Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 18.07.2013

In den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche gibt es diesmal:
- Informationen aus der Tätikeit der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs West-Rumäniens,
- Verwaltungsmaßnahmen aus dem Wirtschaftssektor sowie Statistiken und Angaben der Nationalbank Rumäniens,
- Aber auch Informationen aus der der Landeswirtschaft sowie aus der regionalen und lokalen Wirtschaft in West-Rumänien.
Lesen Sie hier mehr dazu und/oder hören Sie mit!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar, jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche:

Informationen aus der Tätikeit der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs West-Rumäniens:

Der Deutsch-Rumänischen Wirtschaftsverein Arad veranstaltet vor den Sommerferien noch eine Reise mit Sommerfest. Diese ist am heutigen Donnerstag. Die Gruppe ist bereits um 12Uhr30 aus Arad losgefahren. Die Reise führt über Ghioroc, Guttenbrunn, Neudorf, Lippa und Maria Radna nach Minisch. Mit dabei ist auch ein Filmteam der Verlagsgruppe Bahn, das Dokus für das Erste Deutsche Fernsehn erstellt. Die Gäste aus Deutschland trafen bereits am Montag in Arad ein und filmten bisher sowohl in der Stadt als auch in der Umgebung. Die heutige Erkundungsreise wurde mit der ersten elektrischen Bahn des Donauraums  gestartet und mit einer deutschen Straßenbahn aus Stuttgart sowie mit einem Reisebus fortgesetzt. Das Sommerfest des Wirtschaftsclubs ist heute Abend in Minisch und es umfasst unter anderem eine Weinverkostung und ein gemeinsames Abendessen.

Der Deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat beendete seine Tätigkeit vor den Sommerferien bereits vergangene Woche mit dem Juli-Treffen seiner Mitglieder. Als Ehrengast war der neue City-Manager der Stadt Temeswar, Sorin Drãgoi anwesend. Er stellte dabei seine Strategien zur Statdentwicklung vor. Die Mitglieder des Wirtschafrsclubs kommen erst im September wieder zu einem neuen Monatstreffen zusammen.

Verwaltungsmaßnahmen aus dem Wirtschaftssektor:

Rumänien startet diese Woche die Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds am Rande eines neuen Präventivabkommens. Die Verhandlungsdelegation traf gestern in Bukarest ein, gleich nachdem die IWF-Generaldirektorin Christine Lagarde die Hauptstadt Rumäniens verließ. Innerhalb der gestrigen Regierungssitzung stellten die Minister ihre Argumente vor, warum Rumänien das neue vorbäugende Abkommen braucht und es auch verdient. Die Europäische Kommision gab inzwischen bekannt, sie würde sich nicht mehr an so einem neuen Abkommen beteiligt. Rumänien beschloss, ein neues Abkommen mit dem IWF anzustreben, nachdem vor zwei Wochen Präsident Traian Basecu und Premier Victor Ponta sich darüber einig waren.

Die Empfehlungen, die IWF-Geschäftsführerin Christine Lagarde in Bukarest machte, sind auch im Bericht des Finanzinstitutes infolge der Bewerung des abgesclossenen Akommens mit Rumänien zu finden. Fortschritte wurden im Bereich der makroökonomischen Stabilisierung verzeichnet, doch das Wirtschaftswachstum ist schwach. Der Unterhändler mußte drei Terminverschiebungen annehmen, damit alle im Antrag festgehaltenen Ziele erreicht werden. Als Schlussfolgerung verzeichent der IWF, Rumänien habe seine Aufgaben gelöst und das Abkommen wurde erfolgreich abgeschlossen. Als Empfählungen hält der Bericht fest, die Reformen sollten effizienter durchgeführt werden und als Ergebniss bessere Dienste in den Bereichen Energie, Verkehr sowie Gesundheit haben.  Desweiteren sollten die unrentablen Unternehmen aus dem Staatseigentum umstrukturiert werden.

Die Preise für Brot und für Grundnahrungsmittel könnten ab September kleiner ausfallen. Die Regierung beabsichtigt, Ende dieses Monats eine Haushaltsumschichtung durchzuführen. Premier Victor Ponta erhofft sich dabei, die Ressourcen zu finden, um ab September die Mehrwertsteuer für diese Kategorie von Produkten zu reduzieren. Dafür aber müsse er eine Zusage vom Internationalen Währungsfonds erhalten, fügte der Regierungschef hinzu.

