Radio Temeswar

Wirtschaftsleute auf Erkundungsreisen

Die deutschsprachigen Wirtschaftsclubs West-Rumäniens organisieren in diesem Monat ihre Erkundungsreisen vor den Sommerferien. Mit Einzelheiten – Adrian Ardelean:
Der deutsch-rumänische Wirtschaftsverein Arad veranstaltete vor 2 Wochen das Monatstreffen seiner Mitglieder. Nach den verwaltungstechnischen Problemen und der Vorstellung neuer Mitglieder wurde das Hauptthema angesprochen und als Vorbereitung auf das nächste Treffen angegangen: die Maroschau. Die Wirtschaftsleute beabsichtigen in diesem Monat einen Ausflug auf den Kulturspuren entlang der Marosch zu unternehmen. Vereinspräsident Manfred Engelmann:

Die Reise des Arader Wirtschaftsvereins in die Maroschau über Bodrog und Bezdin nach Perjamosch ist für Donnerstag, den 17.ten Juni, geplant. Weitere Infos sind per E-Mail anzufordern unter info@drw.ro. Anmelden kann man sich bis kommenden Donnerstag, den 10.ten Juni.


Auch die Temeswarer Wirtschaftsleute planen ihre Sommerreise in diesem Monat. „Klöster, Kunst, Kultur und Wein“ lautet das Motto der diesjährigen Erkundungsexkursion. Vorsitzender des deutsch-rumänischen Wirtschaftsclubs Banat, Peter Hochmut:

Ins „Regat“, in das alte Rumänien, nach Oltenien, führt der diesjährige Ausflug des Wirtschaftsclubs Banat. Die dreitägige Exkursion beginnt in Tismana. Das Kloster, eines der ältesten der Walachei, hat über Jahrhunderte bei der Bewahrung des orthodoxen Glaubens eine große Rolle gespielt; viele herausragende Persönlichkeiten Rumäniens haben dort spirituellen Beistand gesucht. Im Zweiten Weltkrieg wurden der Staatsschatz der Rumänischen Nationalbank und ein Teil des polnischen Goldes in einer der unzugänglichen Höhlen versteckt. Unweit von Tismana steht im Dorf Hobita, Kreis Gorj, ein beschauliches Häuschen aus dicken Holzbalken mit einem Dach aus Schindeln und einer Veranda, an der sich zarte Wiesenblumen empor ranken: das Geburtshaus des wegweisenden Bildhauers Constantin Brâncuºi. Von dort aus fahren die Reisenden eine kurze Strecke weiter nach Târgu Jiu, wo Brâncuºi 1937, dem Ruf der rumänischen Regierung folgend, die Denkmäler „Tisch des Schweigens“, „Tor des Kusses“ und die 30 Meter hohe „Unendliche Säule“ fertigte. Umgeben von Ausläufern der Südkarpaten im Westen der wallachischen Tiefebene, lebte die nächst besuchte Ortschaft Drãgãºani lange Zeit von der Landwirtschaft, vorwiegend vom Weinbau. Das traditionsreiche Weingut des Prinzen Barbu ªtirbei wurde von Nachfahren behutsam renoviert, mit neuem Leben erfüllt und prestigeträchtig vermarktet. Der Rückreisetag hält eine weitere Überraschung bereit. Im Dreiländereck Rumänien, Serbien und Bulgarien, wo die Hähne – nach Aussagen des Dichters Mircea Dinescu – dreisprachig krähen, hat dieser den „Kulturhafen Cetate” auf den Ruinen eines ehemaligen Agrarhafens gegründet, den ersten seiner Art in Europa. Es war kein Politiker sondern eben dieser Mircea Dinescu, der, mit 21 Jahren bereits ein Star der rumänischen Literatur, ein Volksheld und eine Stimme des Widerstandes im totalitären Rumänien, 1989 vor laufenden Fernsehkameras dem rumänischen Volke zu rief: „Der Diktator ist gestürzt“. Auch als Weinbauer ist er an der Donau tätig, wo er der Reisegruppe seine Weine kredenzen wird. Die Reiseveranstalter versprechen für die Erkundungstour durch den südlichen Teil Rumäniens: Überraschendes, Poetisches, Spirituelles, Künstlerisches und viel Sehens- und Erlebenswertes. Die Abfahrt ist am Freitag, den 18.ten Juni um 08.00 Uhr, die Rückkunft am Sonntag-abend, den 20.sten Juni. Der Reisepreis liegt bei 298 Euro pro Person im Doppelzimmer. Anmelden kann man sich per E-Mail an info@dwc.ro bis kommenden Donnerstag, den 10.ten Juni.

06.03. DRW Arad  


06.03. DWC Banat  


 Adrian Ardelean, Arad und Temeswar, 03.06.2010
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