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Wandergesellen in Hermannstadt

Es ist eine Tradition, die ihre Ursprünge im Mittelalter hat: Damals mussten Handwerker nach ihrer Lehre erst einmal auf Wanderschaft gehen - von Nord nach Süd, von Ost nach West. Dahinter stand die Idee, sich möglichst vielfältige Erfahrungen in unterschiedlichen Betrieben zueigen zu machen. Nach Auflösung der klassischen Handwerkszünfte Mitte des 19. Jahrhunderts blieb die Tradition zwar noch erhalten. Spätestens die Nationalsozialisten setzten dem aber ein Ende. Das Reisen mit wenigen Mittel möglicherweise auch noch in andere Länder war ihnen ein Dorn im Auge. Heute allerdings erlebt die klassische Wanderschaft der Handwerksgesellen wieder eine Renaissance. Etwa ein Prozent derjenigen, die den Gesellenbrief machen, beginnen ihre, wie es in der Umgangssprache der Handwerker heißt, "Tippelei". Und die führt sie durch die ganze Welt. In den vergangenen vier Wochen haben sich Handwerker auf Wanderschaft im zentralrumänischen Sibiu getroffen, auch bekannt unter der deutschen Bezeichnung Hermannstadt - und nicht nur das: In einer Schauwerkstatt gaben sie Einblicke über das, was sie in aller Welt dazugelernt haben. Thomas Wagner hat die Gesellen auf Wanderschaft in Hermannstadt besucht.



08.10. Wandergesellen  


 Thomas Wagner, August 2010
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