Funkhaus Fünfkirchen

Mehrsprachige Ortsschilder in Fünfkirchen

Fünfkirchen und Peèuh – sollen künftig auch auf die Ortsschilder an der Grenze der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 Pécs zu lesen sein. Das haben die deutsche und die kroatische Selbstverwaltungen in der ungarischen Stadt beantragt.  An der letzten Sitzung der Vollversammlung von Pécs Ende Januar hat der Bürgermeister, Zsolt Páva, für die Initiative sein Ja-Wort gegeben. Doch der Ausschuss für Stadtentwicklung, der für die Angelegenheit zuständig ist, weiß noch nichts über das Projekt. Aus Fünfkirchen berichtet Christian Erdei.

Bem.:
Die deutsche und die kroatische Minderheiten haben bereits zum zweiten Mal beantragt, dass auch die deutschen und kroatischen Namen der Stadt neben den nach Pécs führenden Strassen stehen sollen, Gábor Frank, Vorsitzender der deutschen Selbstverwaltung.

O-Ton Frank
„Vor 4 Jahren haben wir das schon beantragt, die Vollversammlung der Stadt hat zugestimmt. Doch aus der Sache wurde nichts. Wir sind der Meinung: Man sollte nur dann eine Vorlage einreichen, wenn diese auch angehört wird.“

O-Ton Kablár1

Bem.:
Die Stadtleitung habe den Antrag einfach verschwitzt – meint János Kablár, der Vorsitzende des Minderheitenrates in Pécs.

O-Ton Kablár2
„An der städtischen Vollversammlung haben alle Abgeordnete die Initiative für gut empfunden.“

Bem.:
Doch vor 4 Jahren ist nichts passiert. Deswegen haben die Minderheiten vergangene Woche erneut einen Antrag eingereicht

O-Ton Kablár2
„Wir haben die Idee weiterentwickelt. Die Grundidee war, dass Ortsschilder in der Sprache der Minderheiten aufgestellt werden. Jetzt haben wir auch beantragt, dass an den Grenzen der Stadt in ungarischer, deutscher und kroatischer Sprache stehen soll, dass Pécs die Kulturhauptstadt Europas ist, und dass wir die Gäste willkommen heißen. Das ist jedermanns Interesse: Fünfkrichen soll 2010 ein guter Gastgeber sein. Ich habe es bemängelt, warum nicht das Kulturhauptstadtmanagement auf diese Idee gekommen ist.“

Bem.:
Die Nationalitäten haben gesetzliches Recht auf Ortsschilder in ihrer Muttersprache. Im Minderheitengesetz steht: „Die örtliche Selbstverwaltung ist verpflichtet, entsprechend den begründeten Anforderungen der Minderheitenselbstverwaltung zu gewährleisten, dass die Beschriftung der Schilder mit den Ortsnamen neben der ungarischsprachigen Formulierung auch in der Muttersprache der Minderheit gelesen werden können“
Die Sache in Pécs sei aber nach János Gyurok, dem Vorsitzenden der Selbstverwaltung der Kroaten nicht nur eine Rechtsfrage.

O-Ton Gyurok1
„Pécs ist eine multikulturelle europäische Stadt. Seit Jahrhunderten leben hier verschiedenen Nationalitäten. Das Allgemeinbefinden der Minderheiten wäre dadurch viel besser. Ich glaube aber, dass auch bei den ausländischen Touristen ein guter Eindruck über die Stadt entsteht, wenn sie sehen, dass die Pécs auch einen Namen in ihrer Sprache hat.“

Bem.:
Für die Aufstellung der neuen Ortsschilder ist die Gemeinnützige Gesellschaft für Straßenverwalter (Közútkezelõ) zuständig. Die Aufstellung zu beantragen ist die Aufgabe der Stadtleitung. In Fünfkirchen muss sich der Ausschuss für Stadtentwicklung mit der Sache beschäftigen, sie aber wissen noch nichts darüber, dass der Bürgermeister von Pécs versprochen hat, dass neue Ortsschilder aufgestellt werden.
Die Minderheiten hoffen aber, dass ihre Initiative nicht wie vor 4 Jahren vergessen wird und noch im Kulturhauptstadtjahr Fünfkirchen und Peèu zu lesen sein wird, wenn man mit dem Auto in Pécs ankommt. János Gyurok

O-Ton Gyurok2
„Es könnte die Sache beschleunigen, dass Pécs Kutlurhauptstadt Europas ist. Ein Leitstadt des Projektes ist ja, dass Pécs eine multikulturelle Stadt sei. Wenn die Stadtleitung unsere Initiative doch vergessen würde, dann werden wir wieder den Antrag einreichen.“


01.28. Ortsschild  


 Christian Erdei, Fünfkirchen, 28.01.2010
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