Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 14.03.2013

In den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche:
- Investitionen, Regierugsmaßnahmen und -vorhaben,
- Die aktuellen Quotierungen der rumänischen Landeswährung, 
- Informationen aus der Tätigkeit der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs West-Rumäniens,
- Der rumänische Arbeitsmarkt,
- UND - Aus der regionalen sowie der lokalen Wirtschaft.
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Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Investitionen, Regierugsmaßnahmen und -vorhaben:

Die Europäische Investmentbank könnte Rumänien in diesem Jahr Kredite im Wert von 700 bis 900 Millionen Euro vergeben. Das ist doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. Dies erklärte Bankpräsident Werner Hoyer Anfang dieser Woche in Bukarest, nach einem Gespräch mit den rumänischen Behörden. Das Geld kann in alle wichtigen Wirtschaftsbereiche fließen: Infrastruktur, Verkehr, Kommunikation, Energie, Umweltschutz oder Dienstleistungen. Die Darlehen dürfen desweiteren als Hilfsmaßnahmen für Kleine und Mittelständische Unternehmen angewandt werden sowie für die Mitfinanzierung von Projekten, die aus EU-Geldern gefördert werden.

Um 15% sollen die Kosten für Personal sowie die Ausgaben für Gütererwerb und Dienstleistungen der Ministerien veringert werden. Eine erste Bewertung dieser Maßnahme erfolgt diese Woche. Reduziert werden sollen die Ausgaben und vielleicht die Stellen, nicht aber die Gehälter der Angestellten. Premier Victor Ponta ist der Meinung, die Ministerien könnten auch weniger ausgeben. Nicht von dieser Maßnahme betroffen bleiben die Bereiche Gesundheit und Erziehung, wo weiterhin die blockierten Stellen auch im Jahr 2013 neu belegt werden dürfen.

Eine Verringerung der Mehrwertsteuer für Brot auf 9% könnte experimentell in der 2. Jahreshälfte eingeführt werden. Das erklärte Premier Victor Ponta innerhalb eines TV-Interwievs zum Wochenbeginn. Wenn die Ergebnisse positiv ausfallen, könnte dann die Mehrwertsteuer auch für weitere Lebensmittel auf 9% reduziert werden, so der Regierungschef weiter. Ein Indikator wäre die Verringerung der Steuerhinterziehung in diesem Bereich. Die Delegation des Internationalen Währungsfonds erklärte sich beim letzten Besuch in Bukarest skeptisch über den Erfolg dieser Maßnahme. --- Wenn aber das Jahr 2013 mit dem eingeplanten Wirtschaftswachstum beendet wird, könnten sowohl die Mehrwertsteuer als auch die Beiträge zur Krankenversicherung verringert werden. Das erklärte Wirtschaftsminister Varujan Vosganian. Rumänien hat sich als Ziel gesetzt, 2013 einen Wirtschaftswachstum um 1,5 bis 2% des Bruttoinlandsprodukts zu erreichen. Das Ergebnis würde Rumänien Spielraum für die Durchsetzung solcher Maßnahmen schaffen, so Vosganian weiter.

Der einheitliche Steuersatz von 16% für Betriebe soll abgeändert werden. Ein Projekt diesbezüglich stellte die Ministerin für Kleine und Mittelständische Unternehmen Maria Grapini vor. Die Betriebe sollen künftig eine jährliche feste Summe auszahlen, die abhängig vom Tätigkeitsbereich und -ort berechnet wird. Für jeden Neuangestellten soll dann diese Summe um einen Prozentsatz verringert werden, so die Ministerin. Nachdem das Projekt vom Finanzministerium geprüft wird, soll es experimentell für Hotels, Restaurants und Autowerkstätten eingeführt werden.

Der Gesetzesentwurf zur Rückerstattung von Eigentümern wurde innerhalb der Regierungskoalition erörtert und kam auf den Arbeitstisch der Regierung. Der Entwurf stütze sich auf drei Prinzipien, so Premier Victor Ponta: die Rückerstattung von Eigentümern in Natura, dort wo es möglich ist, im Gegenfall die Entgeltung binnen 7 Jahren und die Besteuerung der verkauften Rechte auf die umstrittenen Eigentümer um 85%. Am 12. April läuft der Termin ab, den das Europäische Gerichtshof für Menschenrechte für die Rückerstattung von Eigentümern bzw. die Entschädigung der Besitzer gestellt hat. Die Regierung beabsichtigt, die Verantwortung für dieses Gesetz vor dem Parlament zu übernehmen. 