Rumänien beabsichtigt bei der Europäischen Union die Finanzierung mehrerer Infrastrukturprojekte im Energiesektor zu beantragen. Dies erklärte Präsident Traian Basescu bei seinem Treffen mit dem ÖMV-Generaldirektor Gerhard Roiss. Der Leiter des österreischischen Ölkonzerns sprach seinerseits über die Chanse Rumäniens, energetisch unabhängig zu werden sowie über die Rolle, die Rumänien dabei auf regionaler Ebene spielen könnte. Das österreichisch-rumänische Konsortium ÖMV-Petrom ist der größte Beitragszahler beim rumänischen Haushalt und das Ölunternehmen mit dem höchsten Gewinn auf dem rumänischen Markt. 

Statistiken und Angaben der Nationalbank Rumäniens:

Die Außenverschuldung Rumäniens lag Ende Mai insgesamt bei knapp unter 100 Milliarden Euro und war damit rund eine Milliarde niedriger als Ende vergangenen Jahres. Die mittel- und langfristige Außenverschuldung des Landes kam dabei auf rund 80  Milliarden Euro wobei die kurzfristige Außenverschuldung auf rund 20 Milliarden Euro kam. 

Die Leistungsbilanz Rumäniens verzeichnete in den ersten fünf Monaten dieses Jahres einen Überschuss von rund 340 Millionen Euro. Vor einem Jahr gab es zu diesem Zeitpunkt ein Defizit von mehr als 2 Milliarden Euro. Im vergangenen Gesamtjahr lag das Deffizit der Leistungsbilanz bei rund 5 Milliarden Euro, 2011 waren es rund 6 Milliarden. Als Grund für den Überschuss im Zeitraum Januar bis einschließlich Mai dieses Jahres werden unter anderem die Verringerung des Handelsdefizits und der Überschuss in der Dienstleistungsbilanz aufgezählt. 

Die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien erreichten in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ein geschätztes Volumen von knapp 415 Millionen Euro. Damit waren sie deutlich niedriger als vor einem Jahr. Ende Mai 2012 waren es noch 656 Millionen Euro. Die Darlehen der ausländischen Muttergesellschaften an die rumänischen Tochtergesellschaften oder Zweigstellen beliefen sich Ende Mai auf rund 330 Millionen Euro. Die verlustbereinigten Kapitalbeteiligungen kamen auf geschätzte 85 Millionen Euro. Im vergangenen Gesamtjahr stellten die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien einen neuen Negativ-Rekord von 1,6 Milliarden Euro auf.

Die rumänische Landeswährung bleibt im Wert konstant mit kleinen Tagesschwankungen im Vergleich zu ihren Bezugswährungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen Mittwoch-Nachmittag folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei44 quotiert – 2 Bani mehr wie vor einer Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei38 – 1 Ban weniger wie vergangene Woche. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag bei 1Lei51 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei91. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 139 Lei und 71 Bani geschätzt – das sind rund 10 Bani weniger als vergangene Woche.

Aus der Landeswirtschaft Rumäniens:

Rund 225.000 Kraftfahrzeuge wurden in Rumänien im ersten Halbjahr produziert. Das ist rund einem Drittel mehr als in den ersten 6 Monaten des vergangenen Jahres. Das teilte der Verband der Automobilhersteller und -importeure mit, zitiert von der ADZ. Die höchsten Produktionszahlen wurden beim Geläbdemodell Dacia Duster erzielt, gefolgt vom Dacia Sandero, Dacia Logan und dem Ford B-MAX. Die Exporte der beiden Autowerke Automobile Dacia Piteºti und Ford Craiova sind in diesen ersten sechs Monaten um knapp ein Viertel gestiegen und sie erreichten fast 190.000 Einheiten. Der einheimische Neuwagenmarkt bleibt denselben Angaben zufolge weiterhin kritisch klein. Im ersten Halbjahr wurden nur knapp 35.000 Neuwagen verkauft, um fast ein Fünftel weniger als im Jahr davor. Grund für die schlechte Lage des Neuwagenmarkts seien hauptsächlich die massiven Importe von Gebrauchtwagen: Auf einen Neuwagen kommen etwas mehr als vier importierte Gebrauchtwagen, rechnen die Fachleute. 

