Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche - 22.05.2014

Die Wirtschaftsmeldungen dieser Woche beinhalten:
- Wirtschaftsindikatoren vom Statistikamt und von der Nationalbank,
- Rumänische Regierungsmaßnahmen und internationale Schätzungen,
- Angaben zu den aktuellen Wechselkursen. 
Lesen und hören Sie hier mehr! 



Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar, jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche:

Wirtschaftsindikatoren vom Statistikamt und von der Nationalbank:

Rumänien verzeichnete im ersten Quartal dieses Jahres ein Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent gegenüber dem letzten Quartal 2013. Im Vorjahresvergleich lag das Wachstum bei 3,8 Prozent. Diese Zahlen bestätigen den Optimismus von Premier Victor Ponta und Budgetminister Liviu Voinea, die beide ein Wachstum von über drei Prozent für die ersten drei Monate des Jahres erwartet haben. Finanzministerin Ioana Petrescu erklärte vergangene Woche, dass dies vielversprechende erste Wachstumsdaten sind, jedoch die endgültigen Ergebnisse vom Statistikamt abgewartet werden müssen – schreibt die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. 

Das Defizit im Außenhandel Rumäniens stieg im ersten Quartal dieses Jahres auf 1,1 Milliarden Euro und war damit um 40,5 Millionen Euro höher als in derselben Zeitspanne des vergangenen Jahres. In der Landeswährung berechnet  vergrößerte sich der Fehlbetrag um rund 300 Millionen Lei auf knappe 5 Milliarden Lei. Im Zeitraum Januar bis März stiegen die Exporte um 10 Prozent auf 12,75 Milliarden Euro. Auch die Importe stiegen im Vergleich zur selben Zeitspanne des Vorjahres: plus 9,6 Prozent auf 13,87 Milliarden Euro. Knapp drei Viertel seines Außenhandels wickelte Rumänien mit den anderen EU-Ländern ab: rund 71 Prozent der Exporte waren für den EU-Markt bestimmt und rund 75 Prozent der rumänischen Einfuhren kamen aus der EU.

Die Außenverschuldung Rumäniens betrug Ende März dieses Jahres insgesamt  knapp 100 Milliarden Euro. Die mittel- und langfristige Außenverschuldung des Landes kam dabei auf rund 75  Milliarden Euro. Damit sank sie gegenüber Ende Dezember um rund 2 Prozent. Weiter geschrumpft ist auch die kurzfristige Außenverschuldung. Sie betrug Ende März  knapp 18 Milliarden Euro und war damit um etwa 6 Prozent niedriger als Ende vergangenen Jahres. Der Anteil der kurzfristigen Verschuldung an der gesamten Außenverschuldung des Landes lag bei knapp einem Fünftel.  Die Außenverschuldungsrate Rumäniens lag Ende März bei 34,5 Prozent, Ende 2013 waren es fast 42 Prozent.
 
Die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien verzeichneten im Monat März dieses Jahres ein geschätztes Volumen von 570 Millionen Euro. Damit waren sie um rund 30 Prozent höher als im März vergangenen Jahres.  Die Darlehen der ausländischen Muttergesellschaften an die rumänischen Tochtergesellschaften oder Zweigstellen beliefen sich auf 56 Millionen Euro. Die verlustbereinigten Kapitalbeteiligungen, einschließlich wiederinvestierter Gewinn, kamen auf geschätzte 514 Millionen Euro. Im vergangenen Gesamtjahr waren die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien erstmals seit mehreren Jahren wieder gestiegen, und zwar um fast 27 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro.

Rumänische Regierungsmaßnahmen und internationale Schätzungen:

Die Regierung in Bukarest hat in ihrer Sitzung am Dienstag eine ganze Reihe von Steuern abgeschafft. Darüber schreibt die heutige Ausgabe der ADZ. Durch einen Eilerlass und einen Regierungsbeschluss werden 10 Steuern gestrichen und weitere 17 mit anderen Abgaben zusammengelegt. Es handelt sich hierbei um Steuern, aus denen im vergangenen Jahr Einnahmen von weniger als 100.000 Lei pro Abgabe in die Staatskasse geflossen sind. In naher Zukunft sollen weitere 65 derartige Steuern abgeschafft werden. In einem weiteren Beschluss hat die Regierung Anwendungsnormen im Hinblick der Nichtbesteuerung des wiederinvestierten Gewinns gebilligt. Das Finanzministerium veröffentlichte dazu auf seiner Webseite ein paar Berechnungsbeispiele. Ab dem 1. Juli soll der Gewinn, den Unternehmen wieder investieren, nicht mehr besteuert werden.

