Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche - 22.04.2010


Aus den Wirtschaftsmeldungen der Woche erfahren Sie Aktuelles zur Wirtschaftslage im Land, zu den Veranstaltungen der Handelskammern sowie zu den neuesten Investitionen in West-Rumänien. Hinzu kommt der Veranstaltungskalender der deutschsprachigen Wirtschaftsclubs aus West-Rumänien – jetzt gleich. Bleiben Sie dran!

Der deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat in Temeswar veranstaltete bereits das Monatstreffen seiner Mitglieder am 8.ten April. Das nächste Treffen der Temeswarer Wirtschaftsleute findet am 2.ten Donnerstag im kommenden Monat statt, das ist am 13.ten Mai.

Der deutsch-rumänische Wirtschaftsverein Arad beruft seine Mitglieder heuteabend (22.040) zur Neuwahl des Vorstandes ein. Satzungsgemäß ist eine Mitgliederversammlung beschlussfähig, wenn mehr als ein Viertel der stimmberechtigten Mitglieder anwesend oder vertreten sind. Stimmberechtigt ist jedes ordentliche Mitglied, welches seinen Mitgliedsbeitrag für das Jahr 2009 entrichtet hat. Der Jahresbeitrag ist abhängig von der Angestelltenzahl: Firmen mit bis zu 20 Mitarbeitern zahlen 100 EUR, die Unternehmen mit 20 bis 250 Mitarbeitern 200 EUR und die Firmen mit über 250 Mitarbeitern 350 EUR im Jahr. Die Mitgliederversammlung des deutsch-rumänischen Wirtsschaftsvereins Arad findet heute im Geschäftszentrum Waterhouse auf der Bodrogului-Straße statt. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr.

Die Preise sind in Rumänien im Monat März um 4,2% im Vorjahresvergleich gestiegen. Damit belegt Rumänien den zweiten Platz innerhalb der Europäischen Union mit einer der höchsten Jahresinflationsraten. Von den 27 Staaten der Europäischen Gemeinschaft, weisen nur 3 Länder eine Senkung der Preise auf: Letland, Irland und Litauen. Die höchste Inflationsrate weist Ungarn auf mit 5,7%, auf Platz 2 ist Rumänien mit seinen 4,2% und mit 3,9% belegt Griechenland den dritten Platz. Im Vergleich zur Jahresinflationsrate Februar ist die Märzrate in 5 Mitgliedsländern gesunken, in 2 blieb sie beständig und in 19 Ländern ist die Rate gestiegen. Großbritanien wurde hierbei nicht in Betracht gezogen, da seine Daten zu spät in Brüssel ankamen.

Hier auch die Referenzkurse der rumänischen Notenbank für heute: ein Euro wurde gestern Nachmittag mit 4Lei13 quotiert und ein US-Dollar mit 3Lei07. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei56 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei16. Ein Gramm Gold wurde auf 113 Lei und 12 Bani gewertet.

Eine Dellegation des Internationalen Währungsfonds IWF besucht Rumänien in der Zeitspanne 27.ster April – 7.ter Mai. Die Fachleute überprüfen, ob Rumänien die Bedingungen aus dem Stand-by-Abkommen mit dem IWF eingehalten hat – erklärte der Fondsvertreter für Rumänien und Bulgarien, Tonny Lybek. Die Ergebnisse kommen im Juni vor den IWF-Vorstand, der über die Freigabe einer neuer Darlehenstranche im Wert von 850 Millionen Euro entscheidet. Rumänien verhandelte im vergangenen Jahr ein Hilfspaket gegen die Wirkungen der Wirtschaftskrise im Wert von rund 20 Milliarden Euro mit dem IWF, der Europäischen Union und der Weltbank.

Die Arader Industrie-, Landwirtschafts- und Handelskammer bereitet diese Tage eine komplexe Messeausstellung vor: drei Messen in Einem gibt es ab heute auf dem Expo-Arad-International-Gelände. Die Messen Gardenia, Estival und der Ostermarkt wurden zu einer sogenannten Frühjahrsmesse verschmolzen, die über 100 Firmen aus Rumänien, Ungarn und Serbien vereint. Die somit entstandene Großausstellung bietet Blumen und Gartenbau, Tourismusdienste sowie Kleidung den Besuchern an. Premiere feiert der Frühjahrsmarkt mit einer reichen Angebotspalette, die Kleidung bis Süßwaren umfasst.

Die Temeswarer Industrie-, Landwirtschafts- und Handelskammer veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Cluster-Verein aus Ungarn eine Dokumentationsreise für Unternehmen in der Zeitspanne 27.ster – 29.ster April. Auf dem Besuchsprogramm stehen 4 Unternehmen aus Budapest und eines aus Kecskemét, die in einem Cluster-Netzwerk funktionieren. Vorgestellt werden die ungarischen Erfahrungen bei der Gründung und Entwicklung der Cluster-Strukturen. Cluster sind Netzwerke von Produzenten, Zulieferern, Forschungseinrichtungen wie Hochschulen, Dienstleistern wie Ingenieurbüros, Handwerkern und verbundenen Institutionen wie die Handelskammern mit einer gewissen regionalen Nähe zueinander. Sie werden über gemeinsame Austausch-beziehungen entlang einer Wertschöpfungskette gebildet. Die Mitglieder stehen dabei über Liefer- und Wettbewerbsbeziehungen oder gemeinsame Interessen miteinander in Verbindung.