Die aktuellen Quotierungen der rumänischen Landeswährung:

Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei38 quotiert – 2 Bani mehr wie vergangene Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei36 – ebenfalls 2 Bani mehr als vor einer Woche. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag bei 1Lei42 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei91. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 172 Lei und 22 Bani geschätzt – das sind 2 Lei und 84 Bani mehr als vor einer Woche.

Informationen aus der Tätigkeit der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs West-Rumäniens:

Der deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat hält am heutigen Donnerstag das Treffen seiner Mitglieder in Temeswar ab. Zu Gast ist diesmal der Abgeordnete der deutschen Gemeinschaft im Parlament Rumäniens Ovidiu Gant. Den Geschäftsleuten berichtet er über die aktuelle politische Lage in Rumänien und die speziellen Ereignisse in Bukarest. Das Treffen findet heute ab 19Uhr30  in der Jazzissimo Lounge in der Theresien-Bastei statt. 

Der deutsch-rumänische Wirtschaftsverein Arad veranstaltet heute in einer Woche das Monatstreffen seiner Mitglieder. Dieses findet wie gewöhnlich im Milenium-Saal in der Vasile-Goldis-Straße ab 18Uhr30 statt. Besprochen werden sollen dabei die Einzelheiten des Landestreffens der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs, das im Monat April in Arad stattfinden soll. Erwartet werden dann Vertreter der insgesamt acht Wirtschaftsvereine Rumäniens sowie der deutschen Außenhandelskammer in Bukarest.

Der rumänische Arbeitsmarkt:

Kreis Temesch belegt den 2.ten Platz auf Landesebene der Verwaltunsgeinheiten mit der geringsten Arbeitslosenrate. Bei 2,03% lag sie Anfang März. Registriert waren dann 6.720 Arbeitslose bei der Kreisagentur für die Beschäftigung der Arbeitskräfte. Kreis Arad verzeichnete eine Arbeitslosenrate von 3,78% und Kreis Karasch-Severin 5,88%, während im Kreis Hunedoara 13.700 Erwerbslose gemeldet waren. Landesweit waren Anfang März 510.000 Arbeitlose gemeldet.

Wir blicken nun kurz auf die Arbeitsangebote dieser Woche für West-Rumänien: Die meisten Angebote gab es am Montag im Kreis Arad: 371. Im Kreis Temesch waren 342 Jobs belegbar und im Kreis Hunedoara 275. Kreis Karasch-Severin bot diesmal wesentlich mehr als bisher in diesem Bereich an: 106 freie Arbeitsstellen waren hier am Montag verfügbar. Landesweit waren diese Woche rund 8.000 freie Arbeitsplätze gemeldet, die meisten davon für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung und für unqualifizierte Arbeitskräfte. 

Die Studenten und Absolventen der Politechnika-Universität Temeswar sind in diesem Monat zur Karrierenmesse eingeladen. Die feierliche Eröffnung ist am 26. März um 12 Uhr im großen Amphitheater des Elektro-Gebäudes am Vasile-Parvan-Boulevard anberaumt. Das eigentliche Event findet am 27. und 28. März statt undzwar im ersten Stock des Politechnika-Restaurants im Studentenviertel. Die Öffnungszeiten sind zwischen 10 und 18 Uhr. 50 Unternehmen aus dem In- und Ausland stellen den Studenten und Absolventen Praktika- und Jobangebote sowie ähnliche Zusammenarbeitsmöglichkeiten vor. Die Besucher können sich auch für Unternehmenbesuche einschreiben, die für den Monat April vorgesehen sind. 

Aus der regionalen und lokalen Wirtschaft:

Das neue Parkgebühren-System in Temeswar namens TimPark tritt morgen in Kraft. Die Stundentarife fallen je nach Stadtzone unterschiedlich hoch aus. Eine Stunde im Stadtzentrum kostet ab morgen 1Leu50, in den mittleren Stadtteilen wird 1 Leu pro Stunde bezahlt und in den Randgebieten der Stadt 50 Bani die Stunde. Die ersten 15 Minuten sind gebührenfrei. Das Parken ist nachwievor kostenlos zwischen 17 und 8 Uhr sowie an Wochenenden. Mit dem alten Telpark-System werden auch die Parktickets abgeschafft, aber auch das gebührenpflichtige Parken auf manchen Straßen. Gültig bleiben nachwievor die Abos und hinzu kann man das Parken per Handy bezahlen.

