Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 11.11.2010

Aus den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche erfahren Sie Einiges über die rumänische und regionale Wirtschaft: Regierungsprojekte, Investitionen, Prognosen, Beschlüsse und Wechselkurse, aber auch den Kalender der lokalen Wirtschaftsveranstaltungen, Messen und Ausschreibungen. Bleiben Sie dran!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Der Deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat lädt heute seine Mitglieder zur Vollversammlung ein. Diese findet um 19Uhr30 statt im Besprechungssaal der Aton-Akademie im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes von Aton Transilvania in Carani/Mercydorf, Kreis Temesch. Auf der Tagesordnung stehen der Bericht des Vorstandes über das Jahr 2009 mit Vorlage der Bilanz und Bericht des Zensors, die Entlastung des Vorstands für das Jahr 2009 durch die Vollversammlung sowie Sonstiges. Vor der Vollversammlung haben die Geschäftsleute die Gelegenheit, die Gastgeberfirma zu besichtigen.  Die Teilnehmer werden um 18Uhr30 nach Anmeldung mit einem Ausweis an der Pforte – zur 1. Station der Führung gebracht, dem Bereich Metallkonstruktion, wo sie begrüßt werden. Danach wird die Mühle besichtigt. Die Firma stellt einen Bus-Transfer Temeswar – Mercydorf – Temeswar zur Verfügung: Die Abfahrt erfolgt um 18 Uhr vom Billa-Parkplatz auf der Circumvalatiunii-Straße. Die Abfahrt des Busses von Mercydorf zurück nach Temeswar ist für cca. 23 Uhr geplant.

Über 900 Millionen Lei Mehrwertsteuer soll in diesem Monat das Finanzamt den Unternehmen in Rumänien zurück zahlen. Das Finanzamt hat mittlerweile die Anträge fertig geprüft. Die Geschäfts-leute hatten sich über die verspätete Rückzahlung der Mehrwertsteuer beklagt. In manchen Fällen soll es sogar über ein Jahr gedauert haben, obwohl das Gesetz eine 45 Tage Frist vorsehe – so Angaben aus den Reihen der Unternehmer.

Die europäischen Gelder für die Restaurierung des Kulturguts in der West-Region Rumäniens wurden ausgeschöpft. Die beantragte Summe für unrrückzahlbare Finanzierungen überschreitet um 50% die ursprünglich festgelegte Summe von knappen 24 Millionen Euro. Aus diesem Grund werden ab dem 15. November keine Projekte mehr entgegen genommen. Zu den Projekten, die aus dem Operationell-Regionalen Programm bereits gefördert werden, zählen das historische Stadtzentrum von Arad und die Burg in Diemrich. Aus den Überschreitungen um 50%, die infolge einer landesweiten Umschichtung erteilt sollen, wird auch das Gebäudekomplex des ehemaligen Franziskaner-Klosters in Maria Radna rennoviert.

Die Enteignungen für den Bau der Autobahnstrecke Broos-Hermannstadt belaufen sich auf rund 200 Millionen Lei. Das Verkehrsministerium zahlt dieses Geld für 4.400 Immobilien mit einer Gesamtfläche von 730 Hektar. Die Strecke durchquert 3 Landeskreise, Hunedoara, Alba und Sibiu, mißt 82 Kilometer und soll 9 Verkehrsknoten haben. Die Investition wurde auf mehr als 2 Milliarden Lei geschätzt. --- Mehr als 220 Millionen Euro wird auch die Anschlussstrecke kosten, die Umgehungsstraße im Autobahnformat bei Diemrich-Broos. Die rumänische Gesellschaft für Landstraßen und Autobahnen unterzeichnete diese Woche den Bauvertrag mit einem österreichisch-rumänischen Joint-Venture gebildet aus Strabag-AG/Strabag- SRL und Straco-Grup. Die Strecke ist 38,2 Kilometer lang. Das Geld stammt zu knapp 2 Dritteln von der Europäischen Kommission aus ISPA-Fonds. Der Rest von einem Drittel wird vom Staatshaushalt getragen. Der Termin für die Beendung der Strecke beträgt 2 Jahre nach dem Beginn der Arbeiten.

Das Handelsdefizit Rumäniens könnte Aufgrund der steigenden Exporte nach unten korregiert werden. Das schätzt die Nationale Kommission für Prognose ein. Im kommenden Jahr soll das Handelsdefizit bei 8,6 Milliarden Euro liegen und 2012 mehr als 9,3 Milliarden Euro betragen – so die bisherigen Prognosen. Das durchschnittliche Nettolohn pro Monat soll in diesem Jahr 1.472 Lei betragen und bis 2012 auf 1.546 Lei kommen. Die Nationale Kommission für Prognose schätzt desweiteren die Arbeitslosenrate dieses Jahres auf 8% ein, um 0,2 Prozentpunkte höher als 2009.