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung verbesserte ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum Rumäniens von 2,4 Prozent des Brutto-Inlands-Produkts auf 2,6 Prozent nach oben. Das Geldinstitut warnt aber vor den negativen Auswirkungen der faulen Kredite sowie der Unsicherheiten infolge der Krise in der Ukraine. Für das kommende Jahr sieht die Europäische Bank ein Wachstum von 2,8 BIP-Prozent voraus, aufgrund voraussichtlich steigender Exporte und Binnennachfrage. Die Wirtschaftstätigkeit in Rumänien habe sich im vergangenen Jahr über die Erwartungen verbessert, bemerkt die Bank desweiteren. Das BIP sei um 3,5 Prozent gewachsen, die Inflation habe sich innerhalb der vorgeplanten Grenzen von 2 bis 4 Prozent gehalten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum in Rumänien von 2,2 bis 2,5 Prozent, im nächsten Jahr sollen es dann plus 2,5 BIP-Prozent sein. Die Europäische Kommission geht von einem BIP-Wachstum von 2,5 Prozent in diesem Jahr und 2,6 Prozent im nächsten Jahr aus.

Die Ratingagentur Standard & Poor´s verbesserte am vergangenen Freitag erstmals nach sechs Jahren die Einstufung Rumäniens. Dem Land wurde das „Investment Grade“-Rating verliehen und dessen langfristige Staatsanleihen auf „BB+“ hochgestuft. Somit liegt Rumänien nun gleichauf mit Spanien, Russland oder Brasilien. Der Ratingagentur zufolge wiederspiegelt die Aufwertung den schnellen Fortschritt, den Rumänien bei der Verbesserung seiner Außenbilanzen gemacht hat. Desweiteren erwarte man ein stetiges Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, das zwischen 2014 und 2017 bei durchschnittlich 3 Prozent liegen dürfte – so Standard & Poor´s weiter.

Die Aufstufung der Bonität Rumäniens durch die Ratingagentur weißt bereits erste Resultate auf: Das Finanzministerium borgte am Montag 400 Millionen Lei am einheimischen Markt für neun Jahre. Die durchschnittliche jährliche Rendite für die Anleihen liegt mit 4,78 Prozent tiefer als bei der letzten ähnlichen Veräußerung. Im April musste der Staat noch eine Rendite von 5,26 Prozent bezahlen. Seit Anfang des Jahres lieh sich der Staat 16 Milliarden Lei und mehr als 650 Millionen Euro am internen Markt sowie 2 Milliarden Dollar und etwas mehr als eine Milliarde Euro von den internationalen Märkten.

Wechselkurse:

Die rumänische Landeswährung gewinnt leicht an Wert in der letzten Woche im Vergleich zu ihren Bezugswährungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am heutigen 22. Mai folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei41 quotiert, 2 Bani weniger sowohl als gestern als auch wie vor einer Woche – und ein US-Dollar mit 3Lei22 – 2 Bani weniger als vergangene Woche und ein Ban weniger als gestern. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag heute Mittag bei 1Leu45 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei82. Etwas nach unten ging in den letzten 7 Tagen der Goldpreis: Ein Gramm Gold wurde heute auf 134 Lei und 33 Bani geschätzt - das sind 16 Bani weniger als gestern und rund ein Leu50 weniger wie vor einer Woche.

Hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in zwei Wochen wieder hier. Nächsten Donnerstag laden Sie die Radioredaktionen des deutschsprachigen  Medienvereins FunkForum zu ihrer Gemeinschaftssendung, dem FunkMagazin, ein.  Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 22.05.2014
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