Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche - 04.03.2010

Entlassungswelle trifft hart Rumänien. Das und mehr erfahren Sie aus den Wirtschaftsmeldungen der Woche. Hinzu kommt der Veranstaltungskalender der deutschsprachigen Wirtschaftsvereine aus der Region. Bleiben Sie dran!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Die erste Frühlingswoche ist auch die letzte Arbeitswoche für rund 6.000 Angestellte in Rumänien. Die erste Entlassungswelle des Jahres aus dem Staatssektor betrifft Angestellte der Bahngesellschaft CFR. Von den 10.000 Entlassenen gehen als erste die Angestellten der Güterabteilung CFR Marfa. Die meisten sind über 40, ihre Chancen, sich einen neuen Job zu finden, stehen sehr schlecht und sie sind die einzigen Geldverdiener ihrer Familien. 80% der Entlassenen bilden Sozialfälle; sie haben Kinder großzuziehen und Bankschulden zu begleichen. Um ihre Arbeitsplätze bangen auch die Angestellten aus der Erziehung, der Kommunalverwaltung, der Energie und des Sozialschutzes. Aus diesen Bereichen sollen demnächst 40.000 Stellen gestrichen werden.

Rund 1.500 Angestellte aus dem Kreis Temesch bleiben in den Monaten März und April arbeitslos. Die Meisten kommen von der Güterabteilung der rumänischen Bahngesellschaft. Nach der Entlassungswelle bleibt Kreis Temesch mit einer Zahl von funktionierenden Haltestellen, die halb so groß ist, wie die aus dem Kreis Hunedoara, so interne Gesellschaftsangaben. Weitere rund 350 Angestellte und somit alle Arbeitnehmer einer italienischen Schuhfabrik aus Lugosch werden im Monat April entlassen. --- 300 Angestellte der Temeswarer Nahverkehrgesellschaft treten ab dem 15.ten März in Kurzarbeit. Das Unternehmen hat Schulden in Höhe von 6 Millionen Lei. Hinzu kommen die Tranchen für die vor kurzem erworbenen Trolleybusse und für die engagierten Bankenkredite. Durch eine 3-monatige Kurzarbeit spare das Unternehmen eine Million Lei, so die Geschäftsführung. --- Die Zahl der Angestellten im Kreis Arad sinkt von Monat zu Monat. Während des vergangenen Jahres fiel die Zahl der Erwerbstätigen von 130 auf unter 120 Tausend – so das Statistikamt des Kreises. Die Arbeitslosenrate wuchs von 3,5 auf 6,8%. Beim Amt für Beschäftigung der Arbeitskräfte Arad werden derzeit rund 15 Tausend Arbeitslose verzeichnet.

Die Unternehmen, die Arbeitslose anstellen, werden 6 Monate lang von den Beiträgen zur Sozialversicherung enthoben. Die Regierungsmaßnahme trat diese Woche in Kraft und sieht auch ein paar Bedingungen vor: Die Angestellten müssen mindestens 3 Monate lang als arbeitslos an den Agenturen für Beschäftigung der Arbeitskräfte gemeldet worden sein und sie dürfen in den vergangenen 6 Monaten keinerlei Verträge mit dem neuen Arbeitgeber gehabt haben. Die Neuangestellten können erst nach  mindestens 12 Monaten wiederentlassen werden.

Die Wirtschaft Rumäniens verlor im vergangenen Jahr mehr als 370 Tausend Arbeitsstellen – so das Nationale Statistikamt. Mehr als 20% davon stammen aus dem Bauwesen. An 2.ter Stelle der meisten Entlassenen liegt der Handelbereich und an 3.ter Stelle die Kleidungsproduktion mit rund 10%. --- Europaweit blieb die Arbeitslosenrate im Monat Januar konstant – so das europäische Statistikamt. 136 Tausend Personen sind im ersten Monat des Jahres arbeitslos geblieben. Die Arbeitslosen zählen zur Zeit rund 22 Millionen, das ist die Gesamtbevölkerung Rumäniens vor der Liberalisierung der Reisebedingungen. Die Niederlanden und Österreich verzeichneten die niedrigsten Arbeits-losen-raten von 4,2 bzw. 5,3%. Am entgegengesetzten Ende der Rangliste befinden sich Spanien mit 18% und Lettland mit 22% Arbeitslosigkeit.

Die Duty-free-Shops müssen ihre Ware bestehend aus Alkoholgetränken und Tabak bis Ende März ausverkaufen. Ab dem ersten April dürfen sie diese Produkte nicht mehr vermarkten. Weiterhin erlaubt wird der Verkauf von Bier, Erfrischungsgetränken, Schmuck, Parfüms sowie von Haushaltsgeräten.

