Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 16.05.2013

In den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche gibt es:
- Daten des Nationalen Statistikamtes zur rumänischen Landeswirtschaft,
- Informationen aus der Landeswirtschaft Rumäniens
- UND - Nachrichten aus der regionalen Wirtschaft.
Lesen Sie hier mehr dazu und/oder hören Sie mit!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Daten des Nationalen Statistikamtes zur rumänischen Landeswirtschaft aus der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien:

Der Umsatz der Industriebetriebe in Rumänien ist im ersten Quartal dieses Jahres um 4,8 Prozent im Vergleich zur selben Zeitspanne des vergangenen Jahres gestiegen. Gute Ergebnisse erzielte die verarbeitende Industrie während die Förderindustrie im Minusbereich lag. In einer Aufgliederung nach großen Industriegruppen war in der Kapitalgüterindustrie die deutlichste Umsatzsteigerung festzustellen, während die Energieindustrie weniger Umsatz machte. Im vergangenen Gesamtjahr war der Umsatz der Industrieunternehmen um 3,1 Prozent gestiegen und die Auftragslage verbesserte sich um 1,1 Prozent.

Die Industriepreise in Rumänien sind im Monat März gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent gesunken, nachdem sie im Februar um 0,3 Prozent gestiegen waren. Die Herstellerpreise in der Industrie waren im Vorjahresvergleich um 4,5 Prozent höher. Überdurchschnittliche Preissteigerungen wurden binnen zwölf Monaten bei den Erzeugnissen der Energieindustrie und der Industrie für kurzlebige Konsumgüter verzeichnet. Unter dem Durchschnitt lagen die Herstellerpreise bei Kapitalgüter und bei langlebigen Konsumgüter. Bei Halbwaren legten die Preise zu. Im vergangenen Gesamtjahr waren die Herstellerpreise in der Industrie Rumäniens um insgesamt 4,9 Prozent gestiegen, nach plus 7,0 Prozent ein Jahr davor.

Der Gesamtwert der von der Bauwirtschaft erbrachten Leistungen ist im ersten Quartal 2013 gegenüber derselben Zeitspanne des Vorjahres saison- und arbeitstagbereinigt um 5,1 Prozent gesunken. Nach der Art der Bauten wurde in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit minus 12 Prozent ein besonders hoher Rückgang bei Ingenieurbauten verzeichnet. Bei den Büro- und Geschäftsbauten waren es plus 5,1 Prozent, während die Wohnbauten mit plus 21,1 Prozent besonders stark zulegten. Im vergangenen Gesamtjahr 2012 hatte der rumänische Bausektor einen Zuwachs von 1,6 Prozent verzeichnet, nach plus 1,1 Prozent im Jahr 2011 und minus 13,2 Prozent im Jahr 2010.

Die Autohändler sowie Reparatur- und Wartungsdienstleister haben im ersten Quartal dieses Jahres saison- und arbeitstagbereinigt 4 Prozent mehr Umsatz als in der Vergleichsperiode des Vorjahres gemacht. Im März stieg der Umsatz der Kfz-Branche gegenüber Februar saisonbereinigt um 3,5 Prozent. Gegenüber März vergangenen Jahres waren es allerdings nur plus 0,6 Prozent. Im vergangenen Gesamtjahr hatten Autohändler und Reparaturwerkstätten 4,6 Prozent weniger Umsatz gemacht, nach plus 4,9 Prozent im Jahr 2011 und minus 6,6 Prozent im Jahr 2010.

Der durchschnittliche Nettolohn in Rumänien ist im Monat März im Vergleich zum Vormonat um 64 Lei auf 1617 Lei gestiegen. Das sind umgerechnet rund 368 Euro zum durchschnittlichen März-Wechselkurs. Der durchschnittliche nominelle Bruttolohn wuchs im März um 4,1 Prozent auf 2231 Lei. Im Vorjahresvergleich veränderten sich die Reallöhne in Rumänien kaum – undzwar sie nahmen um 0,4 Prozent ab. Ohne Berücksichtigung der Inflation war der nominelle Nettolohn im März um 4,8 Prozent höher als ein Jahr davor. Die höchste Lohnsteigerung mit einem plus von 19,3 Prozent gab es in der Tabakindustrie. Hier wurde auch der höchste Durchschnittslohn im März verzeichnet – 5.645 Lei netto. Der niedrigste Nettodurchschnittslohn war im Hotel- und Gaststättenwesen – 860 Lei.

Weitere Informationen aus der Landeswirtschaft Rumäniens:

Die staatliche Betreibergesellschaft Hidroelectrica will ab Juni 88 Kleinwasserkraftwerke verkaufen – meldet die online-Ausgabe der ADZ. Als Kleinwasserkraftwerk gelten Anlagen mit einer installierten Leistung bis zu 10 Megawatt. Der Verkaufsvorgang werde in Etappen und durch transparente und effiziente Methoden durchgeführt, hieß es in einer Pressemitteilung von Hidroelectrica. Zusammen haben die 88 Anlagen eine Nennleistung von 58 Megawatt. Insgesamt betreibt der Stromerzeuger Hidroelectrica derzeit 160 Objekte mit einer Gesamtleistung von mehr als 6.000 Megawatt. Im Zeitraum 2004 bis 2008 verkaufte Hidroelectrica bereits 81 Kleinwasserkraftwerke für insgesamt 80 Millionen Euro. Hidroelectrica befindet sich seit knapp einem Jahr in einem Insolvenzverfahren.

