Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche - 23.07.2009


Der Temeswarer Opernplatz – auch als Siegesplatz der Revolution von 1989 bekannt – wird aus EU-Geldern renoviert. Das Projekt wurde auf 45 Millionen Lei bewertet. Davon fördert die Europäische Union 98% und den Rest von 2% stellt die Stadtverwaltung zur Verfügung. Der Temeswarer „Corso” aus der Zwischenkriegszeit gilt seit 2004 als historisches Denkmal.

20 Unternehmen arbeiten am Dan-Paltinisanu-Stadion in Temeswar, um die Arena für die Spiele innerhalb der Champions-Ligue vorzubereiten. Der Temescher Kreisrat stellte dafür 400 Tausend Lei zur Verfügung. Die offizielle Tribüne wird erweitert und bedeckt, in der 2. Tribüne werden ebenfalls mit Dach vorgesehene 300 Plätze für die Presse eingerichtet, beim Sportlereingang wurde bereits ein Saal für Pressekonferenzen gebaut, es werden desweiteren die Stühle repariert, die Treppen neu gestrichen und die Eingangs-anlagen modernisiert. Die Arbeiten sollen bis zum 4. August beendet werden.

Die Modernisierung des Martplatzes in der Josefstadt wurde auf 6 Millionen Euro bewertet. Die Arbeiten an der Markthalle in eines der ältesten Stadtvierteln Temeswars sollen diese auf europäische Standards bringen: die existierenden Hallen und die umliegenden Bauten sollen abmontiert werden, die gesamte Gegend saniert und die historischen Gebäude in den Vordergrund gesetzt, eine neue Markthalle soll gebaut werden, der Autoverkehr wieder aufgenommen und die Grünanlagen neu eingerichtet werden. Die Stadträte entscheiden über dieses Projekt in ihrer Plenumssitzung Ende des Monats.

Die Promovierung des Projekts zur Erneuerung des alten Stadtzentrums von Arad kostet über 12 Tausend Euro. Die Stadtverwaltung wählte infolge einer Ausschreibung ein Unternehmen, das eine Dokumentation erarbeiten soll, Flyer konzipieren und drucken sowie ein Webportal ausdenken soll. Die Bekanntmachung des Vorhabens ist eine der Bedingungen, um das gesamte Projekt aus europäischen Mitteln zu finanzieren. Die EU stellt dafür 45 Millionen Lei aus unrückzahlbaren Strukturfonds bereit, die Stadt-verwaltung trägt mit weiteren 15 Millionen Lei bei. Erneuert werden die Straßen und die Bürgersteige, die Straßenbahnlinien, die Wasser und Abwasserleitungen, die Straßenbeleuchtung sowie die Traians-Brücke über die Marosch.

Die Arader Stadtverwaltung erhielt 900 Tausend Euro von der Regierung für Einrichtungs-arbeiten am Freibad Neptun. Damit soll ein Brunnen für Termalwasser gebohrt sowie eine Brücke über die Marosch gebaut werden, die die alte Schwebebrücke zum Stadtzentrum ersetzen soll. Die Finanzierung versprach Premier Emil Boc bereits bei seinem letzten Besuch. Nun müssen die Stadträte über den Terminkalender der Arbeiten entscheiden.

Die Modernisierungsarbeiten an der Bahnlinie ungarische Grenze – Arad – Diemrich – Simeria starten. Die Arader Kreisbehörden haben das Projekt beglaubigt. Demnach sollen auf der Strecke die Zuge mit 160 Kilometern pro Stunde fahren können. Es werden die Linienfundamente gefestigt, die Haltestellen modernisiert, die Brücken und Übergänge repariert und die elektrische Leitung sowie die Sicherheitsanlagen instand gesetzt. Das Projekt ist Teil der rumänischen Verkehrsstrategie auf dem Korridor Konstantza – Bukarest – Kronstadt – Schäßburg – Diemrich – Arad – Curtici.

Das Zahlungssystem für Lokalsteuer wird erweitert. Die Abgaben sollten auch an den Postämtern in den Städten und Gemeinden bezahlt werden können. Die Temeswarer Postdirektion veranstaltet zu diesem Thema Treffen mit den Stadt- und Gemeindeverwaltungen aus den Kreisen Arad, Karasch-Severin, Hunedoara und Temesch. Die ersten Nutznießer der Maßnahme werden die Bewohner aus Fatschet, Sackelhausen, Lenauheim und Billed sein. Verträge diesbezüglich sollen kommende Woche unterzeichnet werden.

Der Bierhersteller Ursus tätigte an der Temeswarer Bierfabrik eine Investition von 50 Millionen Euro. Unter anderem wurde eine neue Linie für Dosenbier eingerichtet. Das Investitionsprojekt startete vor 2 Jahren und hatte als Ziel die Verdreifachung der Produktionskapazität sowie die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs. Mittlerweile ist der Standort Temeswar die zweitgrößte Produktionseinheit von Ursus nach Buzau.

Die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien sind in den ersten fünf Monaten 2009 im Vorjahresvergleich um mehr als 42 Prozent gesunken. Wenn es vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt 4,2 Milliarden Euro waren, sind es heute knappe 2,4 Milliarden Euro. Das teilte die Nationalbank Rumäniens in Bukarest mit, zitiert von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien. Die ausländischen Direktinvestitionen deckten das Leistungsbilanzdefizit der ersten fünf Monate gänzlich. Dieser lag bei 1,77 Milliarden Euro. Im Jahr 2008 hat Rumänien ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 9 Milliarden Euro verzeichnet, ein Zuwachs um 24 Prozent gegenüber 2007.

Zum Schluss werfen wir einen Blick auf die Quotierungen der rumänischen Nationalbank von gestern nachmittag:
Ein Euro wurde auf 4 Lei 23 bewertet und ein US-Dollar auf 2 Lei 98. 100 ungarische Forint waren heute vormittag 1 Leu 55 und 100 serbische Dinar 4 Lei 55. Ein Gramm Gold kostete 90 Lei und 75 Bani.

Meine Damen und Herren, mit weiteren Wirtschaftsthemen melden wir uns in 2 Wochen zurück. Nächsten Donnerstag laden Sie die Redakteure des Funkforums zu ihrer neuen Auflage des Funkmagazins ein. Dann erfahren Sie, was sich in diesem Europateil im Monat Juli so wichtiges getan hat. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Woche!

 Adrian Ardelean, Temeswar, 23.07.2009
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