Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 07.05.2009

Die Nationalbank Rumäniens BNR hat den Leitzins um einen halben Prozent gesenkt. Der Verwaltungsrat beschloss gestern die Senkung des Zinses zur Währungspolitik von 10 auf 9,5% ab heute. Somit will die Notenbank die Kreditierung wieder in Schwung bringen. Gleichzeitig beschloss die BNR, die Mindestreserven für die Darlehen in rumänischer oder europäischer Währung für Kreditanstalten beizubehalten. Daher aber tätigt seit einem Monat die Zentralbank Geldinfusionen auf dem Markt – bisher im Wert von 10 Milliarden Lei. Diese Maßnahme führte zur Senkung der Zinsen zwischen den Banken um fast 4%.

Der rumänische Leu verlor gesternnachmittag wieder etwas an Wert im Vergleich zu seinen Bezugswährungen, nachdem sich die Landeswährung in den letzten Tagen gut bewertet hatte. Im Bezug auf den Euro verzeichnete der Leu in den letzten Tagen seinen maximalen Wechselkurs am vergangenen Donnerstag bei 4 Lei 19 und seinen minimalen Kurs gestern bei 4 Lei 16. Gesternnachmittag stieg der Kurs um 0,33 Bani. Im Bezug auf den US-Dollar verzeichnete der Leu ebenfalls am Letzten Apriltag seinen Mindestwert – der Kurs lag bei knapp 3 Lei 17 und seinen Höchstwert gestern, als der Kurs bei 3 Lei 11 lag. Für heute verzeichnete man einen Referenzkurs von 3 Lei 12. Ein Gramm Gold wurde gestern auf 90 Lei und 48 Bani bewertet. Hundert ungarische Forint kosten heute 1 Leu 46.

Das Darlehenabkommen mit der Europäischen Kommission wurde von den Finanzministern der Europäischen Union bewilligt, erklärte gestern Premierminister Emil Boc. Es geht um 20 Milliarden Euro, die aus mehreren Quellen fließen werden: 13 Milliarden stellt der Internationale Währungsfonds IWF der Nationalbank BNR zur Verfügung, 5 Millarden kommen von der Europäischen Kommission und die restlichen 2 Millarden werden über andere Finanzierungsprogramme herangezogen. Eine Delegation der Europäischen Kommission wird am 12. Mai in Bukarest eintreffen, um mit den rumänischen Behörden die Transchenaufteilung  der 5 Milliarden EU-Fonds zu verhandeln. Die ersten Geldsummen werden voraussichtlich Anfang Juli nach Rumänien fließen. --- Auch der IWF erstellte diese Woche die endgültige Form des Abkommens mit Rumänien. Die erste Geldtransche im Wert von 5 Milliarden Euro soll sofort bereit gestellt werden. --- Das internationale Darlehen soll der Regierung helfen, seine Politik zum Wiederaufschwung der Wirtschaft und der Unterstützung der Kleinen und Mittelständischen Unternehmen durchzusetzen. Dies erklärte Premier Emil Boc innerhalb einer Unternehmermesse in Bukarest.

New York Times zeigt nach Rumänien. Schuld für die jüngste Schweinegrippe sei das amerikanische Unternehmen Smithfield Food, das in Rumänien große Geschäfte treibt, so die Publikation. Die Journalisten beschreiben, wie die Amerikaner 90% des rumänischen Schweinemarktes für sich gewonnen haben sowie die politischen Hindergründe ihrer Vorangehensweise. Erwähnt werden namhafte Persönlickeiten, die dahinter steckten, darunter auch Staatschef Traian Basescu. Es wird desweiteren auf eine weitere Schweinefarm der Amerikaner in Mexiko hingewiesen. Der rumänische Innen- und Verwaltungsminister Dan Nica forderte gesternabend in einer Fernsehsendung alle Zuschauer auf, den Artikel nicht in betracht zu nehmen. Stellung nahmen auch der ehemalige und der amtierende Landwirtschaftminister Valeriu Tabara und Ilie Sarbu.

20 Tonnen Butter wurden von der Arader Finanzgarde beschlagnahmt. Die Ware stammt den Papieren nach aus Slowenien und sollte nach Deutschland für ein österreichisches Unternehmen gefahren werden. Der Transport kam aber nach Rumänien durch den Grenzübergang bei Varschand und sollte nach Bukarest kommen, wo sie auf einem Firmenamen aus Arad abgerechnet werden sollte. Die Behörden erklärten, dies sei ein Beispiel einer Steuerhinterziehung nach dem Karusellmodell.

Die Arbeitslosenzahl im Kreis Temesch nimmt zu. Bis Ende Mai werden rund 1.500 Arbeitsnehmer entlassen. Hinzu kommen die fast ein Tausend Arbeitslosen, die ihren Job in diesem Jahr bereits verloren haben. Die meisten Entlassungen unternimmt eine Schuhfabrik aus Lugosch – mehr als 250. In der Rangliste folgt das österreichische Unternehmen Eybl Automotive aus Detta mit 200 angesagten Entlassungen. Insgesamt 23 Unternehmer aus dem Kreis haben beim Arbeitsamt ihre Absicht erklärt, auf einen Teil ihrer Arbeitskräfte verzichten zu wollen.

Die Arbeiten an der Schagerbrücke aus Temeswar wurden diese Woche wieder aufgenommen. Die Stadtverwaltung beschloss vor 2 Wochen, die Arbeiten erst nach den Kurzferien zum ersten Mai zu beginnen. Ab dieser Woche verläuft der Verkehr auf der Brücke nur über eine Fahrspur pro Richtung. Die Stadtverwaltung verfügt für die Arbeiten über 2 Millionen Lei von den dafür notwenigen  9 Millionen.

Soweit die Wirtschafts-meldungen der Woche.
Meine Damen und Herren, mit weiteren Wirtschaftsthemen melden wir uns in 7 Tagen zurück. Dann sprechen wir unter anderem über die 3 Säulen der deutschen Außenwirtschaft. Zudem haben wir am kommenden Donnerstag die monatliche Rubrik „Hinweise aus der Rechtspraxis“. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Woche!

 
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