Radio Temeswar

Kirchweih 2013 in Neuarad: nach 27 Jahren, wieder ein Fest des Arader Stadtviertels

Das traditionelle banatschwäbische Kirchweihfest wurde am gestrigen Sonntag in Neuarad gefeiert. Dazu luden die römisch-katholiche Kirchengemeinde, das Deutsche Ortsforum, die Jugendorganisation Banat-JA und die deutsche Adam-Müller-Guttenbrunn-Schule ein. Unterstützung kam vom Department für Interethnische Beziehungen der Regierung Rumäniens sowie von der Stadtverwaltung. Die Kommunalbehörden ließen heuer nach 27 Jahren das traditionelle Fest der deutschen Gemeinschaft erneut im Zentrum des Arader Stadtviertels stattfinden.



Begonnen hat das Kirchweihfest bereits am Sonntag in der Früh. Die Trachtenträger und ihre Gäste trafen sich um 9 Uhr im Hof der Neuarader deutschen Grundschule in der Temeswarer Straße. 32 Trachtenpaare im Alter zwischen 40 und 4 Jahren zogen in diesem Jahr die rosarote Neuarader Kerweihtracht an. Sie marschierten zu den Akorden der slowakischen Blaskapelle Nadlacenka aus Nadlak zur Kirche, wo um 10 Uhr der Festgottesdienst anstand. Die römisch-katholische Kirche des Arader Stadtviertels wurde vor 190 Jahren dem Fest Maria Namen am 12. September geweiht. Das Kirchweihfest feiert man traditionsgemäß am ersten Sonntag nach dem kalendaristichen Feiertag.

Den Festgottesdienst zelebrierte der Generalvikar der Temeswarer Diözese, Johann Dirschl, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Ortspfarrer Mathes Dirschl, und dem Pfarrer aus Lippa, Attila Ando. In seiner Predigt wies der Generalvikar auf die Bedeutung der Kirche für ihre Gemeinschaft hin. Traditionsgemäß wurde innerhalb der heiligen Messe auch der buntgeschmückte Rosmareinstrauß geweiht, der ein Symbol des Festes ist und der von den Trachtenpaaren während des ganzen Festes mitgetragen wird.

Nach dem Gottesdienst sprach der Neuarader Ortspfarrer Mathes Dirschel ein Dankeswort an Veranstalter und Gäste aus. Es folgte der Empfang im Pfarrhaus, wo drei Ehrentänze getantzt wurden und die Trachtenpaare mit Kipfeln und Säften bedient wurden. Danach zogen die Trachtenpaare durch die Straßen von Neuarad. Die Buben spendeten den Zaungästen Wein und erhalten dafür kleine Geldsummen. Daraus kaufen sie am Sonntag danach ein kleines Geschenk ihrem Paar. Zu Mittag wird beim Kerweihmädchen gegessen, am Sonntag darauf bei der Familie des Buben.



Das Kirchweihfest ging am Nachmittag weiter. Das Kulturprogramm mit Versteigerung des Kirchweihstraußes wurde in diesem Jahr zum ersten Mal seit der Neuauflage des Festes nach der Wende auf dem Parkplatz im Zentrum von Neuarad ausgetragen. Der Vorsitzende des Deutschen Forums in Arad, Michael Szellner, erinnert sich an das letzte Mal, als das Neuarader Kirchweihfest öffentlich veranstaltet wurde. Das Wetter hielt mit den Organisatoren, sodass das Fest problemlos stattfinden konnte. Jedoch hieß es wesentlich mehr Arbeit für die Veranstalter, verrät die Geschäftsführerin der Jugendorganisation Banat-JA, Adelheid Simon.

Mehr Arbeit, aber es hat sich gelohnt und so soll es auch von nun an weiter gemacht werden. Dieser Meinung ist auch der Vizebürgermeister der Stadt Arad, Levente Bognar. Das Kerweihfest in Neuarad zieht nicht nur die einheimische Bevölkerung an: jedes Jahr kommen auch Gäste aus Deutschland. In diesem Jahr waren es drei Jugendliche, die aus diesem Anlass zum ersten Mal den Weg nach Neuarad fanden.

Inzwischen begann auf dem Parkplatz im Zentrum des Stadtviertels die Versteigerung des Kirchwiehstraußes. In Neuarad wird dafür eine amerikanische Lizitation organisiert. Wie das läuft, sagt uns Banat-JA-Geschäftsführerin Adelheid Simon. Die Uhr klang gegen 20 Uhr und stellte den Gewinner des Kirchweistraußes fest: Cazimir Formanek. Das Fest klang mit einem Aufmarsch der Trachtenpaare aus. Da am Tag darauf der Schulbaginn anstand, wurde der Kirchweihball auf einen späteren Termin verlegt. Die deutsche Jugebdorganisation beabichtigen in desiem Jahr auch das Traubenkränzchen zu vernastalten und dann den Ball als Nachkerweih der Jugend zu organisieren.


Fotos: der Verfasser


20130915_Kirchweih_Neuarad_Teil1  


20130915_Kirchweih_Neuarad_Teil2  


 Adrian Ardelean, Neuarad, 15.09.2013
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