Radio Arad

Gedenkveranstaltung an die Russlanddeportation der Rumäniendeutschen

65 Jahre seit dem Beginn der Verschleppung unserer Landsleute in die damalige Sowjetunion. Dem gedenken die deutschen Gemeinschaften aus Rumänien zum Jahresanfang. Die Gedenkveranstaltungen im Banat begannen am 17. Januar in der Arader Kleinortschaft Schimonidorf. Hier errichteten die Kreis- und Gemeindebehörden vor 2 Jahren ein Denkmal der Ruslanddeportierten. Adi Ardelean war dabei und berichtet.

O-Ton – Singer

Sprecher:
Der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat, Karl Singer. --- Deutschland verlor 1944 den 2. Weltkrieg. Januar 1945 wurden rund 75 Tausend Angehörige der Deutschen Minderheit aus Rumänien, arbeitsfähige Staatsbürger im Alter zwischen 16 und 45 Jahren zu 5 Jahren Zwangsarbeit als Kriegsentschädigung kollektiv verurteilt. Sie wurden von ihren Familien weggenommen, in Viehwagons einquartiert und nach Sibirien transportiert. Fast ein Viertel von ihnen fand ihr Lebensende in der weiten Ferne. Die Rückkehrer mußten hart ums Überleben arbeiten, da inzwischen ihr Hab und Gut beschlagnahmt wurde. Erst nach dem Umsturz des Kommunismus, 1990, wurden sie als politische Häftlinge anerkannt und erhielten vom rumänischen Staat entsprechende Renten für die vollbrachte Zwansarbeit. Deutschland, das Land für das sie die Kriegsschuld bußen mußten, erteilt ihnen als Entschädigung 10 Euro im Jahr. Das Hilfswerk der Banater Schwaben stockte im vergangenen Jahr die Summe um weitere 10 Euro auf. Magdalena Contras ist Vereinsvorsitzende der ehemaligen Russlanddeportierten aus dem Kreis Arad.

O-Ton – Contras

Sprecher:
Die Gedenkveranstaltung im Arader Schimonidorf begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der römisch-katholischen Kirche. Mit dabei waren einige Überlebende der Deportation aus dem Kreis Arad sowie Nachfolger der Verstorbenen. Neben den Ortspfarrern konzelebrierte den Gottesdienst auch der evangelische Pastor aus Semlak, Walter Sinn, der eine Predigt auf Deutsch sprach.

Atmo – Predigt Sinn

Sprecher:
Die Teilnehmer gingen dann in einer Prozession zum Denkmal der Russlanddeportierten. Das Denkmal besteht aus einer schwarzen Marmortafel mit den Namen der 59 Verschleppten aus der Kleinortschaft. Links und rechts sind 5 bzw. 8 Holzsäulen mit den Namen der Ortsbewohner, die nach der Deportation nicht mehr heimgekehrt sind. Eine kurze Ansprache hielt dabei der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat, Karl Singer.

Atmo – Ansprache Singer

Sprecher:
Die Nachfolger der verstorbenen Russlanddeportierten legten Kränze vor dem Denkmal nieder und zündeten Kerzen an. Die ehemaligen Verschleppten sangen dabei Lieder, die sie im fernen Rusland während der Zwangsarbeit geschrieben und gesungen hatten.

Atmo – Deportiertenlied


01.17. Schimonidorf  


 Adrian Ardelean, Arad, 17.01.2010
Share
© 2017 FunkForum - powered by infin