Banater Zeitung

Heimat is wu, es Herz is - Vierte Mundarttagung in Temeswar

Es ist eben so, wie wenn Familie zusammenkommt: Forumsveranstaltungen wie die Temeswarer Mundarttagung werden stets von den gleichen Menschen besucht. Es sind meist diejenigen, deren Herz an der Banatschwäbischen Mundart hängt und die jenseits der Dialekte auch an die gute, alte Zeit erinnert werden, als die Zahl der Rumäniendeutschen noch nicht schwand. 

Mundartliteratur wird fast ausschließlich von den älteren Forumsmitgliedern gemacht. Das unterstrichen die beiden Buchvorstellungen von Stefan Michael Müller sowie Ignaz Bernhard Fischer. Beide sind inzwischen über 80 Jahre alt. Das Leben hat diese beiden mit Weisheit beladen. Das kommt in ihren Geschichten zum Ausdruck, die vor Charme und Witz strotzen. Fischer bleibt ein charismatischer Redner, der jeden ausnahmslos in seinen Bann ziehen kann. Und Müller fängt in seinen Gedichten das Wesen der Banater Mundartliteratur ein und liefert die Antwort auf die ewig gestellte, meist schon fast zynische Frage, wieso überhaupt Mundartliteratur noch gemacht und gepflegt wird. Nein, von einem Aussterben kann nicht die Rede sein.


Wortgewandt und stramm: Ignaz Bernhard Fischer stellte auf der Mundarttagung sein Buch “Schmunzlpille” vor
Foto: Zoltán Pázmány 

Wenn der 90-jährige Karl Windberger sich vor dem Publikum hinstellt und mit einem Sketch überrascht, der selbst Loriot imponiert hätte, dann kann vom Untergang einer Kultur nicht gesprochen werden. Der einzige bittere Nachgeschmack: Man würde sich wünschen, dass diese Vertreter der banatschwäbischen Mundart vierzig bis fünfzig Jahre jünger wären. Denn junge Autoren von ihrem Kaliber findet man heutzutage nicht mehr. Das Holz aus dem diese Männer geschnitzt wurden, scheint im Banat nicht mehr zu wachsen. 

Das Gleiche gilt auch für den Germanisten Peter Kottler, der im Juli dieses Jahres von uns ging. Kottler arbeitete Jahrzehnte an einem Wörterbuch der Banatschwäbischen Mundarten. Schon in den 1970er Jahren fertigte Kottler eine Karte vom Banat an, worauf die verschiedenen Mundarten verzeichnet sind.

Die Fortsetzung des Berichts lesen Sie auf Seite 2 der Banater Zeitung vom 16.10.2013.
 Robert Tari, Temeswar, 12.10.2013
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