Die ökologischen Parkplätze der Stadt Temeswar verschwinden. Die Plätze, die während der Ciuhandu-Verwaltung mit hohen Geldsummen nach deutschem Modell hergerichtet wurden, sollen nun infolge eines Befehls von Bürgermeister Nicolae Robu mit Pflastersteinen und Beton zugedeckt werden. Als Grund dafür nennt Robu, die Parkplätze seien ineffizient und bei jedem Unwetter würden sie schlammig. Eine Gesamtfläche von rund 40.000 Quadratmetern wurde im Zeitraum 2009-2012 in ökologischen Parkplätzen umgewandelt. Die Arbeiten kosteten rund 8 Millionen Lei, das sind knapp 2 Millionen Euro.

Die Arbeiten an der Passage in der Michelangelo-Gegend in Temeswar könnten Ende dieses Monats starten. Infolge der Ausschreibung wurde das Bauunternehmen bestimmt. Dieses schätzte die Kosten der Arbeiten auf knappe 40 Millionen Lei, während die Stadtverwaltung von 52 Millionen Lei ausging. Das Projekt wird aus europäischen Geldern gefördert und die Arbeiten sollen in 16 Monaten fertig sein. Vorgesehen sind Reparaturarbeiten an der Michelangelo-Brücke sowie der Bau einer unterirdischen Passage zwischen dem Vasile-Parvan- und dem Corneliu-Coposu-Boulevard. Ab dem 1. April wird hier der Verkehr über den Sudulul-Boulevard umgeleitet.

Die Verkaufsstelle für Nahverkehrkarten am Temeswarer Freiheitsplatz gibt es nicht mehr. Die Kiosks wurden abmontiert und der gesamte Freihaitsplatz wird erneuert. Die Fahrtgäste können ihre Karten nachwievor am Kiosk am 700-ter Platz sowie an weiteren 14 Verkausstellen in der Stadt erwerben.

Auch die Kiosks vor dem Arader Kreiskrankenhaus werden abmontiert. Die Verkaufsstände beeinträchtigen den Zugang zur Notstelle, erklärte Bürgermeister Gheorge Falca. Ausßerdem nur 20 Meter davon entfernt wurde der neue Heliport des Rettungsdienstes SMURD eingerichtet. Vor dem Arader Kreiskrankenhaus gibt es rund 20 Kiosks, die gleich nach der Wende provisorisch aufgestellt wurden. Hier findet man Lebensmittel und Nichtnahrungsgüter, im Grunde alles was die Patienten des Krankenhauses kaufen wollen. Die Eigentümer wurden aufgefordert, ihre Geschäfte an den kommenden Tagen wegzuräumen.

Die schlechteste Autostraße des Kreises Arad wird erneuert. Das ist die Strecke Arad – Neupanat – Hellburg. Die Arbeiten hier wurden im Nationalprogramm für Infrastrukturentwicklung aufgenommen und gestartet. Daher werden sie auch aus Regierungsgeldern fortgesetzt. Die Exekutive beabsichtigt, alle noch nicht begonnenen Arbeiten zu stornieren und nur die Baustellen fortzusetzen, wo bereits gearbeitet wird. Im Kreis Arad waren Reparaturarbeiten an insgesamt 300 Kilometern Autostraßen vorgesehen. Diese sollen nun aus dem Haushalt des Kreisrates getragen werden.

Die Gesellschaft für Autobahnen und Landstraßen sucht nach einem Berater, der die bisherigen Arbeiten an der Autobahnstrecke Nadlak-Pecica evaluieren soll. Ermittelt werden sollen die Ausgangsparameter, die der neue Auftragnehmer in Kauf nehmen muss. Die Strecke ist 22 Kilometer lang, die Arbeiten wurden ursprünglich auf 500 Millionen Lei geschätzt und hätten im kommenden Monat fertiggestellt sein sollen. Der Vertrag mit der Baufirma Romstrade wurde gekündigt, nachdem Ende vergangenen Jahres die Staatsanwälte der Antikorruptionsbehörde den Geschäftsmann Nelu Iordache der Veruntreuung von EU-Fonds beschuldigt hatten.

Der LKW-Verkehr in Ungarn wird ab heute Abend beschränkt.Grund dafür ist der ungarische Nationalfeiertag.  Die Fahrzeuge, die schwerer als 7,5 Tonnen sind, dürfen auf den öffentlichen Straßen des Nachbarlandes ab heute um 23 Uhr nicht mehr fahren. Die Beschränkung läuft am Freitag um 23 Uhr ab, ist aber am Samstag und am Sonntag wieder gültig. Ausgeschlossen sind die Transporte von verderblichen Waren und Tieren.

Hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in einer Woche wieder hier. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 14.03.2013
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