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Die Temeswarer Big Band, Vize-Europameister der böhmisch-mährischen Blasmusik 2014

Timisoara Big Band ist Vize-Europameister 2014 in Blasmusik. Die Temeswarer Stadtkapelle beteiligte sich vom 31. Mai bis zum 1. Juni an der 15. Auflage der Europameisterschaft für mährisch-böhmische Blasmusik im oberösterreichischen Ried im Innkreis. 25 Kapellen aus 6 Ländern traten in drei Qualitätsstufen gegeneinander an. Die Temeswarer spielten in der Höchststufe für Profimusiker und gewannen dabei den 2. Platz. Adi Ardelean begleitete die Kapelle.



Die Ortschaft Ried liegt im Herzen des ehemaligen bayerischen Innviertels und ist als die Hochburg der Blasmusik in der Region bekannt. 25 Kapellen aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Rumänien reisten dorthin zur diesjährigen Blasmusik-EM an, darunter die Temeswarer Big Band geleitet von Franz Hoffner. Das öffentliche Programm vor dem Publikum eröffnete die Stadtkapelle Temeswar am Samstag Vormittag auf der freilichtbühne am Hauptplatz.



Am Nachmittag wurde auf dem Gelände des Messezentrum in Ried ein böhmisches Fest organisiert. 36 Kapellen aus Oberösterreich marschierten vor dem Publikum und gemeinsam mit den 25 Europameisteranwertern spielten sie mehrere Lieder unter der Leitung der jeweiligen Komponisten. Zum ersten Mal in der Geschichte der Europameisterschaft stimmte der Chor der Kapellen ein Lied mit Gesang ein: „Sie ist die schönste Braut“, ein Walzer unseres Landsmanns Franz Watz.



Den Musikern aus Temeswar stand am Sonntag die Feuerprobe bevor: der Auftritt vor der Fachjürie. Dafür mußten sie sich fünf Stücke aus einer von den Juroren aufgestellten Liste aussuchen, einstudieren und vor einem vollen Konzertsaal vorspielen. Der „Keine Sorgen Saal“ der Rieder Messe war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Auftritt der Temeswar beendete den Wettbewerb. Als Vorstellungsstück suchte sich die Kapelle eine typisch banater-schwäbische Polka aus orchstriert von Franz Watz: Neupester Madeln. Eine 4-köpfige Jürie bewertete die Auftritte aller 25 teilnehmenden Kapellen. Städniges Mitglied dabei ist seit mehreren Jahren der in Neuarad gebürtige deutsche Musikwissenschaftler, Komponist und Arrangeur Franz Watz.



Wenige Minuten darauf begann in der Festhalle die Siegerehrung. Die Festrunde eröffnete der Präsident des EM-Teams 2014, Günter Reisegger seitens des Europameisters 2013 in der Höchststufe, der österreischischen Kapelle Ceska, Gastgeber der diesjährigen Europameisterschaft. Es folgte die Bekanntgabe der Ergebnisse in den drei Qualitätsstufen. Zuständig dafür war der Koordinator des Musikwettbewerbs, Gottfried Reisegger von der Gastgebenden Ceska-Blaskapelle. Die Überraschung kam in der Höchsstufe. Keine der beiden Kapellen schaffte es, die Hürde von 92 Punkten zu erreichen, um zum Europameister in dieser Kategorie gekürt zu werden. 



Für die Temeswarer Big Band war die Teilnahme an der diesjährigen Europameisterschaft für mährisch-böhmische Blasmusik erfahrungswert. Im Vergleich zur vergangenen Auflage hat sich die Kapelle wesentlich verbessert, so die Meinung der anwesenden Fachleute. Die gute Platzierung in diesem Jahr ermöglicht den Temeswarern die Teilnahme an der Blasmusik-EM 2015, die Mitte Mai nächsten Jahres in den Niederlanden stattfinden wird. Bis dahin aber steht für die Temeswarer Musiker die CD-Herausgabe mit Liedern von Franz Watz an, ein Projekt, das bereits bei der vergangenen Auflage der Blasmusik-EM in Deutschland angesprochen wurde und noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll. Franz Hoffner und Franz Watz arbeiten zur Zeit gemeinsam an der Auswahl der Stücke, die auf der neuen CD der Temeswarer Big Band erscheinen werden.



Fotos: der Verfasser

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 Adrian Ardelean, Ried im Innkreis, 31.05. und 01.06.2014
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