Das staatliche Energieunternehmen Hidroelectrica verkaufte diese Woche am Montag 14 Kleinwasserkraftwerke für knapp 47 Millionen Lei, das sind rund 10 Millionen Euro. Die verkauften Kraftwerke kommen gemeinsam auf eine Leistung von 9,4 MW. Einer Mitteilung der Nachrichtenagentur Mediafax zufolge wurden die Kleinwasserkraftwerke an die Unternehmen Basikdue aus Italien sowie Mineral Oil und Three Pharm aus Rumänien verkauft. Weitere Kleinwasserkraftwerke sollen Unternehmensangaben zufolge im September verkauft werden. Hidroelectrica betreibt zur Zeit noch fast 160 Kleinwasserkraftwerke.

Die Hamburger Baumarktkette Praktiker meldete am vergangenen Donnerstag Insolvenz an. Das Unternehmen ist überschuldet. Vor allem die Rabattstrategie “20 Prozent auf alles” hat die Firma in den Ruin getrieben. Darüber berichtet der Rumänien Online-Kourier. In Rumänien betreibt Praktiker das größte Filialnetz außerhalb Deutschlands mit 27 Märkten. In ganz Osteuropa umfasst das Filialnetz 99 Märkte. In Deutschland betreibt Praktiker 315 Märkte. Der rumänische Markt war bisher nach dem griechischen und dem polnischen umsatzmäßig der drittgrößte Auslandsmarkt der Kette. Praktiker verzeichnete aber in Rumänien sowohl im vergangenen Jahr als auch im ersten Quartal dieses Jahres Absatzrückgänge.

Aus der regionalen und lokalen Wirtschaft:

1000 Angestellte der Reschitzaer Maschinenwerke sind bis Anfang Oktober tehnisch bedinkt beurlaubt. Das sind mehr als die Hälfte der Beschäftigten. Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens sei das kleine Auftragsvolumen Schuld an der Situation. Die Maschinenwerke sind seit 2011 in insolvenz. Die Beurlaubten bekommen bis Oktober nur drei Viertel ihres Basisgehalts. In den Reschitzaer Werken werden Teile und Motoren für Elektrizitätswerke hergestellt. 

Rund 90 Angestellte der Regionalabteilung Temeswar der rumänischen Güterbahngesellschaft CFR-Marfa sollen im Herbst entlassen werden. Darüber berichtet das Medienportal glasul-aradului. Im Kreis Arad sind von der Maßnahme 20 Angestellte betroffen. Hier wird die Haltestelle für Gütertransport komplett aufgelöst. Die Angestellten, die selbst gehen wollen, erhalten Abfindungen. Die Verbliebenen müssen mit einer Kürzung der Arbeitszeit von 5 auf 4 Arbeitstagen in der Woche rechnen sowie mit niedrigeren Löhnen.

Rund 11.000 freie Jobs waren landesweit Anfang dieser Woche über die Kreisagenturen für die Beschäftigung der Arbeitsplätze gemeldet. Hunderte davon waren in den Kreisen West-Rumäniens verfügbar: Die meisten Angebote gab es am Montag im Kreis Temesch: 530. Im Kreis Hunedoara waren 389 Jobs frei und im Kreis Arad 260. Kreis Karasch-Severin bot auch diesmal wenig in diesem Bereich an: am Montag waren hier nur 38 freie Arbeitsstellen gemeldet. Die meisten Arbeitsangebote landesweit waren nachwievor für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung und für unqualifizierte Arbeitskräfte. 

145 Jobs warten auf rumänsiche Staatsbüger in Deutschland im Bereich Hotelwesen und Gastronomie. Gesucht werden Barkeeper, Kelner, Köche sowie Personal für das Organisieren von Events. Die Gehälter betragen zwischen 1.850 und 2.100 Euro Brutto im Monat. Die Arbeitsplätze werden für 6 Monate ab Oktober angeboten. Eine Auswahl der Kandidaten ist in Hermannstadt am 5. und am 6. September vorgesehen. Mehr über die Arbeitsangebote finden Sie online unter eures.anofm.ro. 

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie erst in zwei Wochen wieder hier. Nächsten Donnerstag laden Sie die Radioredaktionen des deutschsprachigen Medienvereins FunkForum zu ihrem monatlichen Funkmagazin ein. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

20130718_WM1  


20130718_WM2  


20130718_WM3  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 18.07.2013
Share
© 2017 FunkForum - powered by infin