Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche - 02.04.2015

Die Wirtschaftmeldungen der Woche beinhalten Informationen zum Entwurf des neuen Steuergesetztbuchs, die Wirtschaftsprognosen vom Statistikamt sowie Neues von der Nationalbank Rumäniens. Hören und lesen Sie hier mehr dazu!



Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar, jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche:

Aus der Landeswirtschaft Rumäniens:

Gesetztesentwurf zu Steuerthemen - Die Regierung billigte vergangene Woche die Vorlage für das neue Steuergesetzbuch. Darüber schreibt die online-Ausgabe der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien. Die Mehrwertsteuer wird dem Entwurf zufolge ab dem nächsten Jahr von derzeitigen 24 Prozent auf 20 Prozent herabgesetzt. Bei Grundnahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Geflügel, Gemüse und Obst soll die Mehrwertsteuer sogar auf neun Prozent gesenkt werden. Damit würde der Durchschnitt dieser Steuer unter 18 Prozent liegen und somit stehe Rumänien diesbezüglich in der unteren Hälfte der europäischen Länder, erklärte Premier Victor Ponta der Zeitung gegenüber. Der Entwurf sieht desweietren vor, dass die Sozialversicherung und die Krankenversicherung ab dem Jahr 2018 sowohl beim Arbeitgeber als auch beim Arbeitnehmer um ein paar Prozent gesenkt werden. Dadurch hofft man, die Schattenwirtschaft zu verringern und die Zahl der legalen Arbeitsplätze zu erhöhen. Desweiteren verzichtet die Regierung darauf, die Kommunalsteuern inflationsbedingt anzuheben. Hingegen wird verfügt, dass die Bürgermeister diese Steuern jedes Jahr an die Inflation angleichen und nicht wie bisher alle drei Jahre. In anderen Fällen soll die Angleichung durch Regierungsbeschlüsse geschehen. Die Unterlagen zum neuen Steuergesetzbuch gehen nun an den Senat, der nach den orthodoxen Ostern mit der Erörterung beginnen soll. Premier Ponta rechnet damit, dass der Entwurf bis Ende April in die Abgeordnetenkammer gelangt. 

Wirtschaftsprognosen für den Frühling - Die Unternehmensmanager der verschiedenen Branchen gehen ohne Ausnahme von einem Zuwachs ihrer Aktivitäten in diesem Frühling aus. Das ergibt die Konjunkturumfrage des Nationalen Instituts für Statistik zitiert von der ADZ.  Das Konjunktursaldo stellt das Verhältnis zwischen Optimisten und Pessimisten unter den befragten Managern dar und darf nicht mit einem statistischem Wert gleichgestellt werden – so das Statistikamt. Die Manager der Chemieindustrie und der Getränkeindustrie sehen sich mit einem plus von mehr als 45 Prozent als deutliche Optimisten. Die Zahl der Beschäftigten dürfte in der verarbeitenden Industrie moderat steigen um rund 7 Prozent, die Preise der Industrieerzeugnisse bei plus 4 Prozent relativ stabil bleiben, heißt es weiter in der Umfrage. In der Bauwirtschaft legt der Optimismus der Manager deutlich zu, das Produktionsvolumen soll saisonbedingt stark steigen mit einem plus von 25 Prozent, Auftragsbestand und Neuaufträge mit einem plus von 19 Prozent. Die Preise hingegen dürften relativ stabil bleiben bei einem plus von 4 Prozent. Die Beschäftigtenzahl soll in diesem Sektor moderat um 13 Prozent steigen. Die Manager des Einzelhandels setzen auf ein deutliches Wachstum ihrer Aktivitäten mit einem plus von 43 Prozent. Die Zahl ihrer Beschäftigten soll ebenfalls deutlich wachsen um 27 Prozent, die Preise hingegen nur moderat steigen um 10 Prozent.

Informationen von der Zentralbank in Bukarest:

Die Nationalbank Rumäniens senkte am letzten Märztag den Leitzins auf ein historisches Minimum. Der Leitzins wurde mit dem 1. April um ein Viertel Prozentpunkt auf 2 Prozent gesenkt. Eingeengt wurde auch der symetrische Korridor der Zinssätze für ständige Fazilitäten rund um den Leitzins auf +/- 1,75 Prozent. Folglich liegt der Zinssatz für Kredite seit gestern bei 3,75 Prozent, während der Zinssatz für Einlagen bei 0,25 Prozent konstant bleibt. Die Notenbank besschloss desweiteren die minimalen Reserveniveaus der Kreditanstalten für Darlehen in Lei und in Auslandswährung unverändert beizubehalten.

Die Devisenreserven der Naltionalbank Rumäniens stiegen im Monat März im Vergleich zum Vormonat Februar. Sie lagen am letzten Märztag bei rund 30,6 Milliarden Euro, um rund 115 Millionen Euro mehr als Ende Februar. Eingeflossen sind hauptäschlich europäische Gelder in den Konten der Europäischen Kommission und des Finanzministeriums. Ausgegeben wurden Geldsummen als Rückzahlungen zum Internationalen Währungsfonds sowie als Auszahlungen von Obligationen des Finanzministeriums. Die Goldreserven blieben konstant bei 103,7 Tonnen. Bei leicht steigendem Goldpreis erreichte ihr Wert rund 3,6 Milliarden Euro, um rund 85 Millionen Euro mehr als Eende Februar. Die internationalen Reserven Rumäniens (Devisen und Gold) betrugen Ende März 34,2 Milliarden Euro und waren um rund 200 Millionen Euro mehr Wert als ein Monat davor.

Hier auch die aktuellen Wechselkurse: 

Der rumänische Leu bleibt allgemein konstant im Vergleich zum Euro während der US-Dollar-Kurs schwankt im Vergleich zu den beiden anderen Währungen. Die Nationalbank Rumäniens legte am heutigen 2. April folgende Referenzkurse fest: Ein Euro wurde mit 4Lei41 quotiert – 1 Ban weniger als vor einer Woche und genauso wie gestern – und ein US-Dollar mit 4Lei7 – 6 Bani mehr als vergangene Woche aber 4 Bani weniger als gestern. Der Referenzkurs für einhundert ungarische Forint lag heute Mittag bei 1Leu47 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei68. Der Goldpreis gewinnt leicht an Wert: Ein Gramm Gold wurde heute auf 157 Lei und 72 Bani geschätzt – das sind rund 2 Lei mehr als vergangene Woche und 1Leu70 mehr als gestern.

Hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in sieben Tagen wieder hier. Dann unter anderem mit den Hinweisen aus der Rechtspraxis. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

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 Adrian Ardelean, Temeswar, 02.04.2015
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