Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 19.09.2013

Die Wirtschaftmeldungen dieser Woche beinhalten:
- Informationen über Regierungsmaßnahmen, 
- Angaben der Nationalbank,  
- Nachrichten aus der regionalen Wirtschaft. 
Lesen Sie hier mehr dazu und/oder hören Sie mit!




Informationen über Regierungsmaßnahmen:
 
Die Regierung Rumäniens beabsichtigt, die meisten Unternehmen zu verkaufen, die dem Wirtschaftsministerium unterliegen. Dies geht aus einer Meldung der Nachrichtenagentur Mediafax hervor, die von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien übernommen wurde und die aus dem – eigentlich vertraulichen – Absichtsschreiben der Regierung an den Internationalen Währungsfonds IWF zitiert. Das Absichtsschreiben wurde laut Premier Victor Ponta am 12. September an den IWF geschickt. Der Premierminister stellte gestern in der Versammlung der beiden Parlamentskammern die wichtigsten Punkte des neuen Stand-by-Vertrags mit dem IWF, der Europäischen Kommission und der Weltbank vor. Es geht diesmal um ein vorbeugendes Abkommen im Wert von 4 Milliarden Euro, das die Fortschritte des Landes festhält und somit der Regierung ermöglicht, Geldsummen zu geringeren Zinsen von den internationalen Märkten zu borgen. Während die Vertreter der Regierungskoalition das Schreiben befürworteten, kritisierte die Opposition das Vorhaben und stufte die Maßnahme als eine Überbesteuerung der Mittelklasse ein. Wenig diskutiert wurde das Thema Privatisierung. Seit dem Jahr 2009, als das Kreditabkommen mit dem IWF unterzeichnet wurde, haben sich die rumänischen Regierungen mehrmals zu Privatisierungen verpflichtet, wobei viele entweder aufgeschoben wurden oder gescheitert sind. In diesem Jahr wurden Aktienpakete von 15 bzw. 10 Prozent zweier Energieunternehmen an der Börse gelistet – so der ADZ-Beitrag weiter. Entsprechend Mediafax hält das Wirtschaftsministerium Mehrheits- oder Minderheitsanteile an mehreren Unternehmen, darunter 17 auch namentlich erwähnt werden. Die großen Energieunternehmen wurden in diesem Jahr an das Energiedepartement abgegeben. Dieses kontrolliert unter anderen 3 Großbetriebe und hält Anteile an weiteren 17. Ebenfalls der Absichtserklärung an den IWF zufolge will die Rumänische Nationalbank den Leitzins nur dann weiter senken, wenn sich die Inflation in das angestrebte Ziel von 2,5 Prozent plus/minus ein Prozentpunkt einfügt. Im August war die Jahresinflation auf 3,6 Prozent gesunken. Die Inflationsprognose der Notenbank für dieses und nächstes Jahr liegt bei 3,1 Prozent. Der Leitzins wurde im August auf 4,5 Prozent gesenkt.

Die rumänische Regierung beabsichtigt desweiteren, die gesamten Schulden der Rumänischen Post zu streichen und diese in Aktien umzuwandeln. In dieser Hinsicht wurde bereits ein Regierungsbeschluss erlassen, schreibt die ADZ. Derzeit hält der rumänische Staat über das Ministerium für Informationstechnologien 75 Prozent Anteile an der Post. Die restlichen 25 Prozent gehören dem Fonds Proprietatea. Der Regierungsbeschluss gilt als Vorbereitung eines erneuten Versuchs, die staatliche Post zu privatisieren. Ende Mai war der erste Versuch gescheitert. Die Privatisierung wurde danach um ein Jahr verschoben. Die Rückstände der Post, die dem Staatshaushalt geschuldet werden, beliefen sich am 16. Mai auf fast 250 Millionen Lei. Anfang dieses Monats wurden mehr als 3.500 Angestellte der Post entlassen. Das waren etwas mehr als 10 Prozent des gesamten Personals.

Angaben der Nationalbank Rumäniens:
 
Die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien haben in den ersten sieben Monaten dieses Jahres ein geschätztes Volumen von rund 950 Millionen Euro verzeichnet. Damit waren sie um fast ein Drittel niedriger als vor einem Jahr. Die Darlehen der ausländischen Muttergesellschaften an die rumänischen Tochtergesellschaften oder Zweigstellen beliefen sich Ende Juli auf rund 650 Millionen Euro. Die verlustbereinigten Kapitalbeteiligungen kamen auf geschätzte 300 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr haben die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien einen Negativ-Rekord von 1,6 Milliarden Euro aufgestellt.

