht dabei um den Vertrag betreffend den Bau, den Betreiben und der Instandhaltung der Strecke. Laut Angaben der Landesbehörde für Autobahnen und Nationalstraßen handelt es sich um einen Auftrag im Wert von 5,3 Milliarden Lei. Das sind umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro. Die 58 Kilometer lange Strecke gilt als eine der meist befahrenen Straßen Rumäniens. Die künftige Autobahn, die zum Teil hauptsächlich durch Berggelände führt, soll über 35 Brücken und Viadukte und über 18 Tunnels mit einer Gesamtlänge von knapp 3 Kilometern verfügen. Eine erste Vergabe für den Bau dieser Autobahnstrecke im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft gab es bereits 2009. Der Vertrag wurde jedoch ein Jahr danach gekündigt. Diesmal handelt es sich erstmals in Rumänien um einen Konzessionsvertrag in diesem Bereich, sodass Investor und Betreiber eine Autobahngebühr einführen werden - unterstrich Premier Victor Ponta.

Die Autobahn Nadlak-Hermannstadt, Teil der Autobahn A1, soll im Frühjahr 2015 fertiggestellt werden. Das erklärte der delegierte Minister für Infrastrukturprojekte Dan Sova zitiert am Montag von Radio Temeswar. Befahrbar sind bereits die Umfahrungsstraße von Hermannstadt, die Umfahrungsstraße Diemrich-Pischk, sowie die Strecke Temeswar-Arad mit den Umfahrungsstraßen der beiden Städte. Weitere Strecken sollen im kommenden Monat fertig gestellt werden. Das sind die Teilstrecke 1 zwischen Broos und Hermannstadt, die Teilstrecke 1 zwischen Lugosch und Diemrich sowie die Teilstrecke 2 zwischen Nadlak und Arad. Für die Teilstrecke 1 zwischen Nadlak und Arad wurde der Vertrag Ende vergangenen Jahres wegen Verspätungen gekündigt. Diese Teilstrecke, die Teilstrecke Temeswar-Lugosch sowie die Teilstrecken 2, 3 und 4 zwischen Lugosch und Diemrich befinden sich in unterschiedlichen Etappen der Ausschreibung. Bis zum Jahresende soll dann auch die Strecke Diemrich-Bross fertiggestellt werden. Der Anschluss an die ungarische Autobahn bei Nadlak wurde für das kommende Jahr verschoben.

Die Erdgaspipeline Nabocco sorgt erneut für Schlagzeilen in Rumänien. 16.000 Gelände- und Gebäude-eigentümer aus 5 Verwaltungskreisen sollen entschädigt werden. Das Projekt sieht vor, dass die Pipeline die Kreise Dolj, Mehedinti, Karasch-Severin, Temesch und Arad auf einer Strecke von rund 500 Kilometern durchquert. Die Regierung erarbeitet nun eine Entschädigungsform. Ausgezahlt soll den Grundbesitzern einerseits eine Geldsumme für die Beschränkung der Geländenutzung und andererseits einen Ausgleich für die Schäden, die während der Bauarbeiten entstehen. Die Summen werden unter einnähmlichem Verständnis der beiden Seiten festgelegt.

Die Hoffnung auf gut ausgebildete Hochschulabsolventen lässt auch das Investorenvertrauen in Rumänien wachsen. Das bemerken die Journalisten des Rumänienonlinekuriers. In den Verwaltungskreisen mit großen Universitätsstädten gab es im vergangenen Jahr die häufigsten Firmengründungen. Den Spitzenplatz auf Landesebene belegte die rumänische Hauptstadt Bukarest mit rund 19.000 Neuinvestitionen. Es folgten der Verwaltungskreis Klausenburg mit fast 6.500 Neugründungen, sowie die Kreise Jassy und Temesch mit jeweils etwas mehr als 5.000 neuen Firmen. Die wenigsten Investionen wurden im Kreis Covasna getätigt: hier gab es weniger als 1.000 Neuunternehmen.
 
Der rumänische Arbeitsmarkt:

Die Arbeitslosigkeit in Rumänien lag nach dem ersten Jahresmonat dieses Jahres bei 6,6% und ging im Vergleich zu Dezember vergangenen Jahres um 0,1% zurück. Im Vergleich zu Januar 2012 lag die Erwerbslosenrate um 0,8% tiefer. Dies geht aus den Schätzungen des Nationalen Statistikamtes hervor, die Ende vergangener Woche veröffentlicht wurden. Bemessen wurden die Daten nach Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation. Die geschätzte Anzahl der Arbeitslosen belief sich im Januar auf 660.000 Personen. Nach Geschlechtern aufgeteilt lag die Arbeitslosigkeit unter Frauen bei 6,2% und unter Männern bei 6,9%. Die Anzahl unbesetzter Stellen belief sich im letzten Quartal des vergangenen Jahres auf rund 23.000 Stellen. Gegenüber dem Vorquartal waren dies 3.300 weniger offene Stellen und gegenüber Ende 2011 waren es 1.600 mehr.