Die Temeswarer Handelskammer veranstaltet desweiteren am 5.ten Mai ein Seminar in Zusammenarbeit mit der Anwaltskanzlei Hategan zum Thema „Die Fallen der Wirtschaftsstreitigkeiten / das Insolvenzverfahren”. Die Anwaltskanzlei verügt über eine 6-jährige Erfahrung im Bereich der Wirtschaftsberatung. Im Kontext der Wirtschaftskrise sind auch die Fälle von Wirtschaftsstreitigkeiten mehr geworden, so dass die Anwaltskanzlei eine spezielle Abteilung dafür schaffen musste. Das Seminar findet am 5.ten Mai im Bega-Saal des regionalen Handelszentrums in Temeswar statt.

Die Arbeitslosen aus dem Kreis Temesch können sich eine Arbeitsstelle bei der Jobbörse suchen. Die Kreisagentur für die Beschäftigung der Arbeitskräfte veranstaltet diese am morgigen Freitag im Jugendkulturhaus zwischen 8 und 16 Uhr.

Die Temeswarer Stadtverwaltung will die Kommunal-steuern ab 2011 um 6% erhöhen. Auch eine sogenannte Habitatssteuer soll eingeführt werden. Jeder Temeswarer muss dann zusätzlich 40 Lei zahlen. Diese Gelder sollen zur Sanierung der Altbauten und Denkmäler eingesetzt werden. Eine öffentliche Debatte veranstaltet das Bürgermeisteramt diesbezüglich am 13.ten Mai. Der Änderungsantrag sieht vor, dass die Kommunalsteueren für juridische Personen sogar um 20 Prozent erhöht werden sollen. Nachlesen kann man den Entwurf beim Temeswar Rathaus oder auf dessen Webseite primariatm.ro im Abschnitt Beschlussentwürfe.

Temeswarer Bürger die auf ihren Hausdächern Solarenergiezellen anbringen, müssen keine Steuern zahlen. Eine neue Verordnung belohnt jeden Hauseigentümer, der auf ökologischem Weg für Energie sorgt. Für historische Gebäude brauchen die Besitzer eine besondere Genehmigung, damit sie die Solarzellen auf dem Dach anbringen können.

Die Europäischen Union stellt 140 Millionen Euro zur Verfügung für den Ausbau der Wasser- und Abwassernetzwerke im Kreis Arad. Die Summe stellt 85% der Investition dar, erklärte Kreisratsvorsitzender Nicolae Iotcu. Den Rest sollen die Regierung sowie die nutznießenden Gemeinden stellen. Das Netzwerk wird ausgeweitet in den Ortschaften Arad, Curtici, Macea, Hellburg/Siria, Ghioroc, Ineu, Pecica, Nadlak und Lippa/Lipova. Die Trink-wasser-brunnen werden erneuert, die existierenden Netwerke ausgebaut und 7 Kläranlagen modernisiert oder neugebaut.

Der Kurort Herkulesbad im Kreis Karasch-Severin benötigt 30 Millionen Euro für die Umsetzung seiner Entwicklungsprojekte. Prioritär seien die Investitionen in der touristischen Infrastruktur, erklärte Bürgermeister Nicusor Vasilescu. Das bedeute einerseits, den Kunden mehr Komfort im Bereich der Unterkunft und Verpflegung anzubieten, und andererseits, Mörglichkeiten zur Freizeitgestaltung zu schaffen. In die Ortschaft sollen heuer mehr als 8 Millionen Euro investiert werden. Das Geld soll für Straßenreparaturen, für Erweiterung des Wasser- und Abwassernetzes, sowie für den Bau eines Kindergartens, eines Sportsaals und einiger Wohnblocks eingesetzt werden.

Die Arader Stadtverwaltung beantragt 10 Millionen Euro aus den nichtrückzahlbaren EU-Fonds für die Einrichtung von Sonnenenergielampen in der Stadt. Das Projekt sieht die Erweiterung der Straßenbeleuchtung in den Randvierteln vor, auf der Umgehungsstraße, an 70 Spielplätzen, entlang der Bürgeraleen und der Fahrradtrassen. Diese Zonen sollen ökoloisch beleuchtet werden und dazu Sonnenenergie verwerten. Die Lampen verfügen über photovoltaische Zellen und LED-Lampen. Die Machbarkeitsstudie wurde bereits erstellt. Das Projekt soll nun dem Stadtrat vorgelegt werden.

Eine Investition von zwei Millionen Euro im Kreis Bihar vollendete im einzigen Ort Rumäniens, Glashäuser mit bioenergetischer Heizung. Die Wärme kommt aus unterirdischem Thermalwasser. Die Anlage befindet sich in der Gemeinde Livada und erstreckt sich auf 2 Hektar. Im Glashaus werden Tomaten gezüchtet. Im vergangenen Jahr wurden hier mehr als 700 Tonnen Tomaten geerntet, 3 Mal so viel wie in einem klassischen Glashaus.

Hiermit endet, meine Damen und Herren, auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarte ich Sie in zwei Wochen wieder. Kommenden Donnerstag laden Sie die Radioredaktionen des Medienvereins FunkForum zu ihrer monatlichen Gemeinschaftssendung ein, zum FunkMagazin. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!

04.22. WM  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 22.04.2010
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