Die Außenverschuldung Rumäniens lag Ende Juli dieses Jahres insgesamt bei knapp 98 Milliarden und 300 Millionen Euro und war damit um mehr als 600 Millionen Euro niedriger als Ende vergangenen Jahres. Die mittel- und langfristige Außenverschuldung Rumäniens kam dabei auf rund 80 Prozent der gesamten Außenverschuldung. Damit sank sie gegenüber Ende vergangenen Jahres um 0,5 Prozent. Verringert hat sich auch die  kurzfristige Außenverschuldung. Sie betrug Ende Juli rund 20 Milliarden Euro und war damit um 1,3 Prozent niedriger als Ende vergangenen Jahres. Die Außenverschuldungsrate Rumäniens lag Ende Juli bei 35,4 Prozent.  Die Importdeckungsrate betrug 7,5 Monate und war damit leicht höher als Ende Dezember 2012.

Die rumänische Landeswährung bleibt allgemein konstant im Wert mit kleinen Tagesschwankungen im Vergleich zu ihren Bezugswährungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am gestrigen 18. September folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei47 quotiert – 1 Ban mehr als vergangene Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei35 – 1 Ban weniger als vergangene Woche. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag gestern bei 1Lei50 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei90. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 140 Lei und 1 Ban geschätzt – das sind rund 6 Lei weniger als vergangene Woche.

Aus der regionalen Wirtschaft:

Eine Fahrradstrecke entlang des Bega-Kanals wird Temeswar mit der serbischen Ortschaft Großbetschkerek/Zrenjanin verbinden. Das Projekt im Wert von mehr als 2,3 Millionen Euro wird von der Europäischen Union durch das Programm für grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefördert. Der Fahrradweg soll 37 Kilometer lang sowie zwei Meter breit sein und den Verkehr in beiden Richtungen ermöglichen. Die Arbeiten sollen bis Ende kommenden Jahres beendet werden.

Die Arbeiten am Kreisverkehr am Temeswarer Lahowari-Platz sollen Ende dieser Woche fertig sein, erklärte Bürgermeister Nicolae Robu. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen nur noch paar Tage anhalten. Danach werden die weiteren Einrichtungsarbeiten durchgeführt, die den Verkehr nur teilweise beeinträchtigen. Der neue Parkplatz vor der katholischen Kirche wird auch als Austragungsort für öffentliche Konzerte dienen. Am Ende wird in der Mitte des Lahowari-Platzes die Treuesäule aufgestellt, die zur Zeit am Heldenfriedhof aufbewahrt wird.                    Das gesamte Projekt wurde auf etwas mehr als eine Million Lei bewertet.

Die angeblich längste Straße Temeswars, die Muzicescu-Straße, wird streckenweise eingeweiht. Die erste Teilstrecke wird in diesem Herbst dem Verkehr frei gegeben, sagt Bürgermeister Nicolae Robu. Die Arbeiten an den restlichen Strecken werden erst im kommenden Sommer beendet werden. Die Muzicescu-Straße wird auf einer Gesamtlänge von 4 Kilometern modernisiert, von Hebe bis zum Urseni-Weg. Die Fahrbahn wird komplett erneuert, Bürgersteige und Fahrradwege werden hergerichtet. Die Arbeiten wurden auf 6,1 Millionen Lei geschätzt.

Der Nahverkehr in Arad wird ab dem 1. Oktober um ein Viertel teurer. Die Preiserhöhung wurde innerhalb der Stadtratssitzung dieser Woche genehmigt. Eine städtische Fahrt mit der Straßenbahn oder dem Bus wird 2 Lei kosten, ein Abo für alle städtischen Linien 65 Lei. Am teuersten wird ein Abo für die außerstädtischen Linien auf einer Entfernung von bis zu 25 Kilometern: undzwar 140 Lei. Die letzte Preiserhöhung des öffentlichen Nahverkehrs in Arad wurde vor drei Jahren durchgeführt.

Mehr als 12.000 freie Jobs waren gestern landesweit über die örtlichen Beschäftigungsagenturen gemeldet. Hunderte davon waren in den Kreisen West-Rumäniens verfügbar: Die meisten Angebote gab es im Kreis Hunedoara – undzwar 535. Im Kreis Temesch waren 407 Jobs frei und im Kreis Arad 392. Kreis Karasch-Severin bot auch diesmal wenig in diesem Bereich an: nur 12 freie Arbeitsstellen waren hier gemeldet. Die meisten Arbeitsangebote landesweit waren für Bewerber mit geringer bis mittlerer Ausbildung und für unqualifizierte Arbeitskräfte.

Hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in zwei Wochen wieder hier. Nächsten Donnerstag laden Sie die Radioredaktionen des deutschsprachigen  Medienvereins FunkForum zu ihrer Gemeinschaftssendung, dem FunkMagazin, ein. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

20130919_WM1_Regierung  


20130919_WM2_Nationalbank  


20130919_WM3_Regionales  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 19.09.2013
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