Wir blicken nun kurz auf die Arbeitsangebote dieser Woche für West-Rumänien: Die meisten Angebote gab es am Montag im Kreis Temesch: 283. Im Kreis Hunedoara waren 271 Jobs belegbar und im Kreis Arad 214. Kreis Karasch-Severin bot auch diesmal wenig in diesem Bereich an: nur 10 freie Arbeitsstellen waren hier am Montag verfügbar. Landesweit waren diese Woche rund 8.600 freie Arbeitsplätze gemeldet, die meisten davon für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung und für unqualifizierte Arbeitskräfte. 

Eine Börse für arbeitslose Frauen auf Jobsuche wird am morgigen Freitag anlässlich des internationalen Frauentags in Arad organisiert. Die Jobbörste startet um 9 Uhr und sie findet im Bingo-Saal neben dem Haupbahnhof statt. Die Kreisagentur für die Beschäftigung der Arbeitskräfte bietet zudem Beratungen für Unternehmen und Arbeitssuchende. Vorgestellt werden unter anderem auch die Vergünstigungen, die die Unternehmer bei der Anstellung von Arbeitslosen, Schulabsolventen oder benachteiligten Bevölkerungskategorien erhalten.

Aus der regionalen und lokalen Wirtschaft:

Eine Internationale Messe für erneuerbare Energien startete gestern in Arad. Die 5. Auflage der Enreg-Messe findet bis morgen auf dem Gelände der Expo-Arad International statt. Mehr als 110 Aussteller aus 14 Ländern beteiligen sich daran. Vertreten sind die Bereiche Fotovoltaik, Bioenergie und Windenergie sowie die energetische Bauffizienz. Zahlreiche Workshops im Bereich der erneuerbaren Enegrien ergänzen das Messeprogramm.

Das neue Parkgebühren-System in Temeswar namens TimPark tritt am 15. März in Kraft. Die Stundentarife fallen je nach Stadtzone unterschiedlich hoch aus. Eine Stunde im Stadtzentrum kostet 1Leu50, in den mittleren Stadtteilen wird 1 Leu pro Stunde bezahlt und in den Randgebieten der Stadt 50 Bani die Stunde. Die ersten 15 Minuten sind gebührenfrei. Das Parken ist nachwievor kostenlos zwischen 17 und 8 Uhr sowie an Wochenenden. Mit dem alten Telpark-System werden auch die Parktickets abgeschafft. Gültig beiben nachwievor die Abos und hinzu kann man das Parken per Händy bezahlen.

Die 9 Einfahrten in die Stadt Temeswar sollen erneuert werden. Eine diesbezügliche Projektausschreibung leitete die Stadtverwaltung ein. Bis zum 29. März können konkrete Projekte beim Rathaus eingereicht werden. Angesprochen werden hauptsächlich die Studenten der Hochschule für Architektur. Bürgermeister Nicolae Robu erwünscht sich, dass die Einreisenden sofort mit den touristischen Markenzeichen der Stadt und mit ihren Premieren vertraut gemacht werden. Die besten Ideen werden mit je ein Tausend Lei belohnt. Das Ergebnis der Projektausschreibung wird am 5. April bekannt gegeben.

Die Ausschreibung der Modernisierungsarbeiten am Arader Fußballstadion Franz Neumann kommen in die letzte Runde. Das Gewinnerunternehmen wird in 3 Monaten bekannt gegeben, wenn inzwischen keine Beanstandungen eingereicht werden, erklärte Bürgermeister Gheorghe Falca. Die Arbeiten könnten dann im Juni starten und bis 2015 andauern. Ein Teil des aktuellen Stadions soll beibehalten und in ein Museum des Fußballs umgewandelt werden. Das Projekt sieht desweiteren den Bau einer modernen Arena mit einer Besucherkapazität von 17.500 Plätzen vor. Die Arbeiten werden auf 10 Millionen Euro geschätzt.

Der Arader Kinderpark zieht um. Der Gewinner der Ausschreibung für die Einrichtung des neuen Parks soll noch in diesem Monat bekannt gegeben werden. Die neue Lokation ist auf dem Gelände des jetzigen Europaparks am Maroschufer gegenüber dem Sportsaal. Hier soll ein Schiff und ein Miniflugzeig gebaut werden, sowie eine Pyramide, ein Labyrinth und ein Kletterhexagon. Die Einrichtungsarbeiten sollen bis Ende des Jahres dauern und wurden auf 6,6 Millionen Lei geschätzt.

Der Internationale Flughafen Großwardein investiert 26 Millionen Euro in die Erweiterung seiner Landebahn. Von den derzeitigen 1.800 Metern sollen es 2.100 Meter werden. Danach sollen auch Flugmaschinen des Typs Airbus oder Boeing hier landen können. Das Projekt wird aus europäischen Fonds mitgefördert. Die Ausschreibung startet am 15. Juli und die Arbeiten sollen in 22 Monaten beendet werden. Als Auswahlkriterium gilt der geringste Preis.

Die aktuellen Quotierungen der rumänischen Landeswährung: 

Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei36 quotiert – genauso wie vergangene Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei34 – 1 Ban mehr als vor einer Woche. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag bei 1Lei45 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei91. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 169 Lei und 38 Bani geschätzt – das sind 1Leu und 9 Bani weniger als vor einer Woche.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in einer Woche wieder hier, dann unter anderem mit den monatlichen Hinweisen aus der Rechtspraxis. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 07.03.2013
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