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Evangelische Gemeinde Michelsberg lädt zum Maisingen am 1. Mai

Bis zum 1. Mai sollen Büsche und Bäume in und um die mittelalterliche Burg in Michelsberg/Cisnãdioara verschwunden sein. Das hofft der Kirchenvater der evangelischen Gemeinde, Michael Henning, und ist guter Dinge, dass die Umgebung des lokalen Wahrzeichens zum traditionellen Maisingen wieder in seiner ursprünglichen Form hergestellt ist.



Bis zum 1. Mai sollen Büsche und Bäume in und um die mittelalterliche Burg in Michelsberg/Cisnãdioara verschwunden sein. Das hofft der Kirchenvater der evangelischen Gemeinde, Michael Henning, und ist guter Dinge, dass die Umgebung des lokalen Wahrzeichens zum traditionellen Maisingen wieder in seiner ursprünglichen Form hergestellt ist.

„Wir wollen die Kirche aus dem Dornröschenschlaf wecken“, meint Henning. Seit Anfang dieses Monats hat das Rathaus im benachbarten Heltau/Cisnãdie, zu dem Michelsberg verwaltungsmäßig gehört, die Verantwortung für die Michelsberger Burg offiziell an die evangelische Gemeinde übergeben – zunächst für 10 Jahre. Erst vor kurzem geschah dasselbe mit dem alten Schulgebäude, überlegt wird auch eine Übernahme des Dorfmuseums. Vorausgegangen waren jahrelange Eingaben an das Rathaus. Für die Besucher der Burg ändert sich durch die Übernahme durch die Gemeinde nichts. Burghüterin Erika Phleps wird auch weiterhin die Eintrittskarten verkaufen, jetzt allerdings im Dienst der evangelischen Kirche.

Die erste Maßnahme ist nun die Befreiung der Burg von Bewuchs. Beaufsichtigt werden die Arbeiten von den Gemeindemitgliedern Henry Ossevoort und Gabriel Tischer, letzterer ist innerhalb der Gemeinde Ansprechpartner für die Burg. Bis in die 1980-er Jahre wurde die Burg auf die Art gepflegt, nach der Wende unterblieben solche Arbeiten. Die Wiese rund um die Ringmauern war zugewachsen, auf den Mauern sprossen Efeu und Bäumchen. Bereits jetzt sieht man erste Erfolge der Arbeiten, „Tonnen von Holz“ habe man entfernt, berichtet der Kirchenvater. Ein Rundgang um die Außenmauern der Burg ist wieder möglich. Er freue sich bereits darauf, dass das Denkmal in diesem Jahr auch in der warmen Jahreszeit aus dem Dorf sichtbar sein wird.

Das Geld aus dem Verkauf von Eintrittskarten soll in die Instandsetzung und den Erhalt des Baudenkmals investiert werden. Das Dach weise Schäden auf, ebenso der Fußboden im Chor der Kapelle sowie die dortigen Grabplatten. Im Burghof möchte die Gemeinde Bänke aufstellen. Am Dach müssten Regenrinnen montiert werden. Wieviel Geld für solche Arbeiten zur Verfügung stehen werde, wisse man noch nicht, so Henning. In den Sommermonaten rechnet er indes mit bis zu 250 Besuchern pro Woche.

Warum übernimmt die kleingewordene Gemeinde diese Immobilien? „Wir sind darauf eingegangen, weil all das, was einst sächsisch war und ist in Michelsberg, dann zusammen in der hand der Kirchengemeinde.“ Henning ist überzeugt, dass die Gemeinde, obwohl klein geworden, die Verwaltung besser organisieren kann, als es bislang das Rathaus in Heltau tat. Allerdings, so schränkt er ein, sei alles auch eine Frage der Finanzierung.

Dabei kann die Gemeinde auch auf Ortspfarrer Dr. Stefan Cosoroabã bauen. „Wir haben Glück mit dem Pfarrer Cosoroabã, der ja auch ein guter Manager ist“, freut sich der Kirchenvater. Der Pfarrer rief vor einigen Jahren das traditionelle Michelsberger Maisingen wieder ins Leben. Auch in diesem Jahr lädt die Gemeinde am 1. Mai um 7 Uhr alle Interessierten zum Singen auf die Burg. Bischof Reinhart Guib hat sein Kommen angekündigt und wird eine Andacht halten. Henning hofft, dass diese in der Kapelle stattfindet, um ein Zeichen zu setzen, dass dieser Raum wieder für lithurgische Zwecke genutzt wird.

Link zum Zeitungsbeitrag online:
Die Kirche aus dem Dornröschenschlaf wecken

 Holger Wermke, Hermannstadt, 12.04.2013
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