Noch 26 Tausend Angestellte aus dem Staatssektor müssen gehen. Dies erklärte Staatssekretär im Finanzministerium Gheorghe Gherghina. Damit werde die Zahl von 1,29 Millionen Bedienstete des Staates erzielt und somit werde im kommenden Jahr eine Gehaltserhöhung von 15% möglich, nachdem die Löhne in diesem Bereich zur Jahreshälfte um 25% gestrichen wurden. Ende vergangenen Jahres hatte der Staat fast 1,38 Millionen Angestellte. Damit das Ziel von 1,29 Millionen Angestellte erreicht werde, sollten in diesem Jahr insgesamt 88 Tausend Staatsbedienstete entlassen werden, so Staatssekretär Gherghina weiter. Ins Visier genommen seien die Angestellen aus den Kommunalverwaltungen, da in diesem Bereich das Ziel von 50.000 Entlassenen noch nicht erreicht wurde, hieß es weiter.

Weitere 11 Tausend Arbeitskräfte aus dem Privatbereich sollen in den kommenden 4 Monaten landesweit entlassen werden. Damit rechnet die Nationale Agentur für Beschäftigung der Arbeitskräfte. Die Zahl der vorgesehenen Entlassungen komme aus den bereits eingereichten Gesuchen der Unternehmen hervor – so die Agentur. Als Alternativen sieht die Agentur Kurse zur beruflichen Neuorientierung, die sowohl aus EU-Fonds als auch von Nicht-Regierungs-Organisationen und Privatfirmen angeboten werden können.

Der Preis der Reifen ist im Anstieg und second-hand-Verkäufer erwarten eine Verdoppelung ihrer Geschäftszahlen. Grund dafür ist die bevorstehende Winterreifenpflicht. Eine entsprechene Eilverordnung wird zurzeit von der Regierung besprochen und soll in maximal 2 Wochen verabschiedet werden. Die rumänische Winterreifenpflicht sieht demnach vor, dass die Autos vom 1. November bis zum 31. März mit Winterreifen fahren müssen.

Die Gutscheine für den Ankauf eines Neuautos duch die Verschrottung eines oder mehrerer Altwagen bleiben bis Ende Januar 2011 gültig. Dies gab das Umweltministerium bekannt. Der ursprüngliche Termin hierfür war Ende dieses Monats. Die Entscheidung kommt, nachdem viele Gutscheine bicher noch nicht eingelöst wurden. Das neue Programm zur Erneuerung des rumänischen Fuhrparks soll am 1. Febuar 2011 starten. Umweltminsiter Laszlo Borbely erklärte, das neue Projekt siehe vor die Möglichkeit der Einlösung von 4 Gutscheinen anstatt der bisherigen 3 für den Ankauf eines Neuautos sowie eine Wertminderung eines Gutscheins auf 3 Tausend Lei.

Die rumänischen Staatsbürger schulden immer mehr Geld den Banken. September 2010 wurde der bisher höchste Stand der Rückstände verzeichnet, seitdem die Nationalbank Rumäniens diese Daten veröffentlicht und das ist seit Jahuar 2000. Die Rückstände lagen im September dieses Jahres bei 14,5 Milliarden Lei, das bedeutet 6,31% der Gesamtschulden. Andererseits werben nicht mehr so viele Rumänen um neue Bankenkredite. Anträge hierfür reichten 100 Tausend rumänische Staatsbürger ein. November 2008 waren es drei Mal so viele Anträge für Erteilung von Bankrenkrediten.

Hier auch die Referenzkurse der Nationalbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde gestern Nachmittag mit 4Lei27 quotiert und ein US-Dollar mit 3Lei10. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei56 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei99. Ein Gramm Gold wurde auf 139 Lei und 77 Bani gewertet.

Diese Woche steht in Temeswar im Zeichen der Qualität. Bis einschließlich morgen sind zu diesem Thema Symposien, Rundtischgespräche, Tagungen und Seminare in verschiedenen Institutionen sowie Treffen mit Fachleuten vorgesehen. Das diesjährige Motto lautet: „Aus der Krise durch Qualität“.

Eine italienische Messe beherbergt seit gestern das regionale Handelszentrum in Temeswar. Expo Azienda Italia umfasst Presentationen von Produkten, Technologien und Diensleistungen. Diese werden sowohl von italienischen Unternehmen vorgestellt, als auch von rumänischen Zweigstellen italienischer Firmen. Als Begleitprogramm gibt es Konferenzen, Geschäftsbörsen, Modevorstellungen sowie Theater- und Musikdarbietungen. An der Messe beteiligt sich auch die serbische autonome Provinz Vojvodina mit einem gemeinsamen Stand für die Anziehung von Investitionen. Veranstalter der Messe sind: Unimpresa Temesch West-Region, die Industrie-, Landwirtschafts- und Handelskammer des Kreises Temesch sowie die itanienische Handelskammer für Rumänien. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Generalkonsulats Italiens in Temeswar und des itanienischen Instituts für Außenhandel. Die Messe ist bis Samstag zwischen 10 und 18Uhr30 offen.