Die Devisenreserven der Nationalbank BNR erhoben sich im vergangenen Monat auf die Rekordsumme von fast 30 Milliarden Euro. Das waren um 1,7 Milliarden mehr als im Januar. Grund dafür war das Einkassieren der Darlehenstranchen seitens des Internationalen Währungsfonds IWF im Wert von 2,3 Milliarden Euro. Insgesammt kassierte die Notenbank im vergangenen Monat rund 3 Milliarden Euro ein und mußte 1,3 Milliarden öffentliche Schulden sowie vom Staat garantierten Schulden auszahlen. Die Goldreserve blieb unverändert bei über 100 Tonnen im Wert von rund 2-ein-Halb Milliarden Euro.

Hier auch die Referenzkurse der rumänischen Notenbank für heute: ein Euro wurde gesternnachmittag auf 4Lei10 quotiert und ein US-Dollar auf 3Lei01. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei54 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei11. Ein Gramm Gold wurde auf 110 Lei und 7 Bani gewertet.

BNR-Gouverneur Mugur Isarescu ist der Meinung, das Defizit aus dem Rentenhaushalt sei Grund dafür, das Rumänien keine Autobahnen bauen kann. Isarescu erklärte, dass es in Rumänien keine Rentenfonds gibt sondern nur Rentenhaushalte. Damit diese keine Defizite verzeichnen, müssen sie genügend Beitragsleister haben. Der BNR-Gouvernör warnte, wenn Rumänien 2015 dem EURO-Raum beitreten will, muss das Land sein Haushaltsdefizit auf 3% herabsenken und unter diesen Bedingungen sei der Bau von Autobahnen unmöglich.

Die Landebahn des Arader Flughafens wird um 350 Metern verlängert. Dies soll in der 2.ten Jahreshälfte 2010 passieren. Mit den Bauarbeiten wurde das spanisch-österreichische Konzert beauftragt, das auch die Autobahnstrecke Temeswar-Arad baut. Aus dem Investitonshaushalt 2010 wurden dieser Arbeit 1,5 Millionen Lei zugewiesen. Während der Arbeiten werden auf dem Arader Flughafen keine großen Maschinen landen und abfliegen können.

Rund 16 Tausend Altautos wurden in den ersten 10 Tagen des Programms zur Erneuerung des rumänischen Furhparks verschrottet. Das ist die Hälfte der Gesamtautos, die im vergangenen Jahr verschrotten wurden. Die Regierung stellt Mittel für 60 Tausend Altautos zur Verfügung. Die Summe könnte jedoch aufgestockt werden, so regierungsnahe Angaben.

Der Autobauer Dacia stellte in Genf sein neues Modell Duster vor. Es geht um das erste Modell in der Geschichte des Autoherstellers aus der Kategorie Sport-Utility-Vehicle – das heißt ein PKW mit einer erhöhten Geländegängigkeit. Dacia hat auch die Preise des neuen Duster bekannt gemacht. Diese liegen ab 10.500 Euro für die Version 4x2 und ab 12.300 für die 4x4. Abhängig von der Ausstattung können die Preise bis zu 15.600 Euro steigen. Den neuen Dacia Duster kann man schon bestellen, die Lieferung erfolgt jedoch erst im April.

Der deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat mit Sitz in Temeswar erwartet zum März-Clubtreffen – von heute in einer Woche – Gäste aus Bukarest: Eine große Delegation des Austrian Business Club kommt dann nach Temeswar. Die Vertreter der österreichischen Investoren in Rumänien treffen sich mit den Temeswarern zu einer gemeinsamen, freundschaftlichen Abendveranstaltung im Kunstmuseum. Dieses befindet sich im Barock-Palais am Temeswarer Domplatz. Das Treffen beginnt um 18Uhr30 mit einer Museumsführung, gefolgt  von Gesprächen und einem Büffet. Der Kostenbeitrag liegt diesmal bei 100 Lei. --- Auch die deutschsprachigen Geschäftsleute aus Arad treffen sich in diesem Monat. Das Treffen findet von heute in 2 Woche statt, am 18. März, um 18 Uhr im Geschäftszentrum Waterhouse. Für das Büffet werden 25 Lei pro Person einkassiert. Auf der Tagesordnung stehen Ansätze zur Wiederbelebung der Vereinstätigkeit. Die Miglieder des deutsch-rumänischen Wirtschaftsvereins Arad erörtern mögliche Satzungsänderungen und debattieren über die Opportunität vorgezogener Vorstandswahlen. Bis zur anstehenden Sitzung wurden sie aufgefordert, ihre Beiträge für die Jahre 2009 und 2010 zu zahlen.

Das waren die Wirtschaftsmeldungen der Woche und hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit weiteren aktuellen Wirtschaftsthemen erwarte ich Sie in 7 Tagen wieder. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!


03.04. WM  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 04.03.2010
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