Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 12.08.2010

Die westrumänische Wirtschaft erholt sich aus der Krise – die Exporte des Kreises Temesch erreichen fast die Werte des bisher besten Jahres Rumäniens in der Europäischen Union. Das und mehr gibt es in den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche.

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

21 Unternehmen zeigen Interesse am Bau der beiden Überquerungen an der Nord-West Umgehungsstraße bei Arad. Die Interessenten kommen aus Spanien, Österreich und Rumänien. Die Investition beläuft sich auf 25 Millionen Euro. Die Hälfte der Summe ist für die Überquerung der Bahnlinie Arad-Bukarest vorgesehen. An der Ausschreibung der Bauarbeiten schrieben sich 11 Unternehmen ein. Die andere Hälfte des Geldes ist für die doppelte Überquerung der Bahnlinien Arad-Curtici und Arad-Brad gedacht. An der Ausschreibung dieser Arbeiten beteiligen sich 10 Unternehmen. Das Verkehrsministerium analysiert die Angebote. Die Gewinner der Ausschreibungen werden kommende Woche bzw. in 3 Wochen genannt. Die Arbeiten sollen noch Ende dieses Jahres starten.

Die Umgehungsstraße im Nord-Osten der Stadt Temeswar wurde dem Verkehr wieder freigegeben. Die 12-Kilometer-lange Verbindung zwischen der Arader und der Lugoscher Straße wurde Ende Juni gesperrt, um letzte Finissagen durchzuführen. Die Arbeiten sind immer noch nicht fertig, jedoch hat der Leiter des regionalen Amtes für Landstraßen angeordnet, die Strecke dem Verkehr frei zu geben. Die Baufirma muss noch die 2 Passagen der Ringsstraße bis Ende des Monats fertig stellen. Bis zum 1.sten September müssen die Fahrer die noch vorhandenen Beschränkungen einhalten. 

Die Bauarbeiten an der Umgehungsstraße der Stadt Lugosch wurden beendet. Die fast 10-Kilometer-lange Strecke wurde im Autobahnformat von einer portugisischen Firma gebaut und hat mehr als 20 Millionen Euro gekostet. Die Bauarbeiten starteten 2008 und die offizielle Übergabe soll am 27.sten August dieses Jahres stattfinden. An der Investiton waren insgesamt 210 Ingenieure und Arbeiter tätig.
 
Das technische Projekt der Maroschbrücke bei Savarsin, Kreis Arad, erhielt den „Ersten Europäischen Preis” seitens der Europäischen Konvention für Metallbauten. Die Prämie wird am 21.sten September in Instanbul verliehen. Durchgeführt wurde das Projekt von der Fakultät für Bauwesen der Temesarer Politehnica-Universität. Die Brücke bei Savarsin wurde November 2007 dem Verkehr frei gegeben, nachdem sie 18 Monate lang für Infrastrukturarbeiten gesperrt war.

Die historischen Gebäude Temeswars werden erneuert. Die Stadtverwaltung führt letzte Verhandlungen mit der bundesdeutschen Regierung und mit einer Bank für die Durchführung eines 30-jährigen Projekts. In dieser Zeitspanne sollen 52 Fassaden von Gebäuden unter Denkmalschutz erneuert werden. Die Eigentümer erhalten Kredite für die Durchführung der Rennovierungsarbeiten ohne Zinsen und müssen das Geld binnen 10 Jahren zurückzahlen. Die Zinsen werden von der Stadtverwaltung übernommen. Nutznießer sind die Eigenümer von historischen Gebäuden aus den Stadtvierteln Cetate, Fabrikstadt und Josefstadt. Das Projekt wird voraussichtlich nächstes Jahr starten und verfügt über eine unrückzahlbare Finanzierung im Wert von 2 Millionen Euro sowie einen Kredit von weiteren 3 Millionen Euro. In Temeswar sind insgesamt 500 Gebäude unter Denkmalschutz und es gibt weitere fast 15.000 historische Gebäude.

Die Temeswarer Stadtverwaltung will eine Million Euro in ein elektronisches Informationssysthem investieren. Dafür haben die Stadträte ein Projekt für eine unrückzahlbare Finanzierung über das Regionale Operationelle Programm eingereicht. 29 Bildschirme sollen in den Stadtvierteln aufgestellt werden und dadurch die Bewohner über die Aktivitäten der Stadtverwaltung informieren. Der Vorschlag hierfür kam von den Beratungsräten aus den Stadtvierteln. Der Stadtrat nahm bereits einen diesbezüglichen Entwurf an.

Das Müll-entsorgungs-unternehmen Retim hat seinen Vertrag mit der Stadt Temeswar um 8 Jahre verlängert. Der Stadtrat beglaubigte die Verlängerung des Vertrags, der 2006 abgeschlossen wurde. Damals nahm sich das Unternehmen vor, mehr als 9 Millionen Euro zu investieren. Da aber die Müllhalde bei Parza nicht geschlossen wurde, mußte das Unternehmen weitere 7 Millionen Euro für eine Sortierungsanlage und eine Verpackungsanlage investieren. Die Gesamtinvestition könnte duch die Verlängerung des Vertrags ammortisiert werden.