Der Internationale Flughafen Temeswar und der Grenzübergang zu Serbien bei Stamora-Moravita sind für den Schengen-Beitritt Rumäniens bereit. Modernisierungsarbeiten wurden an beiden Einrichtungen getätigt. Am Temeswarer Flughafen wurden 3,5 Millionen Euro investiert und am Grenzübergang zu Serbien 850.000 Euro nur für die Fachausstattung. Eine Schengen-Kommission überprüft die beiden Einrichtungen am kommenden Montag, dem 15.ten November.

6 Städte und dutzende Gemeinden sollen ab 2012 im Kreis Temesch verschwinden. Grund darüf ist die unausreichende Einwohnerzahl. Ein entsprechender Vorschlag steht bereits im Senat zur Debatte. Wird der Vorschlag angenommen, so werden Buziasch, Tschakowa, Deta, Fatschet, Gataja und Rekasch von Kleinstädten zu Gemeinden. Hier leben zurzeit zwischen 5.100 und 8.400 Einwohner. Städte blieben weiterhin neben den Munizipien Temeswar und Lugosch, nur noch Hatzfeld und Grußsanktnikolaus mit rund 11 Tausend bzw. 13 Tausend Einwohnern. Zudem sollen zahlreiche Gemeinden als Dörfer eingestuft werden. Damit wird die Zahl der Bürgermeister und der Kommunalräte reduziert.

Die Geschäftsräume in der Temeswarer Theresien-bastei werden ausgeschrieben. Die Preise wurden bereits in einem Entwurf festgehalten. Der Beschlussentwurf soll nun innerhalb der nächsten Sitzung des Temescher Kreisrates erörtert werden. Der Entwurf sieht Monatsmieten im Wert von 40 Lei pro Quadratmeter vor für Bibliotheken, Kunstgallerien, Museen sowie für Blumenläden und Buchhandlungen. Die Preise für literarische Kaffees, für Mediatheken, Pinotheken und Konditoreien sollen bei 65 Lei pro Quadratmeter im Monat starten, so der Beschlussentwurf zur Ausschreibung der Geschäftsräume in der Theresienbastei.

Das Arader Gefängnis schreibt den Ankauf eines Geräts aus, dass die mobilen Telefonverbindung aufspührt. Die Ausschreibung ist offen. Die Gefängnisleitung bietet bis zu 128 Tausend Lei. Angebote werden bis zum 15. November eingesammelt. Die Gefängnisleitung erklärte, dass es eine Sicherheitsmaßnahme sei und dass damit nicht ein bestehender Mißstand zu lösen sei. Die Nutzung von Händys ist für die Insaßen der Gefängnisse in Rumänien verboten.

Die Arader Staatsfilharmonie organisiert eine Ausschreibung für den Ankauf eines Musikinstuments. Die Kultureinrichtung will eine neue Harfe anschaffen und verfügt hierfür über 110 Tausend Lei. Das Instrument soll spätestens im Monat März kommenden Jahres ankommen und über eine Garantie von mindestens 5 Monaten verfügen, so die Bedingungen der Arader Filharmonie.

Das Arader Kreiskrankenhaus soll eine neue Wärmeisolierung bekommen. Die Arbeiten wurden auf rund 3,2 Millionen Lei geschätzt. Die Kosten werden vom Kreisrat getragen. Isoliert werden sollen alle Gebäude des Krankenhauses, so auch das 6 stöckige Hauptgebäude. Die Kreisverwaltung erhofft sich dadurch Einsparungen bei den Nebenkosten.

Die Stadtverwaltungen in Arad und Temeswarer bereitet sich für den Weihnachtsmarkt vor. In Arad werden bereits die Holzhütten auf dem Platz vor dem Rathaus aufmontiert. Der Wintermarkt hält während der gesamten rumänischen Fastenzeit vor Weihnachten an und darüber hinaus während der Feiertage bis zum Fest des Johannes des Täufers Anfang Januar. In Temeswar wird der Weihnachtsmarkt in der Zeitspanne 3. Dezember – 10. Januar am Opernplatz organisiert. Auch heuer werden Holzhütten für die Unternehmen aufgestellt, die traditionelle Weihnachtswaren verkaufen wollen. Die interessierten Firmen können sich hierfür noch bis kommenden Montag im Temeswarer Rathaus anmelden. Die Stadtverwaltung schreibt desweiteren das Schmücken des Weihnachtsbaumes im Stadtzentrum von Temeswar aus. Vorschläge hierfür werden ebenfalls im Rathaus entgegen genommen. Das Gewinnerprojekt wird am 22. November bekannt gegeben.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in 7 Tagen wieder. Nächsten Donnerstag berichten wir unter anderem über die Vollversammlung der Mitglieder des deutschsprachigen Wirtschaftsclubs Banat von heute Abend. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!


11.11. WM  


 Adrian Ardelean, Temeswar, 11.11.2010
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