Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 09.01.2014

Die Wirtschaftsmeldungen dieser Woche:
- Wirtschaftstätigkeiten deutschsprachiger Institutionen,
- Aus der regionalen Wirtschaft,
- Änderungen zum Jahreswechsel,
- sowie Finanzen und Bankwesen.
Lesen und hören Sie hier mehr dazu!



Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar, jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche:

Wirtschaftstätigkeiten deutschsprachiger Institutionen

Die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer organisiert zum zwölften Mal ihren Neujahrsempfang. Austragungsort ist am 23. Januar der Parlamentspalast in Bukarest. Die Veranstalter bieten auch in diesem Jahr ein attraktives Rahmenprogramm und laden dazu herausragende Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft ein. Im Rahmen der Veranstaltung wird das Thema „Mobilität“ sowohl aus Sicht der Unternehmen als auch aus persönlicher Sicht der Mitglieder vorgestellt und die Bedeutung in jeder Branche mit ihren verschiedenen Aktivitäten hervorgehoben. Hiermit wurden die AHK-Mitglieder aufgefordert, am Veranstaltungsprogramm aktiv mitzuwirken und der Handelskammer Fotos, mit denen sie „Mobilität“ verbinden, per E-Mail zuzuschicken. Anhand dieser Fotos erstellen die Veranstalter ein Video, das am Empfangsabend abgespielt wird. Der Eintritt einer Person pro Mitgliedsunternehmen ist kostenfrei, für jede weitere Person erhebt die AHK einen Kostenbeitrag in Höhe von 50 EUR. 

Der Deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat organisiert Ende Januar eine Erkundungsreise nach Petroschen. Eingeplant dafür wurde das Wochenende 24. Bis 26. Januar. Die Geschäftsleute wollen den vom Bergbau geprägten Wirtschaftsraum des Kreises Hunedoara näher kennenlernen und ein paar gemütliche und gesellige Stunden im Retezat-Gebirge verbringen. Es gibt auch Gelegenheit zum Skifahren und auch die Kulturgeschichte der Region kommt nicht zu kurz. Die Reise ist geplant, organisiert und geführt von Clubmitglied Ramona Lambing.

Deutschsprechende Studenten und Masteranten können sich für einen Sommerjob in Deutschland bewerben. Auswahlinterviews hierfür werden in Bukarest organisiert. Die Bewerber sollten unter anderem zwischen 18 und 35 Jahren alt sein und gute Deutschkenntnisse vorweisen. Die Bewerbungsgespräche finden bis zum 14.ten Februar in Bukarest statt. Austragungsort ist die Nationalagentur für die Beschäftigung der Arbeitskräfte. Mehr Infos sowie die Bewerbungsunterlagen sind online zu finden unter: bucuresti.anofm.ro.

Aus der regionalen Wirtschaft:

Die Kommunalsteuern für das Jahr 2014 sind in den meisten Ortschaften gleich hoch wie im vergangenen Jahr. Das sind hauptsächlich die Steuern für Gelände, Gebäude und Fahrzeuge. Diese kann man entweder pro Quartal oder für das ganze Jahr bezahlen. Die Kommunen bieten den Bürgern Ermäßigungen, wenn sie ihre Schulden für das ganze Jahr bis zum 31. März begleichen. In Temeswar kann man die Kommunalsteuern ab kommenden Montag bezahlen. Die Ermäßigung für die Vorauszahlung für das ganze Jahr beträgt 10%. Ab Mitte Januar können auch die Arader ihre Schulden an die Kommune zahlen. Ab dann können sie auch online auf der Internetseite des Rathauses genau verfolgen, wieviel sie in diesem Jahr zahlen müssen. Die Ermäßigung für die Vorauszahlung beträgt in Arad 5%. Änderungen unternahm der Stadtrat für dieses Jahr nur im Bereich der Aufteilung der Stadtviertel auf Steuerzonen. In Reschitza kann man die Kommunalsteuern bereits bezahlen. Die Gebühr für den Parkplatz ist von 60 auf 80 Lei im Jahr gestiegen. Ebenso die Steuer für Fahrzeuge, die im Ausland immatrikuliert sind, von 120 auf 160 Lei im Jahr. Auch in Diemrich kann man schon die Kommunalsteuern bezahlen. Die Steuer für Gebäude wurde auf 1,5% des Immobilienwertes gesenkt. Die Maßnahme soll hauptsächlich den Unternehmern aus der Stadt entgegen kommen. Die Ermäßigung für die Vorauszahlung der Steuern für das ganze Jahr beträgt in Diemrich ähnlich wie in Arad 5%.

Eine neue Transitgebühr wird in Temeswar seit dem 1. Januar erhoben. Die Regelung gilt für alle Fahrzeuge, die mehr als 7,5 Tonnen wiegen und die Temeswar durchfahren wollen. Diese Gebühr müssen alle Fahrer bezahlen, die sich für eine Fahrt durch die Stadt entscheiden, obwohl ihnen Alternativstrecken zur Verfügung stehen. Die Transitgebühr beträgt 200 Lei. Das Geld kann man online überweisen oder an der Kasse des Finanzamtes bezahlen. Spediteuren, die diese Gebühr nicht begleichen, winken Geldstrafen von 2.500 Lei. Ausgeschlossen von der Bezahlung sind jene LKW-Fahrer, denen keine Umfahrungsstraßen zur Verfügung stehen oder die Ware nach Temeswar befördern bzw. von hier abholen müssen. 