Chinesische Geschäftsleute sind an Investitionen im Kreis Karasch-Severin interessiert. Kreisratsvorsitzender Sorin Frunzaverde wurde diese Woche von einer Delegation aus Tianjin besucht. Die Chinesen zeigten sich am Potential des Kreises interessiert, was die qualifizierten Arbeitskräfte in den Bereichen Maschienenbau, Hüttenwerk, Konfektionen und Fortswirtschaft anbelangt. Beide Seiten sind bestrebt, Partnerschaften zwischen der chinesischen Stadt Tianjin und Ortschaften aus dem Kreis Karasch-Severin zu schließen.

Das ehemalige „Grand Hotel Weißes Kreuz” aus Arad – Hotel Ardealul – wurde zum Verkauf ausgeschrieben. Als Startpreis wurde die Summe von 15 Millionen Euro erwähnt. Die Besitzer wollen in einem anderen Bereich investieren, so die Eigentümerin Joita Pap zitiert von der Nachrichtenagentur Mediafax. Das 2-Sterne-Hotel verfügt über 180 Übernachtungsplätze und einen Konferenzraum. Die Einrichtung wurde 1841 eröffnet und vom Arhitekten Franz Mahler an Stelle eines alten Gasthauses aus dem 18.ten Jahrhundert erbaut. Das Foyer des Hotels diente als Theaterbühne für Gastspiele bis zum Bau des alten Hirschl-Theaters. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Die Agentur für Zahlungen und Eingriffe in der Landwirtschaft APIA erteilt neue Staatshilfen für Treibstoff. Angesprochen werden diesmal die Farmer, die bis zum 28.sten Juni keine Anträge diesbezüglich gestellt haben. Bis zum 10.ten September wird eine reduzierte Akzisse für den Treibstoff berechnet, der im 3.ten und 4.ten Quartal dieses Jahres für Landwirtschaftsarbeiten verbraucht wird.  Nutznießer der Hilfsmaßnahme sind Landwirte, autorisierte natürliche Personen, einzelne Unternehmen oder Familienbetriebe, jouristische Personen, gesetzlich anerkannte Landwirte-verbände sowie Forschungsorganisationen.

Das Wirtschaftsministerium öffnete diese Woche die 3.te Etappe für die Einreichung von Projekten der Kleinen und Mittelständischen Unternehmen. Diese können einzelne europäische unrückzahlbare Finanzierungen von bis zu einer Million 75 Tausend Lei nutznießen. Während der letzten Bewertung, kritisierte der Internationale Währungsfonds die schwache Absorbtion durch Rumänien von EU-Geldern. Premier Emil Boc versprach, den Haushalt des Garantiefonds für Kleine und Mittelständische Unternehmen aufzustocken, damit den Firmen Zugang zu den EU-Geldern gewährleistet wird.

Die Micro-Unternehmen aus der Westregion Rumäniens können keine Finanzierung mehr über das Regionale Operationelle Programm erhalten. Die bisher eingereichten Anträge überschreiten bereits um 50% die zugesagte Schranke. Das Entwicklungsministerium beschloss, die Annahme der Dokumente ab dem 27.sten August einzustellen. Desweiteren wird die Erstüberprüfung der Anträge eingestellt, die in der Zeitspanne 9.ter – 27.ter August eingereicht werden sollen. Die Anträge, die an der Agentur für Regionalentwicklung West in dieser Zeitspanne eingereicht werden, kommen auf eine Reserveliste.

Die Ausfuhren von rumänischen Gütern stiegen im Monat Juni dieses Jahres im vergleich zu Juni 2009 um fast ein Drittel. Das kommt aus einem Bericht des Nationalen Instituts für Statistik hervor. Auch die Importe stiegen in derselben Zeitspanne, aber nur um etwas mehr als ein Viertel. Das Handelsdefizit verzeichnete dafür in der gesamten ersten Jahreshälfte dieses Jahres einen Anstieg um 25 Millionen Euro im Vergleich zur ersten Jahreshälfte von 2009. Kreis Temesch ist Vorreiter im Bereich der Exporte. Das Regionale Institut für Statistik meldet, die Ausfuhren seien in diesem Jahr fast so groß wie in derselben Zeitspanne vor 2 Jahren und könnten bis Jahresende die Exporte von 2008 überschreiten. Das Jahr 2008 war bisher das beste was die Exporte anbelangt, seitdem Rumänien EU-Mitglied ist.

Hier auch die Referenzkurse der rumänischen Notenbank für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern Nachmittag mit 4Lei24 quotiert und ein US-Dollar mit 3Lei25. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei50 und für ein Hundert serbische Dinar bei 4Lei05. Ein Gramm Gold wurde auf 125 Lei und 16 Bani gewertet.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in einer Wochen wieder. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!


08.12. WM  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 12.08.2010
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