Radio Temeswar

Österreichische Kulturtage in Arad - 1. Auflage

Zum ersten Mal wurden die Österreichischen Kulturtage in Arad organisiert. Sie standen im Zeichen europäischer Ideen. Es sind 100 Jahre seit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges, der zum Zerfall der damaligen Donaumonarchie führte, und 25 Jahre seit der Wende, die den Weg osteuropäischer Länder zur europäischen Integration ebnete. Ausstellungen, Konzerte und Filmvorführungen standen auf dem 4-tägigen Veranstaltungsprogramm Anfang Juni. Adi Ardelean fasst zusammen.



„Das Jahr 1914 – Soziale und kulturelle Verhältmisse in Österreich vor dem Ersten Weltkrieg“. Mit der Vernissage einer Wanderaustellung der Wiener Universität zu diesem Thema starteten die österreichischen Kulturtage beim Sitz des Arader Kreisrates. Die Initiative, die Veranstaltungsreihe nach Arad zu bringen, hatte der Verein Musikforum Europa. Unterstützung kam vom Arader Kreisrat durch sein Kulturzentrum und vom österreichischen Kulturforums Bukarest. Die Eventreihe lief unter der Schirmherrschaft der Österreichischen Botschaft in Bukarest und des Österreichischen Honorar-Konsulats in Temeswar. Zugegen bei der feierlichen Eröffnungsrunde war auch eine Nachfolgerin des ehemaligen Tronprinzen Franz Ferdinand, Fürstin Anita von Hohenberg. Es folgte die Eröffnung der Wanderaustellung zum 100. Jahrestag seit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Zur Vernissage spielte das Wiener Salonquartett österreichische Musikstücke, die um die Jahrhundertwende entstanden sind. Die Ausstellung kann man bis Mitte Juni beim Sitz des Arader Kreisrats sehen. 



Der zweite Eventtag der österreichischen Kulturtage in Arad war den Kinderchören gewidmet. Der Kinderchor Superar bot ein Konzert im Festsaal des Moise-Nicoara-Kollegs. Davor hielt der musikalische Leiter des Kinderchors Wiener Sängerknaben, Gerald Wirth, eine Werkstatt für Musikpädagogen. Zugegen war beim Konzert der Wirtschaftsattachée der östereichischen Botschaft in Bukarest Arnulf Gressel.



Verträumt in einer musikalischen Welt ging es am 3. Eventtag der österreichischen Kulturtage in Arad zu. Die Delta-Kunstgalerie der Stadt war Gastgeber der Ausstellung „Traumwelten“. Der österreichische Bühnenbildner und Regisseur Manfred Waba stellte die Kulissen des Opernfrestivals in Sankt-Margareten vor. Ihn brachte zum erstan Mal nach Arad der Chefdirigent des Europa-Symphonie-Orchesters, Wolfgang Größ, Vorsitzender des Musikforums Europa. 



Mit dabei war die Direktorin des österreichischen Kulturforums in Bukarest, Elisabeth Marinkovic, die gemeinsam mit der Geschäftsfüherin des Vereins Musikforum Europa, Rodica Talmaciu, die diesjährige Auflage der österreichischen Kulturtage vorbereiete. Im Anschluss an die Vernissage spielte das österreichische Trio Donauwellenreiter ein paar Weltmusikstücke.



Ein Hundert Jahre seit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges und 25 Jahre seit der Wende. Den Bogen zog der österreichische Regisseur banater Herkunft Robert  Dornhelm am 4. Eventtag der österreichischen Kulturtage in Arad.  Innerhalb eines Filmmarathons im Moise-Nicoara-Kolleg konnte man mehrere Robert-Dornhelm-Filme sehen, darunter die Oper La Boheme, den Spartakus-Streifen oder die Geschichte des österreichischen Kronprinzen Rudolf.  Regisseur Robert Dornhelm stellte in Rumänienerstaufführung seinen mehrfach ausgezeichneten Film „Requiem für Dominic“ vor. Der Streifen dokumentiert mit Originalaufnahmen die mehr oder weniger bekannten Seiten der Ereignisse in Temeswar vor 25 Jahren. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Dominic, ein Freund des Regisseurs aus seiner Kindheit wurde als Mörder verpöhnt und mit einer Schusswunde im Krankenhaus einfach dem Sterben überlassen. Requiem für Dominic, ein Film, der in Rumänien erst 25 Jahre nach den Dreharbeiten zu sehen ist. 



Die österreichischen Kulturtage in Arad endeten mit einem Dialog. Der Jorunalist und Politikanalytiker Emil Hurezeanu führte ein Gespräch mit Regisseur Robert Dornhelm zum Thema „Aus dem Banat nach Hollywood“.

Fotos: der Verfasser

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 Adrian Ardelean, Arad, 02.-05.06.2014
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