Banater Zeitung

Eine Banater Kirchweih in Sanktanna - Das traditionelle Fest bleibt in der Arader Ebene erhalten

„Weh dem, der keine Heimat hat!“ schrieb der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche in seinem Gedich „Vereinsamt“. Anton Bleiziffer, Kulturbeauftragter der Heimatsortsgemeinschaft (HOG) Sanktanna, führt dem bekannten Zitat hinzu: „Wir haben eine Heimat und wir stehen dazu.“ Darum reisen auch jedes Jahr Hunderte Rumäniendeutsche aus der ganzen Welt nach Sanktanna/Sântana an. „Wir kommen immer wieder gerne“, so Bleiziffer. „Solange wir kommen dürfen und können.“ Ein Bericht von Robert Tari:


Trachtenmarsch vor der Mutter-Anna-Kirche aus Sanktanna. Es beteiligten sich rund 20 Paare an der diesjährigen Kerweih. Für das Fest reisten rund 400 Personen an.
Foto: Zoltán Pázmány

Die Rückkehr in die alte Heimat wäre nicht möglich, gäbe es Vorort keine aktive deutsche Gemeinde, die sich um den Erhalt der Traditionen bemüht. Das Demokratische Forum der Deutschen aus Sanktanna versucht die alten Feste weiterzutragen und sucht deswegen den Kontakt mit der Jugend. Es geht in erster Linie nicht um Abstammung. Man muss kein Deutscher sein, um an der Kirchweih teilzunehmen. Man muss nur Sanktannaer sein. Für den HOG-Vorsitzenden Josef Lutz bedeutet das Brauchtumspflege und eine offene Haltung gegenüber der Geschichte. 

Die Gemeinde Sanktanna wurde 1742 gegründet. Dreizehn Jahre später lebten 2.413 Personen in der Arader Ebene. Vor 146 Jahren wurde das erste Kirchweihfest veranstaltet. Bis vor der Wende 1989 versammelten sich zu dem besonderen Ereignis über 700 Personen. Heute beteiligen sich am Fest etwas mehr als die Hälfte. Im Vergleich zu früher kaum eine Leistung, im Vergleich zur gegenwärtigen Lage der deutschen Minderheit in Rumänien und im Banat, ein beispielhaftes Ergebnis: Mit fast 400 Teilnehmern ist die Kirchweih in Sanktanna vielleicht das größte heute noch stattfindende Fest dieser Art in Westrumänien. 

„Wir kommen gerne zurück nach Hause“, so Josef Lutz. Entfernungen würden auch keine Rolle spielen, denn es sei wichtig, dass man zu seinen Wurzeln zurückkommt. Und diese bleiben auf dem heutigen Gebiet Rumäniens, auch wenn die Ausgewanderten heute in Deutschland, den Vereinigten Staaten oder Kanada leben. 


 Robert Tari, Sanktanna, 03.08.2014
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