Der ungarische Energiekonzern MOL wird kein Abkommen mit dem serbischen Unternehmen NIS, Tochter der russischen Gazprom, für Prospektions- und Fördertätigkeiten in Rumänien eingehen. Dies gaben am Montag Unternehmensvertreter des ungarischen Unternehmens bekannt. Sie werden von der Nachrichtenagentur Mediafax in der online-Ausgabe der ADZ zitiert. NIS-Chef Kirill Krawtschenko hatte Anfang Mai in einem ungarischen Wirtschaftsmagazin erklärt, dass NIS und MOL demnächst ein Joint Venture im Upstream-Bereich eingehen wollten. Die ungarische MOL ist in Rumänien mit einem Netz von 137 Tankstellen vertreten, während Gazprom über die serbische Tochter NIS bis Ende kommenden Jahres 120 Tankstellen errichten will.

Das Umweltministerium hat gestern mit dem Vertrieb der Coupons im Rahmen des diesjährigen Abwrackprogramms für Altfahrzeuge begonnen. 2013 werden insgesamt 20.000 Abwrackprämien im Wert von je 1.500 Euro bzw. 6.500 Lei vergeben, wobei 17.000 für Privatpersonen sowie Unternehmen und 3000 für öffentliche Einrichtungen bereit stehen. Die Gutscheine können bis zum 20. November eingelöst werden.

Rumänien zahlte gestern die zweite Tranche des stand-by-Darlehens aus dem Jahr 2009 zurück an den Internationalen Währungfonds, die EU-Kommission und die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Es ging dabei um 2 Millionen Euro. Die dritte Tranche im Wert von 165,6 Millionen Euro ist am 23. Mai fällig. In diesem Jahr muss Rumänien mehr als eine Milliarde und 160 Millionen Euro seiner Schulden an die drei Institutionen zurück zahlen.

Die rumänische Landeswährung, der LEU, verliert an Wert im Vergleich zu seinen Bezugswährungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei33 quotiert – 2 Bani mehr als vor einer Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei36 – 8 Bani mehr wie vor einer Woche. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag bei 1Lei48 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei91. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 152 Lei und 52 Bani geschätzt – das ist etwas mehr als 1 Leu weniger als vor einer Woche.

Aus der lokalen Wirtschaft:

Die Restaurierungsarbeiten an der Päpstlichen Basilika in Maria Radna bei Lippa im Verwaltungskreis Arad starten am heutigen Donnerstag. Das Projekt hat eine Laufzeit von 25 Monaten und ist im Wert von 47 Millionen Lei, das heißt mehr als 10 Millionen Euro. Das Geld kommt großteils aus Mitteln der Europäischen Union. Als erstes werden die Türme der Kirche restauriert, da diese Arbeiten die meiste Zeit einnehmen. Eingerichtet werden auch zwei Museen, eines des Franziskanerordens – einzigartig in Rumänien – und das zweite über die Geschichte der Wallfahrten hierher. Nach der Beendung der Arbeiten im Jahr 2015 wird Maria Radna in einem touristischen Kreislauf eingeführt, der von hier aus über die mittelalterlichen Kirchenburgen Siebenbürgens zu den Klöstern im Buchenland weiter führt.

Fachleute aus dem IT-Bereich treffen diese Tage mit Vertretern der Großkonzerne in Temeswar zusammen. Das Expo-West-Gelände ist bis heute Gastgeber der 5. Auflage des IT-Kongresses. Vorgestellt werden dabei die neuesten Innovationen im Technologiebereich, die effizientesten Informatiklösungen und die modernen Trends in diesen Bereichen. 

Die Bauarbeiten an der künftigen Unterführung in der Temeswarer Michelangelo-Gegend beeinträchtigen den Stadtverkehr. Eine Umleitung soll ab nächster Woche den Verkehr etwas auflockern – verspricht Bürgermeister Nicolae Robu. Es geht dabei um eine neue Verbindung zwischen der Pestalozzi-Straße und dem Sudului-Boulevard. Als nächstes stehen Modernisierungsarbeiten an der Verkehrskreuzung am Lahovari-Platz an. Diese gilt als eine der gefähtlichsten Kreuzungen Europas. Ein Kreisverkehr soll hier den Verkehr lockerer und sicherer machen. Die Stadtverwaltung schrieb die Arbeiten aus. Diese wurden auf 1,6 Millionen Lei geschätzt und sollen im Sommer starten.

Die Temeswarer zahlen eine höhere Gebühr für das konzessionierte Gelände, auf dem Auto-Garagen gebaut sind. Die Stadtverwaltung beschloss, dass die insgesamt 5.600 Garageneigentümer ab diesem Jahr 26 Lei pro Quadratmeter für das Gelände zahlen müssen. Die Konzessionsgebühr wird jährlich an die Inflationsrate angeglichen. Bisher lag diese Gebühr bei einem Leu pro Quadratmeter im Jahr.

Die Arader Stadtverwaltung gibt in diesem Sommer 6 Millionen 400 Taiusend Lei für die Bewässerung der Grünflächen aus. Die Ausschreibung dieser Dienstleistung wurde von einem Unternehmen aus Bukarest gewonnen. Die Firma verpflichtete sich, das technische Projekt auszuarbeiten und die Bewässerungsanlage aufzubauen. Mit aufgenommen in das Projekt wurden alle Grünflächen der Stadt von den Rasenflächen in den Kreisverkehren bis zu den Parks und der Maroschau.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in 7 Tagen wieder hier. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 16.05.2013
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