Ebenfalls ab diesem Jahr gibt es in Temeswar eine Umweltverschmutzungsgebühr. Diese beträgt 500 Lei im Jahr. Bezahlen müssen diese neu eingeführte Steuer die Unternehmer, deren Tätigkeit die Umwelt belastet. Davon betroffen sind rund 8.000 Firmen aus Temeswar. Zahlungstermine sind der 31. Januar bzw. der 30. September. Die anvisierten Unternehmen sollen in den kommenden Tagen den Besteuerungsbeschluss per Post erhalten.

Änderungen zum Jahreswechsel:

Der Brutto-Mindestlohn ist in Rumänien am 1. Januar von 800 auf 850 Lei gestiegen. Dies ist für ein Arbeitspensum von durchschnittlichen 168 Stunden im Monat gültig und kommt einem Stundenlohn von rund 5 Lei gleich. Darüber informiert der Rumänien Onlinekourier. Statistiken nach werden insgesamt 804.000 Arbeitnehmer Nutznießer dieser Gehaltserhöhung sein. Mehr als die Hälfte davon kommen aus der freien Marktwirtschaft. Am 1. Juli 2014 soll der Brutto-Mindestlohn in Rumänien um weitere 50 Lei steigen.

Die Erhöhung des Mindestlohns führt auch dazu, dass der Strafpunkt für Verkehrssünder um 5 Lei teurer geworden ist. Er stellt 10% des Mindestlohns dar. Außerdem kostet das Erdgas seit dem neuen Jahr um 1% mehr für den Haushaltsverbraucher und um 2% mehr für industrielle Abnehmer. Das Neujahr bescherte zudem teurere Spritpreise um durchschnittliche 9 Bani pro Liter. Grund dafür ist die Wechselkursänderung zur Berechnung der Akzissen. Diese werden nach einem Durchschnittsweschselkurs des vergangenen Jahres berechnet. Die rumänische Landeswährung, der Leu, velor im vergangenen Jahr an Wert im vergleich zum Vorjahr 2012.

Teurer werden in diesem Jahr auch die Postdienste. Die rumänische Post hebt die Preise ihrer Dienstleistungen an. Die Briefmarken werden teurer, so auch das Mieten von Postfächern und die Geldüberweisungen.  Ausgenommen sind vertragsgebundene Dienstleistungen. Auch soll es Ermäßigungen geben, werden mehr als 10 Briefe verschickt oder Geldüberweisungen getätigt.

Finanzen und Bankwesen:

Die Devisenreserven Rumäniens sind im Dezember vergangenen Jahres leicht gestiegen. Gegenüber dem Vormonat legten sie um 111 Millionen auf 32,5 Milliarden Euro zu. Die Goldreserven Rumäniens blieben mengenmäßig unverändert bei 103,7 Tonnen. Bei sinkenden Goldpreisen auf den internationalen Märkten verringerte sich ihr Wert um rund 525 Millionen Euro auf rund 2,9 Milliarden Euro. Damit betrugen die internationalen Reserven Rumäniens Ende Dezember rund 35,4 Milliarden Euro und waren um 32 Millionen Euro niedriger als im November. Rumänien muss in diesem Monat rund 255 Millionen Euro seiner öffentlichen und öffentlich garantierten Außenschulden begleichen. 

Das Finanzministerium lieh am Montag mehr als 750 Millionen Lei für drei Jahre bei einem jährlichen Zins von 3,92 Prozent. Darüber berichtet die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. Entsprechend der Nachrichtenagentur Mediafax war die Emission von Staatsanleihen mit 2,8 Milliarden Lei vierfach überschrieben. Bei ähnlichen Ausschreibungen lieh das Finanzministerium seit Juni vergangenen Jahres insgesamt 4,8 Milliarden Lei zu jährlichen Zinsen zwischen vier und fünf Prozent. Im Dezember war der Zins das erste Mal leicht unter vier Prozent gesunken. 2013 lieh der Fiskus knapp 50 Milliarden Lei sowie 3 Milliarden Euro und 1,5 Milliarden Dollar über die Ausgabe von Staatsbonds.

Die rumänische Landeswährung verliert weiterhin an Wert im Vergleich zu ihren Bezugswährungen. Der Trend beschläunigte sich sogar heute. Die Nationalbank Rumäniens legte am heutigen 9. Januar folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei52 quotiert – 3 Bani mehr als gestern bzw. 4 Bani mehr als am letzten Dezembertag – und ein US-Dollar mit 3Lei32 – 1 Ban mehr als gestrn und 7 Bani mehr als am 31. Dezember. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag heute mittag bei 1Lei51 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei94. Ein Gramm Gold wurde heute auf 131 Lei und 13 Bani geschätzt – das ist rund ein halbes Leu mehr als gestern und 5Lei50 mehr als Ende vergangenen Jahres.

Hiermit endet auch diese erste Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins im neuen Jahr. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in 7 Tagen wieder hier: dann unter anderem mit den Hinweisen aus der Rechtspraxis. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 09.01.2014
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